
Die Unsicherheiten an den Ölmärkten aufgrund des anhaltenden Nahost-Konflikts bleiben weiter bestehen und sorgen für Unsicherheiten und Unruhen. Das merken Verbraucher wie Börsen gleichzeitig an erheblich gestiegenen Preisen bei Erdöl und dessen Produkten. Um den Preisdruck etwas zu lindern, will die USA nun die Sanktionen für russisches Öl lockern, sofern sich ebendieses Öl bereits frei auf dem Meer befindet.
USA lockert Sanktionen gegen russisches Öl
Da die Ölpreise weltweit weiterhin durch die Decke gehen, und bisherige Maßnahmen bestenfalls nur kurze und leichte Beruhigung in die Situation bringen konnte, will die USA als nächstes ihre Sanktionen gegen russisches Öl lockern. So soll es seitens der USA für 30 Tage gestattet sein, Öl zu kaufen, welches aus Russland kommt aber vor dem 12. März auf Schiffe verladen wurde. Die Freigabe endet am 11. April und gilt nicht für Öl, welches noch verladen und verschifft werden muss.
Vergangene Woche erst gab US-Präsident Trump genau diese Ölimporte für Indien frei, jetzt sind sie eben auch für den restlichen globalen Markt freigegeben. Besonders am asiatischen markt könnte dies für einen Moment der Entspannung sorgen, da diese seit den Exporteinbrüchen des Nahen Osten teils mehr als 40% ihrer Ölversorgung in Gefahr sehen.
Wichtig ist jedoch, nur weil die USA die Käufe von russischem Öl freigeben, heißt das nicht dass auch Europa dabei mitzieht. Ganz im Gegenteil, EU-Vertreter warnten schon Anfang der Woche vor Sanktionslockerungen gegen Russland und sprachen sich dagegen aus. Insbesondere die Ukraine betont, dass eine Lockerung von Kriegssanktionen einem Entgegenkommen in Russlands Angriffskrieg gleichkommen kann. Entsprechend sind die Käufe russischen Öls und dessen Produkte zwar international seitens der USA gestattet, aber nicht aus Sicht der EU.
Heizölpreise inmitten anhaltender Schwankungen
Das Auf- und Ab der Ölpreise, darunter auch Produkte wie Heizöl, setzt sich auch heute weiter fort. Regelmäßige Ankündigungen, Lockerungen und Verschärfungen machen Preiseinschätzungen immer schwieriger und können sich innerhalb weniger Minuten wieder ändern. Rein rechnerisch wird für den Heizölpreis aktuell eine Abweichung von -1,45 bis +0,55 Euro pro 100 Liter im Vergleich zu Donnerstagvormittag erwartet. Aufgrund der anhaltend starken Volatilität kann es jedoch je nach Region und Uhrzeit zu deutlichen Abweichungen kommen.

München (ots) – Die Kraftstoffpreise in Deutschland sind im Wochenverlauf steil nach oben gegangen. Zu spüren bekommen die dramatische Verteuerung besonders die Diesel-Fahrer, deren Kraftstoff innerhalb einer Woche um 27,1 Cent je Liter gestiegen ist. Aber auch Benzin hat sich massiv verteuert: Super E10 kostet aktuell 14,8 Cent mehr als in der Vorwoche. Wie der ADAC in seiner wöchentlichen Auswertung der Kraftstoffpreise in Deutschland ermittelt hat, muss man derzeit für einen Liter Super E10 im bundesweiten Mittel 2,045 Euro (Preis in der Vorwoche 1,897 Euro) bezahlen. Diesel kostet im Schnitt 2,188 Euro (Vorwoche 1,917 Euro) und hat den Benzinpreise sehr deutlich überholt. Damit liegen die Preise beider Kraftstoffsorten gleichzeitig über der Marke von zwei Euro je Liter. Dies war letztmals am 7. September 2022 der Fall.
