
An den Ölbörsen erlebten die Preise für Rohöl und dessen Produkte ab gestern Mittag erhebliche Abschläge und sind damit heute Vormittag weit günstiger als gestern. Grund sind mitunter die wieder entspannter gesehen Situation zwischen dem Iran und den USA, die geplanten Ausbauten der Ölproduktion in Venezuela, und damit auch wieder der Ausblick auf die von vielen Seiten erwartete, deutliche Überversorgung am Ölmarkt.
Geopolitische Spannungen beruhigen sich etwas
Zentral für die Preisentspannungen an den Ölmärkten sind die aktuell wieder entspannteren geopolitischen Entwicklungen und Verwerfungen. So bleibt zwar im Rahmen der US-Iran-Atomgespräche noch immer eine gewisse Grundspannung, doch die schlimmsten Unruhen scheinen aktuell beruhigt. US-Präsident Trump scheint sich bewusst, dass Verhandlungen mit dem Iran einige Wochen bis auch einen Monat dauern könnten, wirkte dafür jedoch sehr offen.
Natürlich läuft aber nicht überall alles gut. Zwischen der Ukraine und Russland kam es zuletzt wieder häufiger zu Angriffen. So wurden in der Ukraine wiederholt Strom- und Heizkraftwerke zerstört, während die Ukraine aktuell wieder russische Raffinerien mit Drohnen attackiert. So schade es klingt, die Öl- und Energiemärkte haben diese Konflikte und Spannungen schon lange in ihren Preisen einkalkuliert, weshalb es aktuell kaum Einfluss auf die Ölpreisentwicklung hat.
Überversorgung im Fokus
Nachdem der aktuellste Krisenherd, also die USA-Iran-Gespräche, eher positiv und überwiegend friedlich und gut angesehen werden, blicken die Marktbeobachter wieder auf die erwartete, globale Öl-Überversorgung. In einem Bericht gestern meldete die Internationale Energieagentur, kurz IEA, dass für 2026 eine durchschnittliche Öl-Überversorgung von 3,7 Mio. Barrel Öl jeden Tag über 2026 hinweg erwartet wird.
Gleichzeitig kommen mehr und mehr Infos aus den USA, wonach die Ölproduktion in Venezuela noch dieses Jahr erheblich angekurbelt werden soll. Zunächst werden Schrittweise neue Zulassungen für Untersuchungen durch US-Firmen vergeben, zeitnah sollen Bohrlizenzen für die Ölförderung folgen sowie Kooperationsfreigaben für internationale Öl- und Energiefirmen, um mit Venezuela zusammen zu arbeiten. Genaue Termine sind hierfür jedoch noch nicht bekannt.
Heizöl erheblich günstiger erwartet
Mit dem Fokus zurück auf den überfüllten Markt, sinken auch die Preise an den Ölbörsen und damit auch bei Heizöl. Das sorgt auch in der Bundesrepublik bei Abnehmerinnen und Abnehmern für erhebliche Abschläge beim heutigen Preis, welcher aktuell im Durchschnitt -1,60 bis -2,20 Euro pro 100 Liter günstiger erwartet wird, als am Donnerstagvormittag.

Die Sorge um eine Eskalation zwischen den USA und dem Iran beschäftigt die Ölmärkte schon seit Wochen und bietet den börsengehandelten Rohölpreisen wenig Spielraum nach unten. Zu groß ist die Angst vor plötzlichen Angebotsunterbrechungen, kommt doch ein großer Teil des weltweit verbrauchten Öls aus dem Nahen Osten. Insgesamt überwiegt am Markt die Unsicherheit, so dass es immer wieder zu Kursschwankungen kommt.
Iran-Unsicherheit sorgt für Kursschwankungen
Denn Unsicherheit ist so ziemlich das Schlimmste für die Anleger, vor allem bei Rohstoffen, die teilweise weit in die Zukunft gehandelt werden und somit auf Prognosen und belastbare Vorhersagen angewiesen sind. In einer Situation wie der aktuellen, in der sich die beiden Parteien zwar um Gespräche bemühen, gleichzeitig aber die Drohkulisse aufrecht erhalten, ist – theoretisch – erst einmal alles möglich.
