
Seit fast sieben Wochen ist die Straße von Hormus nun gesperrt, kaum ein Tanker kommt durch, die globale Öl- und Gasversorgung gerät immer mehr unter Druck. Unterdessen haben sich die beiden Kriegsparteien Iran und USA in eine Art Pattsituation hineinmanövriert, die ein schnelles Ende der Krise immer unwahrscheinlicher macht.
Straße von Hormus bleibt blockiert
Wo es vor einigen Wochen noch Hoffnung gab, dass die Straße von Hormus schnell wieder frei befahrbar sein könnte, ist sie jetzt im Grunde sogar noch mehr gesperrt als zuvor, denn auch die USA haben inzwischen eine Seeblockade eingesetzt. Sie versuchen, den Iran daran zu hindern, weiter Öl zu exportieren.
Gleichzeitig hat Donald Trump die geltende Waffenruhe zwischen den Kriegsparteien erst gestern auf unbestimmte Zeit verlängert, während der Iran Washington in der Frage, ob man an Gesprächen teilnehmen möchte, zappeln lässt. Gleichzeitig überziehen sich weiterhin beide Parteien zu gleichen Teilen mit Häme und mit Drohungen.
Ölmarkt ächzt unter ausbleibenden Öl- und Gaslieferungen
Für den globalen Energiemarkt wird die Situation unterdessen immer dramatischer, denn mit jedem Tag, den die Exporte aus der Golfregion ausbleiben, verschärft sich die Angebotsverknappung am Weltmarkt. Üblicherweise werden durch die Straße von Hormus täglich etwa 20 Prozent des täglichen Öl- und Gasbedarfs transportiert.
Preise im Inland wieder teurer
Entsprechend bleiben die börsengehandelten Rohölpreise hoch, die europäische Referenzsorte Brent stieg gestern erstmals seit 10 Tagen wieder nachhaltig über 100 Dollar. Die Inlandspreise orientieren sich damit erneut nach oben. Verbraucherinnen und Verbraucher müssen heute mit Aufschlägen von ca. +1,95 bis +3,45 Euro/100l zu Mittwochmorgen rechnen.

Am späten Dienstagabend kündigte US-Präsident Donald Trump eine Verlängerung der Waffenruhen zwischen den USA und dem Iran rund um die Spannungen im Nahen Osten an. Die Meldung dämpfte die Hoffnungen auf ein zeitnahes Kriegsende etwas ab und sorgte an den Ölbörsen für einen leichten Preisanstieg, insbesondere im Bereich der Ölprodukte.
Verlängerung der Waffenruhe dämpft Optimismus
Als der US-Präsident am späten Dienstagabend eine Verlängerung der Waffenruhen zwischen den USA und dem Iran auf unbestimmte Zeit ankündigte, dämpfte dies den Optimismus der Märkte zu einem baldigen Kriegsende deutlich ab. Während des damit am späten Dienstagabend zu kurzen aber sehr deutlichen Preiserhöhungen kam, flachten diese schon wieder etwas ab, dennoch sind die Preise an den Ölbörsen aktuell noch immer knapp 3 Prozent höher als am Dienstagvormittag.
Für viele Marktteilnehmer stand die Hoffnung, dass vor dem Ende der Waffenruhen ein mögliches Friedensabkommen zwischen dem Iran und den USA zumindest grundsätzlich aufgesetzt wird. Eine Verlängerung der Waffenruhen lässt zwar weiterhin auf eine grundsätzliche Annäherung im Iran-Krieg hoffen, ist jedoch dennoch etwas weniger als viele Marktteilnehmer und Länder sich erhofft hatten.
Auch seitens des Iran kam die Meldung wohl eher überraschend. Vertreter aus Teheran meldeten sich Mittwochvormittag und betonten eine allgemeine Skepsis, da die Ankündigung einer Waffenruhe einseitig und ohne vorherige Absprachen mit dem Iran erfolgte. Teheran zufolge sei man sehr skeptisch zu dem Vorgehen und werde eine allgemeine Alarmbereitschaft aufrecht halten.