Der Ölpreis ist nach einem zwischenzeitlichen Sprung vor zwei Tagen auf zeitweise sogar über 120 US-Dollar je Barrel wieder auf niedrigerem Niveau und liegt derzeit im Bereich von 90 US-Dollar. Angesichts dieser Entspannung auf dem Rohölmarkt erwartet der ADAC, dass die Mineralölkonzerne die Spritpreise ohne Zeitverzug an die günstigeren Rahmenbedingungen anpassen und Kraftstoffe spürbar preiswerter anbieten. Wieder einmal hat sich gezeigt, dass höhere Ölpreise zu einer sehr schnellen Verteuerung an den Zapfsäulen führen können, eine Entspannung beim Rohöl jedoch oftmals langsamer an die Verbraucher weitergegeben wird.
Nach Meinung des ADAC muss die Politik eine vorübergehende Absenkung der Energiesteuer auf Kraftstoffe prüfen. Ziel muss sein, die zusätzlichen finanziellen Belastungen der Autofahrerinnen und Autofahrer für die Dauer der Krise zu begrenzen. Diesel könnte auf den EU-Mindeststeuersatz für Energie abgesenkt und Benzin vergleichbar reduziert werden. Das würde für ca. 15 Cent Entlastung je Liter Kraftstoff sorgen. Wichtig ist in jedem Fall, dass eine Entlastung vollumfänglich bei den Autofahrerinnen und Autofahrern ankommt.

Der ADAC empfiehlt, sich vor dem Tanken über die Spritpreise an den Tankstellen in der Nähe zu informieren. Eine praktische Hilfe bei der Suche nach günstigen Tankstellen bietet die Spritpreis-App „ADAC Drive“. Hier lassen sich rund um die Uhr die aktuellen Preise an den mehr als 14.000 Tankstellen in Deutschland vergleichen.
Ausführliche Informationen zum Kraftstoffmarkt und aktuelle Preise gibt es unter www.adac.de/tanken.
Pressekontakt:
ADAC Kommunikation
T +49 89 76 76 54 95
aktuell@adac.de
Original-Content von: ADAC, übermittelt durch news aktuell
Quelle: https://www.presseportal.de/
Bildquelle: ADAC e.V.

Seit 11 Tagen herrscht nun schon Krieg am Persischen Golf. Genauso lange ist die Straße von Hormus, durch die sonst täglich ein Fünftel des weltweiten Ölbedarfs transportiert wird, gesperrt. Der Iran lässt kaum noch Schiffe passieren, die meisten riskieren die Durchfahrt erst gar nicht. Nun haben die USA nach eigenen Angaben mehrere iranische Minenlegeboote attackiert und ausgeschaltet. Zuvor hatte Donald Trump den Iran vor dem Legen von Wasserminen in der Meerenge gewarnt.
USA zerstören 16 iranische Minenlegerboote
Das US-Militär teilte noch gestern Abend mit, Streitkräfte hätten mehrere iranische Marineschiffe, darunter 16 sogenannte Minenleger, nahe der Straße von Hormus zerstört. Zudem veröffentlichte es Videomaterial, auf dem die Angriffe zu sehen sein sollen. Zuvor hatte es widersprüchliche Medienberichte von CNN und CBS gegeben, denen zufolge der Iran begonnen habe, Unterwasserminen in der Region zu legen.
Donald Trump drohte dem Iran über Social Media: „Sollten aus irgendeinem Grund Minen ausgelegt worden sein und diese nicht unverzüglich entfernt werden, wird dies für Iran militärische Konsequenzen in einem bisher nie dagewesenen Ausmaß haben“. Ihm lägen aber keine Berichte darüber vor, dass bereits Seeminen verlegt seien, so Trump. Er fügte an, dass die USA dieselben Methoden einsetzen würden wie gegen den Drogenhandel, um „alle Boote oder Schiffe, die versuchen, Minen in der Straße von Hormus zu legen, dauerhaft zu eliminieren“.
Verminung wäre Katastrophe für den Ölmarkt
Zur Stunde ist unklar, ob der Iran tatsächlich schon erste Unterwasserminen in der Region gelegt hat oder nicht. Sicher ist, dass eine solche Maßnahme für den globalen Ölhandel eine katastrophale Nachricht wäre, denn sie würde die Passierbarkeit der Straße von Hormus auf unbestimmte Zeit extrem gefährlich machen. Selbst im Falle einer Kapitulation des Iran wäre die Wiederaufnahme der Exporte durch die Wasserstraße damit erschwert und die Risikoprämie würde erhöht bleiben.