Analystin: Ölpreise dürften in enger Spanne bleiben
Ölmarktanalystin Vandana Hari vom international tätigen Beratungsunternehmen Vanda Insights in Singapur meint, dass die Ölpreise wohl auf absehbare Zeit in einer engen Spanne handeln dürften. Mit einem stärkeren Preisrückgang rechnet sie nicht, da sie die Aussichten auf ein baldiges Abkommen zwischen den USA und dem Iran für unwahrscheinlich hält.
Dies gilt laut der Expertin jedoch auch in umgekehrter Richtung: „Zusätzliche konfrontative Rhetorik oder militärische Machtdemonstrationen können zwar die Risikoprämie erhöhen, aber die Gewinne dürften begrenzt sein, solange US-Angriffe auf den Iran nicht unmittelbar bevorstehen“.
Anleger preisen Risikoprämie ein – Volatilität steigt
Und hier versteckt sich die Krux, denn so lange es keine Angriffe oder militärischen Eskalationen gibt, kommt es auch nicht zu Versorgungsausfällen. Im Falle eines Falles kann dies aber rasend schnell gehen, beispielsweise wenn die Wasserstraßen im Persischen Golf blockiert würden, durch die täglich über 20 Millionen Barrel Öl fließen.
Die Anleger wollen auf das Schlimmste vorbereitet sein und preisen deshalb eine sogenannte Risikoprämie ein, die die Ölpreise stützt, obwohl objektiv betrachtet noch nichts passiert ist, was die Ölversorgung tatsächlich beeinträchtigt. Gleichzeitig nutzen die Marktteilnehmer das hohe Preisniveau auch immer wieder für Gewinnmitnahmen, eben weil es bisher nicht zu Ausfällen kam. Damit steigt die Volatilität an den Börsen und die Preise schwanken.
Heizölpreise im Inland
Dies zeigt sich auch bei den Heizölpreisen im Inland, wo es zuletzt ebenfalls immer wieder zu neuen Preisanstiegen kam. Heute halten sich die Veränderungen im Vergleich zu Mittwochvormittag allerdings in Grenzen, da die Kurse an den Ölbörsen ihre Tagesgewinne zum Abend hin wieder abgaben. Entsprechend kosten 100 Liter Heizöl im Bundesgebiet heute etwa -0,10 bis +0,30 Euro im Vergleich zu Mittwoch.

Zur Mitte der aktuellen Arbeitswoche steigen die Preise an den Ölbörsen erneut leicht an, nachdem diese sich vergangenen Abend erst wieder leicht gesenkt haben. Dabei sind weiterhin die Spannungen zwischen den USA und dem Iran im Fokus, nachdem der US-Präsident vergangene Nacht erneut Drohungen gegen den Iran äußerte und mit „harten Maßnahmen“ drohte, sollte es nicht zügig zu einem Deal in den (Atom-)Verhandlungen kommen.
Militärische und wirtschaftliche Drohungen gegen den Iran
„Wir haben eine Flotte, die unterwegs ist, und eine weitere könnte folgen“, so Präsident Trump in einem Interview mit dem Onlineportal Axios. „Entweder wird es einen Deal geben, oder wir werden wie beim letzten Mal zu sehr harten Maßnahmen greifen müssen“. Damit könnte auf den Konflikt zwischen Israel und dem Iran im Juni 2025 hingedeutet werden, als die USA iranische Atomanlagen bombardieren ließ.
In einem Interview mit dem Fernsehsender Fox betonte der US Präsident, dass es seiner Meinung nach „töricht“ wäre, wenn die Regierung in Teheran sich nicht auf einen Deal im Rahmen der Atomverhandlungen und allgemeinen Gespräche mit den USA einlassen würde. Insidern zufolge wird außerdem über Sanktionen und Beschlagnahmungen von iranischen Öltankern nachgedacht. Gerade letzteres wird jedoch nur vorsichtig besprochen, da schwere Auswirkungen auf den Internationalen Ölmarkt befürchtet werden.