Heizöl deutlich teurer erwartet
Mit den deutlichen Preisanstiegen bei den Ölproduktmärkten gibt es auch deutliche Aufschläge bei Heizölkäufen in der Bundesrepublik. Abnehmerinnen und Abnehmer müssen heute deshalb mit moderaten Preiserhöhungen beim Heizölkauf über +5,50 bis +7,00 Euro pro 100 Liter Heizöl im Vergleich zu Dienstagvormittag rechnen. Da die Preise sich im Rahmen der Entwicklungen im Irankonflikt jedoch schnell ändern können, sind diese Angaben ohne Gewähr.

Die zweiwöchige Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran gilt nur noch bis Mitte der Woche. Ob der Iran an der für heute anberaumten zweiten Verhandlungsrunde im pakistanischen Islamabad teilnehmen wird, ist bislang immer noch unklar.
Spannungen hatten über das Wochenende wieder zugenommen
Die Spannungen zwischen den beiden Ländern hatten über das Wochenende wieder zugenommen. Einerseits, weil die USA ihre Seeblockade fortsetzten, was der Iran als Verstoß gegen die Waffenruhe betrachtete und andererseits, weil die US-Streitkräfte am Sonntagabend einen Frachter beschlagnahmten, der in Richtung der iranischen Hafenstadt Bandar Abbas unterwegs gewesen war.
Teheran sah dies als weiteren Akt der Aggression seitens der USA und äußerte Zweifel an der Ernsthaftigkeit der diplomatischen Bemühungen Washingtons. Während es anfangs noch so aussah als würde der Iran definitiv nicht an der zweiten Verhandlungsrunde teilnehmen wollen, deuteten Aussagen hochrangiger Vertreter der Islamischen Republik im Verlauf des Montags darauf hin, dass doch noch Hoffnungen auf weitere Gespräche besteht.
Trump weiterhin überzeugt von Abkommen
US-Präsident Trump zeigte sich am gestrigen Montag in einer Mitteilung auf seiner Kommunikationsplattform Truth Social weiterhin überzeugt davon, dass es ein Abkommen zwischen den USA und Iran geben werde. In derselben Mitteilung verteidigte Trump auch seine Entscheidung, das Atomabkommen, das der Iran 2015 mit den 5+1 Mächten des UN-Sicherheitsrats abgeschlossen hatte, in seiner ersten Amtszeit als Präsident einseitig aufzukündigen.
Pakistan stark um Vermittlung bemüht
Der Vermittler bei den aktuellen Verhandlungen, Pakistan, versuchte am gestrigen Montag noch einmal, alle diplomatischen Register zu ziehen, damit der Iran doch noch an den heute geplanten Gesprächen teilnimmt. Dabei soll Pakistan vor allem versucht haben, die USA von einem sofortigen Ende der Seeblockade zu überzeugen. Aus hochrangigen Kreisen der iranischen Regierung hieß es daher am Nachmittag wieder, man prüfe noch einmal „in positivem Sinne“, ob man eine Delegation nach Islamabad schicken werde.
Heizöl günstiger erwartet
Heute Morgen ist immer noch nicht sicher, ob die Verhandlungen zwischen Teheran und Washington in die zweite Runde gehen. An den Ölbörsen scheint jedoch die Hoffnung zu überwiegen, dass die Gespräche fortgesetzt werden, weswegen die Rohölpreise auf einem etwas niedrigerem Niveau liegen als gestern.
Auch im Inland werden die Preise im bundesweiten Durchschnitt derzeit günstiger erwartet, was allerdings nicht zuletzt auch daran liegt, dass sich der Euro gegenüber dem Dollar im gestrigen Tagesverlauf wieder deutlich erholen konnte. Im Vergleich zu gestern dürfen Verbraucherinnen und Verbraucher bei Heizöl mit einem Preisrückgang von -1,35 bis -1,95 Euro pro 100 Liter rechnen. Dennoch bleibt der Markt stark vom Konflikt im Nahen Osten beeinflusst, weshalb neue Entwicklungen im Krieg unerwartet starken Einfluss auf die Inlandspreise in Deutschland haben können.