Inlandspreise
Trotz der immanenten Gefahr einer langwierigen Unterbrechung der Ölexporte gaben die Ölbörsen gestern noch einmal etwas nach, so dass auch bei den Inlandspreisen heute mit leichten Abschlägen gerechnet werden kann. Rein rechnerisch dürften 100 Liter Heizöl im bundesweiten Durchschnitt etwa -1,35 bis -2,35 Euro weniger kosten als gestern. Aufgrund der extremen Preisvolatilität kann es aber je nach Region auch zu starken Abweichungen von diesen Schätzungen kommen.

Der Iran-Krieg und seine Folgen für den Ölmarkt sorgen weiterhin für viel Volatilität bei den international gehandelten Rohölpreisen. Entsprechend legten auch die Heizölpreise im Bundesgebiet gestern eine regelrechte Achterbahnfahrt hin. Nach einem frühen Preisanstieg fielen die Preise im Tagesverlauf um fast 20 Euro pro 100 Liter.
Trump verspricht Kriegsende und Sanktionslockerungen
Am Montagabend hatte vor allem ein Kommentar von Donald Trump für Abwärtsdynamik gesorgt, denn er bezeichnete den Krieg im Iran als „so gut wie beendet“ und stellte gleichzeitig Sanktionslockerungen gegen Russland in Aussicht. Damit könnte russisches Öl einen Teil der Angebotsausfälle aus dem Nahen Osten auffangen. Konkrete Angaben machte der US-Präsident aber wie üblich nicht.
Bereits am Montagnachmittag hatten die G7 Staaten, bestehend aus Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Japan, Kanada und den USA, über eine mögliche Freigabe aus den strategischen Notreserven diskutiert. Diese sind für den Fall angelegt, um Angebotsschocks durch geopolitische Verwerfungen oder Naturkatastrophen aufzufangen.
G7 sieht noch keine Notwendigkeit für Notreserven
Allerdings entschieden die G7 Nationen gestern in Absprache mit der Internationalen Energieagentur (IEA), die die Notreserven verwaltet, dass eine solche Maßnahme noch nicht nötig sei. Obwohl damit erst mal kein zusätzliches Öl auf den Markt kommt, schien die Entscheidung an die Märkte doch das Signal zu senden, dass die Lage noch nicht so dramatisch ist, wie man noch am Montagmorgen fürchtete.
Volatilität dürfte hoch bleiben
Insgesamt wird die Lage aber aller Voraussicht nach volatil bleiben. Entgegen der Aussagen des US-Präsidenten scheint ein Ende des Krieges am Persischen Golf nicht wirklich spürbar und mehr und mehr ölproduzierende Länder in der Region müssen ihre Förderung drosseln. Da die wichtigste Exportroute durch die Straße von Hormus weiterhin komplett gesperrt bleibt, werden die Lagerkapazitäten immer knapper, so dass die Ölpumpen still stehen müssen.
Inlandspreise
Auch bei den Inlandspreisen sind die starken Preisschwankungen spürbar und die durchschnittlichen Heizölpreise weisen starke Spannen auf – je nach Region können die Preisunterschiede aktuell bis zu 6 Euro betragen. Im Bundesdurchschnitt kann allerdings heute im Vergleich zu Montagmorgen mit einem Abschlag von etwa -15,90 bis -13,90 Euro pro 100 Liter Heizöl gerechnet werden.

Der aktuelle Krieg rund um den Iran geht in den mittlerweile zehnten Tag. Die Preisrallye am Ölmarkt, die seit dem Start des Konflikts die Preise für Erdöl und dessen Produkte in die Höhe reißt, setzt sich damit auch weiter fort. Vereinzelt rechnen Experten bereits damit, dass in kürzester Zeit ein Preisniveau wie zum frühen Beginn des Russland-Ukraine-Konflikts erreicht wurden, als die Heizölpreise in der Bundesrepublik kurzzeitig über 180 Euro je 100 Liter ragten.