Dennoch lobten die USA und der Iran im Verlauf der letzten Tage das „sehr gute“ Gespräch vergangene Woche im Oman, welches vorerst nur als Versuch der gegenseitigen Annäherung diente. Dennoch gäbe es, nach Meldung des Iran „das Gefühl, dass es Verständnis und einen Konsens gibt, den diplomatischen Prozess fortzusetzen“. Neue Gespräche zwischen beiden Parteien sollen bald stattfinden, genaue Termine sind jedoch noch nicht bekannt.
Heizölpreis in enger Spanne
Nachdem die Heizölpreise im aktuellen Wochenverlauf in relativ enger Spanne geblieben sind, wird eine ähnliche Entwicklung mit leichten Schwankungen auch heute Vormittag erwartet. Für Abnehmerinnen und Abnehmer werden damit aktuell nur leichte Preisunterschiede zu Dienstagvormittag erwartet, mit Abweichungen von durchschnittlich -0,45 bis +0,15 Euro pro 100 Liter.

An den Ölbörsen hielt der preissenkende Faktor der ersten indirekten Gespräche zwischen den USA und dem Iran, die am Freitag im Oman stattgefunden hatten, nicht allzu lange an. Und das, obwohl sich beide Seiten am Wochenende positiv darüber geäußert hatten. Letztlich ließen die geopolitischen Risiken, die das Ölangebot beeinträchtigen könnten, die Marktteilnehmer auch zum Start der neuen Handelswoche nicht los.
Washington weitet Iran-Sanktionen aus
Kurz nachdem die Delegationen der USA und des Irans am Freitag im omanischen Maskat den Rahmen für die Gespräche über das iranische Atomprogramm absteckten, gab das US-Außenministerium neue Sanktionen bekannt. Diese betreffen 15 Unternehmen, zwei Einzelpersonen und 14 Tanker der iranischen Schattenflotte. „Diese Ziele [der Sanktionen; Anm. d. Red.] haben Einnahmen generiert, die das Regime zur Durchführung seiner bösartigen Aktivitäten nutzt,“ hieß es in der Pressemitteilung des US-Außenministeriums zur Begründung für die Sanktionen, mit denen es für die Islamische Republik noch schwerer werden dürfte, ihr Öl zu exportieren.
US-Verkehrsministerium gibt Warnung für Schiffe nahe Straße von Hormus heraus
Zusätzliche Sorgen über mögliche Angebotsausfälle ließ am gestrigen Montag auch die Warnung des US-Verkehrsministeriums für Schiffe, die unter amerikanischer Flagge nahe oder in der Straße von Hormus unterwegs sind. In der Warnung hieß es, die Schiffe sollten bei der Durchfahrt durch die Meerenge „so weit wie möglich von iranischem Gewässer entfernt bleiben, ohne dabei die Sicherheit der Schifffahrt zu gefährden.“
Die Straße von Hormus ist ein wichtiges Nadelöhr für den internationalen Ölhandel, durch die täglich rund 21 Mio. Barrel Öl transportiert werden. Erst am vergangenen Dienstag war in der Meerenge ein US-Tanker von Booten der iranischen Revolutionsgarden bedrängt worden.
EU legt Entwurf für 20. Sanktionspaket gegen Russland vor
Unterdessen will die EU die Ölexporte Russlands noch stärker erschweren. Am gestrigen Montag legte die Kommission dazu den Entwurf für das 20. Sanktionspaket vor. Erstmals würden damit auch Häfen in Drittstaaten ins Visier genommen, wie aus dem Entwurf hervorgeht. Außerdem will man statt der Preisobergrenze auf russische Ölexporte auf dem Seeweg verzichten und stattdessen zu einem vollständigen Verbot maritimer Dienstleistungen zurückkehren, da dies insgesamt einfacher zu verfolgen und durchzusetzen sei.