Nachdem in der vergangenen Woche mehr und mehr positive Meldungen zu den Entwicklungen im Iran-Konflikt kamen, stieg auch der Optimismus an den Ölmärkten, dass die Lage sich bald wieder beruhigt. Kurz tat sie das auch am Freitag, als die Straße von Hormus geöffnet wurde. Genauso schnell verflog die gute Laune jedoch, als die Lage schon am Samstag eskalierte und die Seestraße wieder gesperrt wurde. Dennoch konnten die Ölbörsen seit letztem Montag moderate Preissenkungen verzeichnen.
Kurzfristige Heizölpreisentwicklung
Mit der plötzlichen, wenn auch kurzen Öffnung der Straße von Hormus am Wochenende kam es an den Ölbörsen zu einem deutlichen Preisrutsch, welcher mittlerweile wieder weitgehend verflogen ist, aber dennoch leichte Rabatte zur Vorwoche mit sich bringt. So zahlen Abnehmer für Heizöl aktuell noch -3,04 Euro weniger als vergangenen Freitag. Dass die komplette letzte Woche von Preisrückgängen markiert war, zeigt der Vergleich mit den Ölpreisen von vor eine Woche, zu welchem aktuell Abschläge von -16,35 Euro gemeldet werden. Und auch mit dem Vormonatswert verglichen sind die aktuellen Heizölpreise für Abnehmer -19,61 Euro günstiger als am 20. März.
Langfristige Preisentwicklung
Die langfristige Preisentwicklung macht weiterhin deutlich, wie viel Höher die aktuellen Preise im Vergleich zu den letzten Monaten und Jahren sind. So zahlen Abnehmer von Heizöl aktuell +39,68 Euro mehr als zur Vorsaison im Januar. Und auch mit den vorherigen beiden Jahreswerten verglichen sind die aktuellen Preise in der Bundesrepublik noch immer deutlich teurer. So zahlen Käufer von Heizöl aktuell +41,80 Euro mehr als noch vor einem Jahr, und +29,30 Euro mehr als im April 2024.

Was spricht aktuell für steigende Preise?
– Spannungen im Irankonflikt verschärfen sich
Im Irankonflikt setzt sich das Hin und Her zwischen Ruhen und Entgegenkommen, aber auch Eskalationen und scharfen Worten aller Seiten fort. Das hält die Anleger und Märkte unsicher und sorgt für höhere Ölpreise aufgrund größerer Sorgen und Risikoaufschläge zu Versorgungsengpässen.
– Sanktionsausnahmen für iranisches Öl abgelaufen
Bis vergangene Woche galten noch Sanktionsausnahmen für iranisches Öl, welches sich vor dem 20. März bereits auf den Weltmeeren befand. Diese Ausnahmen sind mittlerweile abgelaufen und beschränken entsprechend die risikofrei-kaufbaren Ölmengen.
Was spricht aktuell für sinkende Preise?
– Fragile Waffenruhen im Nahen Osten
Während die Spannungen im Nahen Osten weiter anhalten, gelten prinzipiell noch immer Waffenruhen zwischen Libanon und Israel sowie zwischen den USA und dem Iran. Besonders letztere soll aktuellen Plänen zufolge jedoch Mittwochnacht auslaufen.
– Ölkartell-Untergruppe OPEC+ beschließt Förderanhebung um 206.000 B/T
Aufgrund der Exporteinbrüche aus dem Nahen Osten will die OPEC+, eine Gruppe ölproduzierender Länder außerhalb der USA, ihre Produktionen ab Mai um insgesamt 206.000 Barrel pro Tag anheben. Letztlich sind diese Produktionsanstiege jedoch nur ein Tropfen inmitten der blockierten Exportmengen von weit mehr als 10 Millionen Barrel pro Tag.