Kurzfristige Heizölpreisentwicklung
Da knapp 20% des weltweiten Ölbedarfs durch die Straße von Hormus transportiert werden, und diese im Rahmen des Nahostkonflikts nahezu komplett gesperrt ist, schießen die Ölpreise am Weltmarkt derzeit erheblich in die Höhe. So stiegen die Preise für Heizöl in der Bundesrepublik über das Wochenende hinweg um +10,97 Euro bzw. +8,2 Prozent. Verglichen zu vor einer Woche zahlen Abnehmerinnen und Abnehmer von Heizöl aktuell +31,12 Euro mehr, und im Vergleich zu vor einem Monat ganze +49,91 Euro mehr, entsprechend einem Preisanstieg von +52,2 Prozent seit Anfang Februar.
Langfristige Preisentwicklung
Betrachten wir die längerfristige Preisentwicklung, zeichnet sich das Ausmaß der aktuellen Heizölpreis-Anstiege mittlerweile sehr deutlich ab. So zahlen Käufer von Heizöl derzeit +56,61 Euro mehr als vergangenen Dezember, entsprechend Aufschlägen von +63,7 Prozent. Blicken wir auf die vergangenen Jahre, stieg der Preis des Heizmittels im Vergleich zu Anfang März 2025 um +51,79 Euro, und auch gegenüber März 2024 stiegen die Kosten um mittlerweile +42,28 Euro, bzw. +41,0 Prozent.

Was spricht aktuell für steigende Preise?
– Angriffe in und um den Iran
Die militärischen Auseinandersetzungen im Nahen Osten setzen sich fort. Dabei werden besonders im Iran aber auch in anderen, nahen Ländern immer wieder Ölanlagen und Lagertanks beschädigt. Doch nicht nur Krieg und Konflikt beschädigen direkt die Produktion.
– Mehrere Golfstaaten drosseln Ölförderung aufgrund Lagerknappheit
Auch ein Mangel an freien Speicherkapazitäten sorgt dafür, dass einige Produktionen eingestellt werden müssen, da das geförderte Rohöl kaum mehr gelagert werden kann. Diese Produktionen wieder hochzufahren, sobald die Exporte aus dem Nahen Osten fortgesetzt werden, könnte einige Wochen dauern und das verkaufbare Ölangebot mittelfristig schädigen.
– Durchfahrt der Straße von Hormus gestoppt
Die Straße von Hormus, eine zentrale Exportstrecke im Schiffverkehr im Nahen Osten, durch welche täglich rund 20% der Ölexporte laufen, wird derzeit durch den Iran gesperrt und darf nicht passiert werden. Dadurch steht ein großer Teil der weltweiten Ölversorgung still, was das verfügbare Ölangebot erheblich strapaziert.
Was spricht aktuell für sinkende Preise?
– G7-Staaten wollen um Nutzung strategischer Ölreserven beraten
Während mehrere Institute vergangene Woche noch von der Nutzung der strategischen Ölreserven zur Entlastung der Märkte abrieten, soll nun doch über deren Freigabe beraten werden. Genauere Infos werden sich im Lauf des heutigen Montagmittags ergeben.
Die genannten Heizölpreise beziehen sich stets auf den deutschlandweiten Durchschnittspreis bei einer Bestellung von 3.000 Liter Heizöl Standard schwefelarm inklusive 19% MwSt. Außerdem fallen durch Transportkosten die Preise regional unterschiedlich aus. Stand der Preise 09.03.2026

Die erste laufende Woche des Irankonflikts neigt sich dem Ende und die Märkte sind weiterhin angespannt. Die Ölversorgung ist aktuell im großen und ganzen noch einigermaßen stabil, die ausbleibenden Exporte sorgen jedoch bald nicht nur für Ölmangel bei den Importen, sondern lassen auch die Exporthäfen überfüllen. In direkter Folge kann es passieren, dass bei ausbleibenden Exporten bald mehr Ölproduktionen abgestoppt werden müssen.