Inlandspreise etwas teurer
Die fortwährenden Unsicherheiten im Hinblick auf den Angebotsausblick am internationalen Ölmarkt verhindern an den Ölbörsen weiterhin nachhaltige Preisrückgänge. Heute Morgen spiegelt sich dies bei den Inlandspreisen in einem Anstieg wider. So müssen Verbraucherinnen und Verbraucher bei Heizöl aktuell im bundesweiten Durchschnitt mit Aufschlägen in Höhe von +0,05 bis +0,45 Euro pro 100 Liter im Vergleich zu Montagvormittag rechnen.

Vergangene Woche gab es immer wieder leichte bis moderate Spannungen über den gesamten Globus hinweg, welche die Unsicherheiten der Märkte stützten. Dadurch stiegen die Ölpreise zuerst etwas an, konnten sich am Ende jedoch wieder beruhigen und sorgten heute für deutlich niedrigere Preise, auch bei den Ölprodukten, als noch bis einschließlich vergangenen Freitag.
Kurzfristige Heizölpreisentwicklung
Auf kurzfristige Sicht kam es heute Vormittag, im Vergleich zu Freitagabend, zu moderaten Preissenkungen. Dadurch können Abnehmerinnen und Abnehmer aktuell mit Preisnachlässen von durchschnittlich -1,17 Euro pro 100 Liter rechnen. Damit bestätigt sich aber auch die aktuelle Volatilität am Markt, denn verglichen mit dem Montag von vor einer Woche ist Heizöl gerade nur knapp -0,38 Euro günstiger, also in viel engerer Spanne. Vor einem Monat war Heizöl jedoch noch wesentlich günstiger, damit verglichen zahlen Abnehmer aktuell etwa +4,47 Euro mehr als Anfang Januar.
Langfristige Preisentwicklung
Während die kurzfristige Preisentwicklung die allgemeine Unsicherheit am Markt sowie die allgemein teurere Wintersaison gut widerspiegelt, zeigt sich auch, dass die Heizölpreise ihren langfristigen Abwärtskurs weiter fortsetzen. So zahlt man heute, verglichen mit der Vorsaison vor 3 Monaten, immerhin -2,30 Euro weniger. Und blicken wir auf die vorherigen Jahre, kostet Heizöl aktuell im Durchschnitt -4,30 Euro weniger als im Februar 2025, und ganze -13,60 Euro bzw. -12,6 Prozent weniger als im Februar 2024.

Was spricht aktuell für steigende Preise?
– Handelsdeal zwischen USA und Indien
In einem neuen Handelsabkommen zwischen den USA und Indien sollen letztere wohlmöglich komplett auf russisches Öl verzichten und dabei die Wirtschaft erheblich ankurbeln. Damit braucht Indien auch mehr nicht-sanktioniertes Öl.
Was spricht aktuell für sinkende Preise?
– Näherungsversuche zwischen USA und Iran
Vergangenen Freitag fanden Gespräche zwischen Vertretern der USA und dem Iran statt. Und auch wenn die allgemeine Spannung weiter bestehen bleibt, so näherten sich die Parteien aneinander an. Das gibt Hoffnung auf ruhigere Entwicklungen in naher Zukunft.
– Anstieg von Venezuelas Rohölexporten
Seit die USA weitgehend die volle Kontrolle über die Ölproduktion und Ölexporte Venezuelas übernommen hat, sind ebenjene Verkäufe und Exporte massiv angestiegen, was das freie Angebot für Rohöl, dem Grundstoff hinter Heizöl, erheblich erhöht.
– Deutliche Überversorgung am Ölmarkt
Wie schon seit mehreren Monaten bleibt die Öl-Überversorgung zentraler Punkt am Markt. Je mehr Öl weltweit angeboten wird, desto mehr steigen Preisdruck und Konkurrenzkampf, was die Preise tendenziell niedrig hält.