Die genannten Heizölpreise beziehen sich stets auf den deutschlandweiten Durchschnittspreis bei einer Bestellung von 3.000 Liter Heizöl Standard schwefelarm inklusive 19% MwSt. Außerdem fallen durch Transportkosten die Preise regional unterschiedlich aus. Stand der Preise 20.04.2026

Aus dem Nahen Osten und den USA häufen sich immer wieder Stimmen, denen zufolge ein Kriegsende allgemein wünschenswert sei. Dennoch zeigen alle betroffenen Parteien weiterhin ihre Zähne. Während die Ölbörsen dadurch allgemein von Unsicherheiten geprägt sind, bleiben allgemein Hoffnungen und Optimismus auf ein baldiges Ende des Konflikts bestehen.
Waffenruhe zwischen Libanon und Israel fragil
Am gestrigen Donnerstag verkündete US-Präsident Donald Trump, dass sich Israel und Libanon auf einen 10-tägigen Waffenstillstand geeinigt hätten. Da die Hisbollah-Miliz als einer der engsten Verbündeten des Irans besonders im Libanon aktiv ist, könnte eine potentielle Waffenruhe die Verhandlungen zwischen USA und Iran deutlich vereinfachen.
Wie fragil eine solche Waffenruhe sein kann, zeigte sich jedoch schon wenige Stunden nach ihrem Beginn, als die libanesische Armee direkt eine angebliche Verletzung der Waffenruhe durch israelische Streitkräfte meldete. In direkter Konsequenz führte die Hisbollah einen Vergeltungsschlag gegen israelische Soldaten durch.
Trump will mit dem Iran auf Abkommen statt Waffenruhe setzen
Währenddessen ist sich US-Präsident Trump, trotz häufiger Anstachelungen zwischen den Parteien, sicher, dass eine verlängerte Waffenruhe mit dem Iran nicht nötig sein wird. Stattdessen geht er davon aus, dass es schon „ziemlich bald“ ein vollständiges Abkommen geben wird, möglicherweise noch dieses Wochenende. Sollte es nicht klappen, will er jedoch auch weitere Waffenruhen in Betracht ziehen.
Zwar ist es nichts ungewöhnliches, dass der US-Präsident voreilige Aussagen trifft und diese gerne nochmal situativ bedingt revidiert. Dennoch sorgt der allgemeine Optimismus auch bei den Marktteilnehmern für Hoffnungen, weshalb die Preislage zwar weiterhin angespannt bleibt, aber dennoch deutlich entspannter als es einige Experten aufgrund der Schwere der Situation einschätzen würden.
Heizöl etwas teurer erwartet
Die anhaltenden Unsicherheiten am Ölmarkt halten die Preisentwicklungen allgemein angespannt, wobei der allgemeine Optimismus aktuell vor scharfen Preisspitzen schützt. In direkter Folge werden in der Bundesrepublik aktuell leichte Schwankungen im Heizölpreis über -0,10 bis +0,90 Euro pro 100 Liter im Vergleich zu Donnerstagvormittag erwartet. Dennoch bleibt der Markt stark vom Konflikt im Nahen Osten beeinflusst, weshalb Entwicklungen im Krieg unerwartet starken Einfluss auf die Inlandspreise in Deutschland haben können.

Der Iran-Krieg bleibt weiterhin das Kernthema am Energiemarkt. Immer noch müssen sich die Marktteilnehmer fragen, wann die Straße von Hormus für den internationalen Schiffsverkehr wieder frei sein wird und ob Washington und Teheran den Krieg auf diplomatischem Wege beenden können.
Straße von Hormus bleibt gesperrt
Seit Beginn des Krieges am Persischen Golf sind die Exporte aus der Region wegen der Sperrung der wichtigen Meerenge quasi zum Erliegen gekommen. Zunächst hatte nur der Iran die meisten Schiffe an der Durchfahrt gehindert und gleichzeitig seine eigenen Ölexporte fortgesetzt. Doch seit Montag blockieren nun auch die USA die Passage, mit dem Ziel, die iranischen Ausfuhren zu stoppen.