Überfüllte Ölspeicher im Nahen Osten erwartet
Der Mangel an Exporten im Nahen Osten durch die weiterhin gesperrte, zentrale Transportroute „Straße von Hormus“ sorgt bei einigen Ländern und Ölproduzenten bereits für volle Öltanks. Denn wo kein verladen, verschifft und exportiert werden kann, muss die Ware erstmal in die Vorräte laufen. Sobald diese voll sind und es keine entsprechenden Lager-Alternativen wie freie Schiffe mehr gibt, bleibt nichts anderes übrig als die Ölproduktion abzustoppen.
Der Irak macht genau das bereits durch, hier wurde die Ölproduktion im Land bereits um mehr als 1 Millionen Barrel Öl pro Tag reduziert, da die Ölspeicher bereits sehr weit gefüllt sind. Weitere Produktionskürzungen sind für die nächsten Tage und Wochen geplant. Und auch in Kuwait und den Vereinigten Arabischen Emirate werden in den nächsten Tagen deutliche Produktionskürzungen an den Ölfeldern erwartet, da die Lagertanks auch hier nur noch Neuproduktionen von 2-3 Wochen auffangen können, bevor sie randvoll sind.
USA gibt Indien Sondergenehmigung für Ölimporte aus Russland
Da kaum bis kein Öl aus dem Nahen Osten importiert werden kann, brauchen andere Länder umso dringender Zuflüsse von Öl um Wirtschaft und Versorgung zu sichern. Da Indiens Ölimporte zuletzt mit etwa 40% Waren aus dem Nahen Osten gedeckt wurden, sieht sich das Land zeitnah vor schweren Versorgungsengpässen und sucht daher dringendst nach möglichen Ölzuflüssen.
Hierzu vergab die USA gestern eine Sondergenehmigung an Indien, welche den vorübergehenden Import von sanktioniertem, russischem Öl erlaubt. Dabei waren es die USA selbst, die im vergangenen Jahr vehement gegen die Nutzung von russischem Öl in Indien vorgegangen sind und diesen Standpunkt mit der Erhebung von Strafzöllen und harschen Drohungen gegen Indien mehrfach untermauerten. Die aktuelle Sondergenehmigung hingegen akzeptiert die USA mit der Aussage, dass diese Maßnahme Russland „keinen nennenswerten, finanziellen Nutzen“ bringen soll.
Die neuen Freigaben ermöglichen es Neu-Delhi und dessen Raffineriebetrieben, bereits auf Schiffen verladenes, russisches Rohöl bis einschließlich 03. April zu importieren. Waren die erst neu auf russische Schiffe geladen werden müssen sind verboten, wie genau das nachverfolgt wird bleibt derzeit noch offen. Indien importierte bis Herbst 2025 noch durchschnittlich 1,5 bis 2,0 Mio. B/T Rohöl aus Russland, kürzte diese Warenkäufe gegen Jahreswechsel jedoch auf knapp 1 Mio. B/T.
Heizöl etwas teurer erwartet
Der Aufwärtskurs an den Ölbörsen bleibt weiter bestehen, fällt aktuellen Entwicklungen zufolge heute jedoch etwas schwächer aus als in den letzten Tagen. In direkter Folge steigen die Heizölpreise heute zwar weiter an, jedoch nicht so deutlich wie zuletzt. Abnehmerinnen und Abnehmer von Heizöl in der Bundesrepublik müssen beim Heizölkauf aktuell dennoch mit Aufschlägen in Höhe von ca. +0,50 bis +1,50 Euro pro 100 Liter im Vergleich zu Donnerstagvormittag rechnen.