Die genannten Heizölpreise beziehen sich stets auf den deutschlandweiten Durchschnittspreis bei einer Bestellung von 3.000 Liter Heizöl Standard schwefelarm inklusive 19% MwSt. Außerdem fallen durch Transportkosten die Preise regional unterschiedlich aus. Stand der Preise 09.02.2026

Das Ende der aktuellen Arbeitswoche ist an den Ölbörsen von allgemeiner Unsicherheit geprägt. Während im Nahen Osten aktuell Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran stattfinden, welche aktuellen Vorhersagen sobald keine eindeutigen Ergebnisse liefern könnten, nähert sich Indien den Vorgaben der USA an. Hier will man stärker auf russisches Öl verzichten und greift stattdessen nach Ware aus Venezuela.
Handelsabkommen USA-Indien in den Startlöchern
Anfang der Woche bestätigten die USA einen neuen Handelsdeal mit Indien. Diesem zufolge sollen die Steuersätze auf viele indische Güter in den USA von 25% auf 18% reduziert werden, während der Strafzollsatz für die Unterstützung russischer Ölverkäufe auf Waren aus Indien, in Höhe von nochmal 25%, komplett entfallen soll. Im Gegenzug verpflichtet sich Indien, russische Ölimporte möglichst schnell zu beenden oder zumindest drastisch herunterzufahren, Energieprojekte der USA zu unterstützen und Investitionen sowie Großeinkäufe bei US-Firmen tätigen.
Genaue Details zu den Vorgaben sollen in naher Zukunft folgen, ein Punkt wird jedoch sehr argwöhnisch beäugt- die Importe von russischem Öl. Denn dieses kauft Indien aufgrund sehr günstiger Preise entsprechend gerne. Zwar sanken die Importe in den letzten Wochen drastisch, auf mehrfaches Drängen des US-Präsidenten, eine klare Linie will das südasiatische Land dennoch nicht fahren sondern lässt die Entscheidung lieber bei den Raffineriebetrieben, die das Öl schließlich auch verarbeiten
Erster indischer Konzern bestätigt Kauf von Venezuela-Öl
Im Rahmen der Gespräche zum Handelsabkommen wurde Indien auch die Freigabe zu Käufen von venezolanischem Öl erteilt. Das ließ der indische, private Raffineriekonzern „Reliance Industries“ sich nicht zweimal sagen. Gestern bestätigten anonyme Handelsexperten, dass aus Indien bereits ein erster Kaufauftrag von venezolanischem Öl mit Lieferung im April getätigt wurde. Andere, indisch-staatliche Raffineriebetrieb äußerten ebenfalls ihr Interesse, bestätigten jedoch noch keine Käufe.
Ob Indien damit wirklich die Käufe von russischen Waren einstellt, bleibt abzuwarten und ist auf aktueller Sicht auch eher unwahrscheinlich, schon alleine aufgrund bestehender kurz- und mittelfristiger Kaufverträge bei russischen Ölfirmen. Daher warten viele, auch indische Raffineriebetriebe selbst, auf klarere Aussagen und Richtungen, rund um den Kauf von Öl und Ölprodukten nach Indien. Daher ist auch noch nicht sicher, wie stark die Märkte davon in naher Zukunft beeinflusst werden könnten.
Inlandspreise kaum verändert
Die aktuellen Spannungen und Unsicherheiten an den Ölbörsen sorgen für ein reges Auf und Ab der Ölpreise, und damit auch für stetige Schwankungen bei den Ölprodukten. In Deutschland scheinen diese jedoch bisher kaum angekommen zu sein. So werden beim Kauf von Heizöl aktuell kaum Unterschiede bei den Heizölpreisen mit kleinen Preisschwankungen in Höhe von -0,20 bis +0,20 Euro pro 100 Liter im Vergleich zu Donnerstagvormittag erwartet.

Der Ölmarkt reagiert weiterhin empfindlich auf geopolitische Schlagzeilen. Dies wurde gestern deutlich, als es plötzlich hieß, die Gespräche zwischen den USA und Iran seien abgesagt. Die Ölpreise schnellten in die Höhe, erholten sich danach aber auch wieder recht schnell. Das Treffen findet statt, doch die sprichwörtliche Kuh ist damit längst noch nicht vom Eis.