Zwar hält die fragile Waffenruhe, auf die sich beide Seiten letzte Woche geeinigt hatten, doch die Drohspirale hat sich dennoch wieder in Gang gesetzt. So hieß es gestern vom Kommandeur der iranischen Streitkräfte, Generalmajor Ali Abdollahi, man werde nicht nur die Im- und Exporte im Persischen Golf und dem Omanischen Meer zu verhindern suchen, sondern auch im Roten Meer, sollten die USA mit ihrer Seeblockade fortfahren.
Iran droht mit Intervention im Roten Meer
Gerade Saudi-Arabien hatte in den vergangenen Wochen seine Ölexporte über den Exporthafen Yanbu am Roten Meer deutlich aufgestockt – als Alternativroute zur Straße von Hormus. Das Königreich war damit so ziemlich das einzige Land in der Region, dass seine Ausfuhrmengen auf relativ hohem Niveau halten konnte. Sollte der Iran nun auch im Roten Meer intervenieren, hat auch der größte OPEC-Produzent keine Alternative mehr, um sein Öl loszuwerden.
Hoffnung auf Verhandlungslösung wird kleiner
Die neuen Drohungen liefern nicht gerade die besten Voraussetzungen für die möglichen neuen Verhandlungen, die angeblich noch diese Woche fortgesetzt werden sollen. Am gestrigen Mittwoch soll eine Delegation um den Chef der pakistanischen Streitkräfte in Teheran eingetroffen sein, die der iranischen Regierung unter anderem die US-Vorschläge für ein Abkommen überbrachte.
Während die USA von der Forderung nach einer Aufgabe der Uran-Anreicherung nicht ablassen dürften, gab US-Präsident Trump am gestrigen Mittwoch an, er wolle Israel davon überzeugen, auch den Libanon in die Waffenruhe mit einzubeziehen – eine Bedingung, die Iran wichtig ist. Israels Premierminister Netanjahu hatte zuletzt noch mitgeteilt, die israelischen Angriffe auf Stellungen der Hisbollah im Libanon würden fortgesetzt werden.
Inlandspreise
An der Preisentwicklung der letzten Tage zeigt sich, dass die Hoffnungen auf eine friedliche Lösung und eine schnelle Öffnung der Straße von Hormus allmählich schwinden, denn die börsengehandelten Rohölpreise haben zuletzt wieder zugelegt. Dies zeigt sich auch bei den Inlandspreisen, wo sich Verbraucherinnen und Verbraucher auch heute wieder auf deutliche Preisaufschläge von ca. +1,10 bis +2,10 Euro/100l zu Mittwochvormittag einstellen müssen.

Auch wenn die Spannungen zwischen Iran und USA weiterhin bestehen bleiben, zeigen beide Seiten allgemeine Versuche sich aneinander anzunähern. Während Teheran auf vorsichtige Annäherungen setzt, erhöht Washington den Druck und lässt Sanktionsausnahmen für iranisches Öl auslaufen. Experten und Marktteilnehmer hoffen, dass sich die Parteien stärker aneinander annähern, was die Preise an den Ölbörsen in direkter Folge etwas sinken lässt. Dennoch bleiben alle Seiten angespannt und auch in Europa häufen sich die Sorgen vor Ölprodukt-Engpässen.
Iran-USA-Spannungen: Zwischen Annäherungen und US-Strenge
Der Konflikt im Nahen Osten setzt sich weiter fort und die Exporte durch die zentrale See-Handelsroute in Nahost, die „Straße von Hormus“, sind seit Wochenbeginn noch weiter eingebrochen als schon in den letzten Wochen. Es scheint jedoch, als wollen sowohl die USA als auch der Iran sich an neuen Friedensgesprächen und Abkommen versuchen. Um diese besser abzusichern, melden Insider, dass der Iran einen vorläufigen Exportstopp durch die Straße von Hormus in Betracht zieht, um dadurch mögliche Spannungen mit den USA zu reduzieren.