München (ots) – Der Krieg im Iran und in der Golfregion hat zu einem dramatischen Anstieg der Kraftstoffpreise geführt. Wie die aktuelle ADAC Auswertung der Kraftstoffpreise in Deutschland zeigt, kostet ein Liter Super E10 im bundesweiten Mittel 1,897 Euro. Damit hat sich Super E10 gegenüber der Vorwoche um 12,1 Cent verteuert. Um einiges deutlicher noch ist der Dieselpreis gestiegen: Ein Liter kostet im Schnitt 1,917 Euro, das ist ein Plus von 17,7 Cent. Ähnliche Preisaufschläge gab es zuletzt vor gut vier Jahren im Zuge des russischen Angriffs auf die Ukraine und die folgende Energiepreisexplosion. Die Preise sind Tagesdurchschnittspreise von Dienstag, 3. März. Aktuelle Preisbewegungen vom heutigen Tag sind dabei nicht erfasst.
Auslöser des sprunghaften Anstiegs ist der Krieg im Nahen Osten und den damit verbundenen wirtschaftlichen Auswirkungen. So wird die Straße von Hormus durch den Iran blockiert, über die täglich etwa ein Fünftel der weltweiten Ölmengen transportiert werden. Der Preis für ein Barrel Rohöl der Sorte Brent ist binnen Wochenfrist von 71 US-Dollar auf rund 82 US-Dollar gestiegen.
Die bisherige Preisentwicklung heute zeigt, dass die Marke von zwei Euro je Liter Diesel im bundesweiten Schnitt zeitweise bereits gerissen wurde. Auch der heutige Tagesdurchschnittspreis von Diesel kann oberhalb dieser Marke liegen. Diesel reagiert bei Kriegen und Versorgungsengpässen sensibler als Benzin und kann daher schneller und kräftiger steigen. Hinzu kommt, dass die Flüssiggaslieferungen aus Katar derzeit stark eingeschränkt sind, was die Nachfrage nach Diesel erhöht, da dieser in Teilen der Industrie und Energieerzeugung Erdgas ersetzen kann.
Der Benzinpreis reagiert weniger stark auf die aktuelle Lage im Nahen Osten, weil Benzin vor allem im Verkehr eingesetzt wird und die Nachfrage dort relativ konstant ist. Dennoch wird auch dieser Preis maßgeblich vom Ölpreis beeinflusst. Hinzu kommt, dass Deutschland – weitgehend anders als bei Benzin – viel fertigen Diesel importieren muss.

Der ADAC empfiehlt ungeachtet der aktuellen Preisentwicklung, möglichst abends zu tanken, denn dann sind die Kraftstoffpreise niedriger als morgens. Eine praktische Hilfe bei der Suche nach günstigen Tankstellen bietet die Spritpreis-App „ADAC Drive“. Hier lassen sich rund um die Uhr die aktuellen Preise an den mehr als 14.000 Tankstellen in Deutschland vergleichen. Ausführliche Informationen zum Kraftstoffmarkt und aktuelle Preise gibt es unter www.adac.de/tanken.
Pressekontakt:
ADAC Kommunikation
T +49 89 76 76 54 95
aktuell@adac.de
Original-Content von: ADAC, übermittelt durch news aktuell
Quelle: https://www.presseportal.de/
Bildquelle: ADAC e.V.

Der Konflikt rund um den Iran scheint so bald kein Ende zu finden. Die Blockaden durch die wichtige (See-)Straße von Hormus im Nahen Osten lassen die Preise drastisch steigen, auch wenn sie gestern Abend kurzzeitig nochmal deutlich gefallen sind. So oder so bleibt der Druck auf die Ölmärkte aufgrund der gesperrten Lieferroute bestehen, was weitere Preisanstiege an den Ölbörsen unterstützt.
Saudi Arabien überlegt Umleitung einiger Exporte
Mit der anhaltenden Durchfahrtssperre durch die Meerenge „Straße von Hormus“ im Nahen Osten, durch welche fast 20 Prozent des weltweiten Ölbedarfs verschifft werden, bleiben starke Anspannungen an den Ölmärkten. Das betrifft natürlich auch die Ölproduzenten, welche ihre Waren nicht verladen und aus dem Nahen Osten transportieren können. Saudi Arabien liebäugelt daher schon mit einer Umleitung einiger Öltransporte.