Teheran widerspricht: Treffen in Oman findet statt
Die über die US-Nachrichtenplattform Axios verbreitete Meldung, dass die geplanten Gespräche zwischen den USA und dem Iran abgesagt worden seien, hatte die börsengehanldeten Rohölpreise am Mittwochabend in die Höhe getrieben. Aus informierten Kreisen habe es laut Axios geheißen, dass sich die beiden Parteien nicht auf eine Agenda hätten einigen können.
Der iranische Außenminister Abbas Araghtschi stellte jedoch mittels einer Nachricht auf seinem Profil beim Kurzmeldungsdienst X wenig später klar, dass die Gespräche stattfinden würden.“Die Atomgespräche mit den Vereinigten Staaten sollen am Freitag gegen 10:00 Uhr in Maskat [der Hauptstadt des Oman] stattfinden. Ich bin unseren omanischen Brüdern dankbar, dass sie alle notwendigen Vorkehrungen getroffen haben“, schrieb Araghtschi.
Streit um die Agenda könnte Probleme machen
Die Agenda für die Verhandlungen scheint allerdings tatsächlich noch nicht wirklich ausgearbeitet zu sein, denn US-Außenminister Marco Rubio betonte am gestrigen Mittwoch noch einmal, dass die Verhandlungen auch das Raketenprogramm Irans beinhalten müssten, sowie die Unterstützung Teherans für bewaffnete Milizen in der Region und – ganz am Rande – den Umgang des Regimes mit dem iranischen Volk.
Dabei soll gerade die Begrenzung der Gespräche auf das Thema Atomprogramm der Grund dafür gewesen sein, dass Teheran diese nicht in der Türkei (wie ursprünglich angedacht), sondern im Oman führen will. Es bleibt also abzuwarten, ob sich die beiden Seiten bis Freitag noch auf eine Agenda einigen können, oder ob die Uneinigkeit darüber doch wieder zu einer Verschärfung der Spannungen oder gar einer Absage der Verhandlungen führen wird.
Skepsis unter Marktbeobachtern – Militärische Eskalation bleibt Preistreiber
Unter Marktbeobachtern ist man ohnehin nicht sehr optimistisch, was die Ergebnisse der Verhandlungen angeht. Ölmarktanalyst Mukesh Sahdev von XAnalysts, einem Beratungsunternehmen für den Energiesektor, fürchtet sogar: „Es ist wahrscheinlich, dass diese Gespräche neue Differenzen zutage fördern und die Risikoprämie bald wieder steigen wird.“
Davon abgesehen trägt auch US-Präsident Donald Trump, der auf Fragen von Journalisten gerne mal mit mehr oder weniger vagen Drohungen gegenüber dem Iran antwortet, dazu bei, dass man am Markt die Risikoprämie für einen US-Militärschlag gegen die Islamische Republik nicht ganz auspreisen will. Schließlich könnte ein solcher Militärschlag Teheran dazu veranlassen, die Straße von Hormus und damit ein wichtiges Nadelöhr für den internationalen Ölhandel zu blockieren.
Inlandspreise wenig verändert
Trotz des kurzfristigen Preisanstieges von gestern Abend bleiben die Heizölpreise im Inland im Vergleich zu gestern Vormittag fast unverändert. Je nach Region müssen Verbraucherinnen und Verbraucher mit Preisunterschieden von -0,30 bis +0,10 Euro/100l rechnen.

Zum Start in den Mittwoch sind die Preise an den Ölbörsen und Märkten nur leicht zurück gegangen, nachdem sie seit Dienstagnachmittag erheblich angestiegen sind. Die Marktteilnehmer beobachten das aktuelle geopolitische Vorgehen, insbesondere alles rund um die USA sehr genau, insbesondere im Bezug auf die militärische Präsenz in der Nähe des Iran.
Scharfe Waffen vor der Straße von Hormus
Mit den Annäherungsversuchen zwischen dem Iran und den USA am Montag standen die Zeichen noch gut, dass mögliche Verhandlungen ohne Probleme ablaufen. Zwar sollen weiterhin friedliche Gespräche stattfinden, doch ganz so reibungslos laufen die Vorbereitungen wohl nicht. So sollen heute am frühen Morgen, den USA zufolge, US-Streitkräfte eine iranische Drohne aus „Selbstverteidigung“ abgeschossen haben. Gestern sollen zudem zwei Boote der iranischen Revolutionsgarde einem US-Schiff mit Waffengewalt gedroht haben und wollten es angeblich entern.