Seitens der USA galten in den letzten 4 Wochen Sanktionsausnahmen für den Kauf von bereits verladenem, iranischen Öl, was den offenen Handel mit solchen Waren deutlich vereinfachte. Diese Ausnahmen sollen nun nicht verlängert werden, ob aus Prinzipientreue oder als Druckmittel gegen den Iran bleibt jedoch offen. Aber auch seitens US-Präsident Trump hofft man auf zeitnahe Verhandlungen mit Teheran, seinen Aussagen zufolge vielleicht schon „im Verlauf der nächsten zwei Tage“.
Konsequenzen der Nahost-Exporteinschränkungen in Europa sichtbar
Während die Versorgung mit Öl und Ölprodukten Aussagen der EU-Kommission zufolge flächendeckend noch völlig ausreichend für die aktuelle Situation ist, kämpft die Bevölkerung nicht nur mit enormen Preisen für Öl und dessen Produkte. Lokal bedingt kommt es in den ersten Städten und auch Ländern zu Produktknappheiten, insbesondere bei Kerosin und Diesel machen sich diese Knappheiten bemerkbar. Eine echte Krise sei der Kommission zufolge jedoch noch nicht zu befürchten.
Der EU-Flughafenverband meldet dennoch dringenden Bedarf an Kerosinzulieferungen, da die aktuellen Liefereinschränkungen aus dem Nahen Osten in wenigen Wochen und spätestens mit der Urlaubssaison im Sommer ernste Probleme verursachen könnten. Italien ist bereits von ersten Flugausfällen und Tanklimitierungen bei Flugzeugen betroffen. Europaweit häufen sich zudem Meldungen von lokal bedingten Dieselknappheiten, was zum Beispiel in Slowenien schon für Rationierungen von erlaubten, täglichen Tankmengen gesorgt hat. In Deutschland ist die Versorgung insgesamt noch stabil.
Heizölpreis sinkt weiter
Während die Spannungen zur Versorgung und der allgemeinen Krisensituation im Nahen Osten die Märkte in grundsätzlicher Anspannung halten, sorgen die Näherungsversuche und erwarteten, zeitnahen Gespräche zwischen den USA und dem Iran für Optimismus an den Märkten. In direkter Konsequenz sinken auch die Heizölpreise in Deutschland. So werden in der Bundesrepublik aktuell durchschnittliche Abschläge über -5,05 bis -6,55 Euro pro 100 Liter Heizöl im Vergleich zu Dienstagvormittag erwartet.

Hatte es noch am Wochenende so ausgesehen, als seien die Gespräche zwischen den USA und Iran gescheitert, sieht es mittlerweile bereits wieder danach aus, als wollten die beiden Parteien doch wieder an den Verhandlungstisch zurückkehren. An den Ölbörsen spiegelte sich diese Entwicklung bereits gestern Abend in einem Preisrückgang wider.
US-Blockade iranischer Schiffe begann Montagabend
In einem Interview gab US-Präsident Donald Trump am gestrigen Montag an, Washington sei „von den richtigen, den zuständigen Personen kontaktiert [worden], und sie wollen eine Einigung erzielen.“ Um wen es sich bei den Personen handelte, behielt Trump allerdings für sich. Aus Teheran wurde das Interesse an einer Fortsetzung der Gespräche wenig später bestätigt.
Am Wochenende hatten sich beide Seiten noch mangelnden Willen an richtigen Verhandlungen vorgeworfen. Seit Montagabend blockieren die USA mit Kriegsschiffen nun die iranischen Häfen, was wohl dazu beigetragen haben dürfte, dass sich Teheran wieder zu Verhandlungen bereit zeigte.