Demnach könnten knapp 20% der Ölexporte der Saudis vom Osten des Landes bis in den Westen transportiert und dort über das Rote Meer verschifft werden. Da auf diesem Meer jedoch in den vergangenen Jahren öfters die Huthi-Rebellen, eine islamistisch, antiwestliche Gruppierung mit Verbindung zum Iran, Schiffe und auch Öltanker angegriffen haben, ist eine Umsetzung der Pläne jedoch eher unwahrscheinlich oder zumindest nur begrenzt möglich.
USA versprechen Geleitschutz durch gesperrte Straße von Hormus
Die Einschränkungen der Seestraße bringen die weltweite Ölversorgung und damit auch die Wirtschaft, auch in den USA, in Bedrängnis. Um dagegen vorzugehen versprach US-Präsident Donald Trump alle Transporte durch die Straße von Hormus, die sich dafür anmelden, gegen einen kleinen Aufpreis unter Militärschutz und politischer Sicherheit durch die blockierte Meerenge zu eskortieren.
Die Ankündigung sorgte an den Ölbörsen kurzzeitig für Entspannung, der daraus entstehende Preisrutsch verfiel jedoch innerhalb weniger Stunden. Allen ist bewusst, dass ein solcher Plan den Waffeneinsätze und die kriegerischen Auseinandersetzungen im Nahen Osten erheblich verschärfen könnten. Auch dass die USA alle aufgestauten Schiffe in der Meerenge eskortieren kann ist mindestens unwahrscheinlich und außerdem sehr Kosten- und Zeitintensiv.
Heizölpreis steigt weiter
Die Anspannungen und Sorgen zu potentiellen Versorgungsengpässen für Öl- und Ölprodukte setzen sich auch heute weiter fort. Das lässt die Preise an den Märkten, so auch für Heizöl in der Bundesrepublik, erheblich weiter ansteigen. Deshalb müssen Abnehmerinnen und Abnehmer am frühen Mittwochshandel mit Preisaufschlägen um +3,80 bis +4,80 Euro pro 100 Liter Heizöl im Vergleich zu Dienstagvormittag rechnen.

Der Krieg im Nahen Osten eskaliert weiter und breitet sich inzwischen in der gesamten Region aus. Am Ölmarkt betrachtet man die Entwicklung mit großer Sorge, hat der Iran doch mit der Straße von Hormus die zentrale Transportroute für einen Großteil des am Persischen Golf produzierten Öls unterbrochen.
Straße von Hormus erstmals komplett gesperrt
Es ist das erste Mal in der Geschichte, dass Teheran tatsächlich Ernst macht und die Straße von Hormus komplett geschlossen hat. Ein hochrangiger Vertreter der iranischen Revolutionsgarden erklärte laut iranischen Medien, jedes Schiff, dass versuche, die Meerenge zu passieren, könne zum Ziel werden.
Gedroht hatte Teheran mit einem solchen Schritt immer wieder, ohne ihn dann tatsächlich umzusetzen. Bisher hatten die Drohungen als Druckmittel meist ausgereicht, denn durch die Wasserstraße, die den Persischen Golf mit dem Arabischen Meer verbindet, fließt jeden Tag etwa ein Fünftel des gesamten globalen Ölbedarfs.
Gefahr eines Energieschocks steigt
Inzwischen ist der Schiffsverkehr in der Region nahezu zum Erliegen gekommen und die Ölströme sind unterbrochen. Auch in Deutschland und Europa dürfte diese Unterbrechung bald spürbar werden, obwohl der Anteil des Nahen Ostens an den europäischen Rohölimporten mit fünf Prozent nicht sehr groß ist.
Anders sieht es aber bei Ölprodukten aus. Vor bei Mitteldestillaten, zu denen Heizöl, Diesel und auch Kerosin gehören, baut die EU stark auf Lieferanten aus der Golfregion. Entsprechend steigt die Sorge um einen Energieschock. Dieser würde laut der Wirtschaftsweisen Veronika Grimm „eine Wirtschaft belasten, die sich noch immer von den vergangenen Preissprüngen erholt“.