Von Seiten des Iran wird diese Erzählung etwas anders gesponnen. Der Drohneneinsatz soll demnach „eine gewöhnliche und legale Mission zur Aufklärung, Überwachung und Fotografie“ gewesen sein. Auch der Einsatz bewaffneter Boote gegen den US-Tanker „Stena Imperative“ soll keine Aggression gewesen sein, sondern eine Warnung abzudrehen, da das US-Schiff „illegalerweise“ in die Straße von Hormus eingedrungen sei.
Letztlich lässt sich von außen nicht sagen, wer wirklich Recht hat. Klar ist jedoch, dass beide Seiten mit deutlicher Anspannung vor den geplanten Verhandlungen am Freitag agieren. Diese Nervosität wirkt sich auch auf die Ölmärkte aus. Bei zu starken Spannungen wird der Verkehr durch die Straße von Hormus, eine Meerenge im Nahen Osten durch die knapp 20% des täglichen Ölverbrauchs laufen, als gefährlich angesehen und Gefahrenzuschläge können auftreten. Auch ein Risiko auf Einschränkungen der Handelsroute bleibt in diesem Fall bestehen.
Heizöl erheblich teurer
Nachdem bis gestern Mittag deutliche Entspannungen auf weltpolitischer Ebene erwartet wurden, und diese mit den aktuellen Spannungen erneut deutlich aufgewirbelt wurden, erwarten die Ölmärkte kurzfristig moderate Preisanstiege bei Öl und Ölprodukten. Das trifft auch die Verbraucherinnen und Verbraucher in Deutschland, welche aktuell bei Heizöl mit durchschnittlichen Aufschlägen in Höhe von +1,15 bis +1,55 Euro pro 100 Liter im Vergleich zu Dienstagvormittag rechnen müssen.

An den Ölbörsen ging es zum Wochenstart gestern erst einmal deutlich nach unten. Dies war hauptsächlich den Anzeichen für eine Annäherung zwischen den USA und Iran geschuldet, nachdem die Möglichkeit eines US-Militärschlags gegen das Mullah-Regime in der vergangenen Woche zeitweise noch für stark steigende Preise gesorgt hatten.
Iran und USA wollen reden
Wieder einmal waren es Äußerungen von US-Präsident Trump, die die Preise der Kontrakte an den Ölbörsen am gestrigen Montag sinken ließen. Dieser hatte am Wochenende behauptet, die iranische Regierung wolle „ernsthaft“ mit Washington reden. Zuvor hatte bereits der Sprecher des iranischen Parlaments, Ali Laridschani, von Vorbereitungen für Verhandlungen gesprochen.
Bei diesen wird es allerdings nicht mehr ausschließlich um die Reaktion Teherans auf die jüngsten Proteste im Iran gehen, die im Dezember ausgebrochen waren und von der iranischen Regierung gewaltsam niedergeschlagen wurden, sondern auch wieder einmal um das Atomprogramm der Islamischen Republik.
Erste Gespräche am Freitag in der Türkei geplant
Am Freitag dieser Woche soll es nun Berichten zufolge erste Gespräche zwischen dem US-Sonderbeauftragten Steve Witkoff und dem iranischen Außenminister Abbas Araghtschi im türkischen Istanbul geben. Sollten diese halbwegs erfolgreich verlaufen, dürfte wieder ein längerer Verhandlungsprozess folgen. Die Gefahr, dass der Iran in Reaktion auf einen Militärschlag der USA die Meerenge von Hormus blockieren könnte, scheint jedoch zumindest vorerst gebannt.