Pakistan schlägt zweite Verhandlungsrunde in Islamabad vor
Die Nachrichtenagentur AP meldete heute unter Berufung auf zwei pakistanische Regierungsvertreter, Pakistan habe Washington und Teheran eine zweite Verhandlungsrunde in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad vorgeschlagen. Diese solle möglichst noch vor Auslaufen der Waffenruhe am 22. April stattfinden. Am vergangenen Freitag hatten sich die Delegationen der USA und Irans für die ersten Gespräche ebenfalls in Islamabad zusammengefunden.
Inlandspreise
Auch wenn die neue US-Blockade die Durchfahrt der Meerenge „Straße von Hormus“ weiter einschränkt als sie es in den letzten Wochen schon war, sorgen die Hoffnungen auf neue Verhandlungen für etwas Entspannung am Ölmarkt. Das lässt in direkter Folge die Preise an den Ölbörsen, und damit auch bei Ölprodukten sinken. Abnehmer in Deutschland profitieren davon und können aktuell mit Abschlägen über -7,15 bis -8,75 Euro pro 100 Liter gegenüber Montagvormittag rechnen

Die Konflikte und Diskussionen im Nahen Osten heizen sich weiter auf. Nach Iran-geführten Blockaden und einer kurzen Waffenruhe soll nun eine Blockade der iranischen Exporte durch die USA folgen. Das ständige Durcheinander zu Frieden und Eskalationen, während mitunter durch Israel weiter Angriffe stattfinden, sorgt für Chaos bei den Ölbörsen und lies die Rohölpreise zuletzt wieder ansteigen.
Kurzfristige Heizölpreisentwicklung
Zum Wochenstart wurden erneut Preisanstiege an den globalen Ölbörsen gemeldet. Das sorgte aufgrund des starken Einfluss auf die weltweiten Rohöl- und Ölproduktmärkte auch für höhere Heizölpreise in der Bundesrepublik. Diese liegen derzeit +4,48 Euro höher als vergangenen Freitag. Im Vergleich zum Vorwochenbeginn gab es dennoch erhebliche Preisrückgänge von -9,92 Euro, da die gestartete Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran in der Theorie noch fortbesteht. Gegenüber Mitte März kostet Heizöl aktuell +14,26 Euro mehr.
Langfristige Preisentwicklung
Die langfristige Preisentwicklung verdeutlicht weiterhin den erheblichen Preisanstieg im Rahmen des Nahost-Konflikts. So kosten 100 Liter Heizöl derzeit durchschnittlich rund +60,50 Euro mehr als noch zu Jahresbeginn. Im direkten Vergleich zu April 2025 stieg der Heizölpreis für die selbe Abnahmemenge um etwa +62,40 Euro, gegenüber April 2024 zahlen Abnehmer aktuell +44,37 Euro Aufschlag.

Was spricht aktuell für steigende Preise?
– USA plant Blockade der Iran-Exporte durch Straße von Hormus
Nachdem der Iran zuletzt die Durchfahrt durch die Seeroute der Straße von Hormus im Nahen Osten erheblich einschränkte, will nun die USA die Exporte des Irans ebenfalls blockieren. Genaue Pläne hierzu sollen noch Montagnachmittag öffentlich gemacht werden.
– Iran-USA-Verhandlungen vorerst fehlgeschlagen
Nachdem potentielle Friedensverhandlungen zwischen den USA und dem Iran am Samstag nach kurzer Zeit wieder abgebrochen wurden, meldet die USA zwar Offenheit für neue Verhandlungen, akzeptiere es jedoch auch, wenn ein „verzweifelter“ Iran nicht an den Verhandlungstisch zurückkehren wolle.
Was spricht aktuell für sinkende Preise?
– Ölkartell OPEC+ beschließt Förderanhebung für Mai
Eine Untergruppe des Ölkartells OPEC kündigte geplante Ölproduktionsanstiege von +206.000 B/T für Mai an. Während dies einen kleinen Teil der schwächelnden Exporte aus dem Nahen Osten auffangen könnte, wird der echte Nutzen der Produktionsanstiege durch die Märkte eher als Tropfen auf dem heißen Stein angesehen.