Inlandspreise: Heizöl erneut teurer
Bei den Inlandspreisen ist die sich anbahnende Energiekrise ebenfalls spürbar. Hier sind die Preise schon gestern stark in die Höhe geschnellt und auch heute müssen sich Verbraucherinnen und Verbraucher wieder auf neue Aufschläge gefasst machen. 100 Liter kosten heute im Vergleich zu gestern etwa +4,55 bis +5,55 Euro mehr

Seit Jahresbeginn kam es bei den Heizölpreisen zu langsamen aber konstanten Preisanstiegen im Rahmen geopolitischer Spannungen. Der am Wochenende neu aufgeflammte Nahostkonflikt, insbesondere zwischen dem Iran, Israel und den USA, sorgte für umfassende Einschränkungen in einer der wichtigsten Transportrouten für weltweite Ölexporte, weshalb die Ölpreise in den letzten Tagen in die Höhe schossen.
Kurzfristige Heizölpreisentwicklung
Während die Heizölpreise bis vor kurzem noch einem leichten Aufwärtstrend folgten, kam es am Wochenende im Zug des neu entfachten Iran-Israel-USA-Konflikts zu einer regelrechten Explosion der Ölpreise. Im Lauf des Wochenendes stiegen die Ölpreise aufgrund von Risikoprämien und scharfen Lieferbeschränkungen auch in Deutschland um +12,42 Euro pro 100 Liter Heizöl. Im Vergleich zu vor einer Woche zahlen Abnehmer von Heizöl heute rund +13,45 Euro mehr, im Vergleich zu Anfang Februar knapp +15,42 Euro mehr.
Langfristige Preisentwicklung
Auf langfristige Sicht sorgte der erneute Ausbruch im derzeitigen Nahostkonflikt für Preisanstiege, welche Heizöl derzeit auf Höchstpreisen seit November 2023 handeln lässt. Das führt auch im langfristigen Preisvergleich zu entsprechend deutlichen Signalen. Im Vergleich zu vor 3 Monaten zahlen Käufer von Heizöl aktuell +21,14 Euro mehr, entsprechend +23,4 Prozent, als Anfang Dezember. Verglichen mit dem Märzbeginn der letzten Jahre sind die Preise aktuell +12,87 Euro teurer als vergangenes Jahr und +8,12 Euro höher als im März 2023.

Was spricht aktuell für steigende Preise?
– Angriffe der USA und Israel auf den Iran
Israel und die USA starteten am Wochenende eine Reihe Angriffe auf den Iran und dessen Hauptstadt. In diesem Zusammenhang wurde auch der oberste Führer der iranischen Regierung, Ajatollah Ali Chamenei, getötet. Die Eskalation lässt eine Reihe Risikoprämien in die Höhe schießen und setzt große Teile der weltweiten Ölversorgung und Ölexporte bzw. Importe unter Druck.
– Durchfahrt der Straße von Hormus gestoppt
Mit Ausbruch des Konflikts im Nahen Osten kommt es zu einer De-Facto Sperre der Straße von Hormus. Auch wenn die iranische Regierung eine echte Sperre verneint, wurden bereits mehrere Öltransporter von der Durchfahrt abgehalten und auch attackiert, weshalb die Öltransporte der weltweit vermutlich wichtigsten See-Handelsstraße effektiv still stehen.
Was spricht aktuell für sinkende Preise?
– Trump-Zölle in Höhe von 10 Prozent treten in Kraft
Vergangenes Jahr erhob die USA eine Reihe Zölle gegen verschiedene Länder und einen Großteil derer Waren. Diese Sonderzölle wurden vor rund eineinhalb Wochen für ungültig erklärt und mussten beendet werden. In direkter Folge startete Trump eine neue Zolloffensive – 10 Prozent Importzolle an alle Warentransporte in die USA. Dabei sind die neuen Zölle insgesamt deutlich seichter und entlasten damit den Markt etwas.
Die genannten Heizölpreise beziehen sich stets auf den deutschlandweiten Durchschnittspreis bei einer Bestellung von 3.000 Liter Heizöl Standard schwefelarm inklusive 19% MwSt. Außerdem fallen durch Transportkosten die Preise regional unterschiedlich aus. Stand der Preise 02.03.2026