Die Straße von Hormus ist für den auf dem Seeweg abgewickelten internationalen Ölhandel enorm wichtig, da täglich rund 21 Mio. Barrel Öl die Route die Meerenge passieren. So führte das nachlassende Risiko einer Blockade dieses Nadelöhrs an den Ölbörsen gestern denn auch dazu, dass die Trader den Risikoaufschlag, den sie zuvor diesbezüglich eingepreist hatten, wieder deutlich reduzierten.
Inlandspreise günstiger
Der starke Preisrückgang, zu dem es gestern an den Ölbörsen kam, wirkt sich auch heute Morgen noch auf die regionalen Heizölpreise aus. So können Abnehmerinnen und Abnehmer von Heizöl in der Bundesrepublik aktuell im Vergleich zu Montagvormittag durchschnittlich mit rund -1,10 bis -1,50 Euro pro 100 Liter niedrigeren Preisen rechnen.

Weltpolitische Spannungen sind aktuell immer noch der Haupteinfluss bei den Heizölpreisen. Dementsprechend kam es heute zu einem moderaten Preisrutsch, als der Spannungsherd Iran-USA sich zum Wochenende wieder etwas beruhigte. Damit sind die Preisanstiege der vergangenen Tage schon wieder fast eingeholt, dennoch ist Heizöl aktuell noch immer deutlich teurer als zum Jahreswechsel. Verglichen mit den Vorjahren bleibt ein deutlicher Abwärtstrend bei den Heizölpreisen bestehen.
Kurzfristige Heizölpreisentwicklung
Über die letzten Tage gab es bei den Heizölpreisen ein reges Auf- und Ab. Dadurch ist Heizöl heute im Vergleich zum Freitag knapp -1,85 Euro günstiger als vergangenen Freitag, dabei aber nahezu genauso teuer wie vorherigen Montag. Die allgemeinen kurz- bis mittelfristigen Preisanstiege machen sich jedoch besonders im Vergleich zu Januar-Anfang bemerkbar. Abnehmerinnen und Abnehmer in der Bundesrepublik zahlen heute durchschnittlich +4,31 Euro mehr als am Jahresanfang.
Langfristige Preisentwicklung
Die aktuellen Heizölpreise sind nahezu identisch mit den Zahlen von vor drei Monaten. Gemeinsam mit den deutlichen Preisentwicklungen der letzten Wochen verdeutlicht das nur nochmal, wie volatil die Preisentwicklungen zuletzt wirklich waren. Der allgemeine Abwärtstrend über die Jahre hinweg bleibt weiter vorhanden. So zahlen Abnehmerinnen und Abnehmer im deutschen Bundesgebiet aktuell durchschnittlich -4,59 Euro weniger als vor einem Jahr, und -13,43 Euro weniger als vor 2 Jahren.

Was spricht aktuell für steigende Preise?
– Wetterbedingte Ausfälle in den USA
Die Winterausfälle und Schneestürme in den USA gehen in die nächste Runde. Zu starke Kälte schränkt hier vereinzelt die Ölproduktionen ein und sorgt damit für regionale Engpässe, welche auch den Weltmarkt belasten.
Was spricht aktuell für sinkende Preise?
– Näherungsversuche zwischen USA und Iran
Zwischen den USA und dem Iran kam es in der vergangenen Woche zu hitzigen Diskussionen und Drohungen. Nun versuchen sich beide Seiten friedvoll wieder anzunähern, was erste Sorgen zu den Ölexporten aus dem Nahost-Raum lindert.
– Deutliche Überversorgung am Ölmarkt
Mit allgemeinen Entspannungen am internationalen Ölmarkt rutscht der Fokus wieder ein Stück weit auf die erwartete Überversorgung am Ölmarkt. Diese wird von einigen Instituten auf mehr als 3 Mio. Barrel pro Tag geschätzt, was ein deutliches Überangebot im Vergleich zur Nachfrage verursachen würde.
Die genannten Heizölpreise beziehen sich stets auf den deutschlandweiten Durchschnittspreis bei einer Bestellung von 3.000 Liter Heizöl Standard schwefelarm inklusive 19% MwSt. Außerdem fallen durch Transportkosten die Preise regional unterschiedlich aus. Stand der Preise 02.02.2026