Die genannten Heizölpreise beziehen sich stets auf den deutschlandweiten Durchschnittspreis bei einer Bestellung von 3.000 Liter Heizöl Standard schwefelarm inklusive 19% MwSt. Außerdem fallen durch Transportkosten die Preise regional unterschiedlich aus. Stand der Preise 13.04.2026

Eigentlich hatte der Iran die Straße von Hormus bereits im Zuge des zweiwöchigen Waffenstillstands wieder freigeben sollen. Die Fortsetzung der israelischen Angriffe auf den Libanon führten allerdings dazu, dass Teheran kurz nach der Waffenruhe mitteilte, man werde die Durchfahrt durch die Meerenge für internationale Schiffe doch wieder einschränken. Alle Hoffnungen liegen nun auf den heutigen Verhandlungen in Pakistan.
Iran will maximal 15 Schiffe pro Tag erlauben
Aus iranischen Insiderkreisen hieß es zudem, Teheran werde während des Waffenstillstands pro Tag „weniger als 15 Schiffe die Straße von Hormus passieren“ lassen. Eine anonyme Quelle führte aus: „Diese Durchfahrt ist strikt an die Zustimmung Irans und die Einhaltung eines spezifischen Protokolls gebunden. Dieser neue, unter der Aufsicht der Revolutionsgarden stehende regulative Rahmen wurde den regionalen Akteuren offiziell mitgeteilt. Eine Rückkehr zum Vorkriegsstatus quo ist ausgeschlossen.“
Von einer Öffnung der Straße von Hormus für den internationalen Schiffsverkehr kann bislang also wahrlich nicht die Rede sein und so bleiben die Angebotssorgen am Ölmarkt vorerst weiter bestehen. Nach wie vor stecken mindestens 800 Schiffe im Persischen Golf fest, zählt man jene mit, die auf der anderen Seite auf die Durchfahrt warten, sind es annähernd 2.000 Schiffe.
Alle Augen auf Islamabad
Die Weltöffentlichkeit blickt deshalb heute mit großer Spannung auf Pakistan, wo in der Hauptstadt Islamabad erstmals seit Kriegsausbruch Verhandlungen geführt werden sollen. Noch ist allerdings unklar, ob diese tatsächlich heute starten, oder – laut Weißem Haus – erst am Samstag. Angesichts der vielen Vorwürfe und Drohungen, die sowohl von iranischer, als auch von US-Seite im Vorfeld laut wurden, dürfte es wohl schon als Erfolg gewertet werden, dass die Gespräche noch nicht abgesagt wurden.
Dabei hatte sich auch Donald Trumps Unmut an Irans Umgang mit der Straße von Hormus entzündet. Er warf Teheran bei der versprochenen Öffnung der Meerenge „sehr schlechte Arbeit“ vor, die man auch als „unredlich“ bezeichnen könne. Zudem kritisierte er das vom Iran geforderte Maut-System und warnte den Iran, besser keine Gebühren für die Passage durch die Seestraße zu erheben. Es bleibt nun abzuwarten, ob sich bei den kommenden Verhandlungen eine Lösung finden lässt.
Inlandspreise wieder etwas höher
Die Waffenruhe im Nahen Osten steht auf äußerst wackeligen Beinen und die Durchfahrt durch die Straße von Hormus bleibt faktisch blockiert. Entsprechend klettern die Ölpreise zum Ende der Woche wieder und ziehen auch die Inlandspreise wieder mit nach oben. Verbraucherinnen und Verbraucher müssen sich deshalb auf durchschnittlich +3,05 bis +4,05 Euro pro 100 Liter im Vergleich zu gestern Vormittag einstellen. Aufgrund der hohen Unsicherheit am Markt muss allerdings weiterhin mit Volatilität und je nach Region mit Abweichungen gerechnet werden.
