Nachdem erst Anfang der Woche Meldungen die Runde machten, nach denen der iranische Außenminister die USA nochmal auf eine mögliche, schnelle Öffnung der Straße von Hormus hinwies sofern man zeitnahe Friedensgespäche führen würde, gab es hier bereits neue Dämpfer aus dem Iran. So warte man erst darauf, dass Washington die Forderungen des Iran klar einhalte, bevor es überhaupt zu neuen, direkten Gesprächen zwischen den USA und dem Iran kommen soll. Am Ölmarkt sorgte dies für einen Dämpfer, der Preisnachlässe vom Dienstag direkt wieder nichtig macht.

Angriffe auf Tanker in der Straße von Hormus nehmen weiter zu
Während die USA immer wieder davon berichten, dass sich der Schiffsverkehr durch die Meerenge und Handelsroute „Straße von Hormus“ weiter normalisiere und die Öltransporte bei 80% des Vorkriegsniveaus angekommen seien, geben Trackingdaten und Schadensmeldungen vieler Schiffe ein anderes Bild. So wurden in den vergangenen beiden Wochen mindestens 18 Tanker in der Region angegriffen und teils stärker beschädigt. Ebenso soll am Dienstag ein Tanker, laut iranisch-staatlicher IRIB-News, durch eine Seemine beschädigt worden sein, genaue Details zu dem Zwischenfall blieben jedoch aus.

Die Reihe an Zwischenfällen sollen laut Daten von Vortexa dafür sorgen, dass der Schiffsverkehr in der Meerenge zuletzt wieder deutlich abgenommen habe. So sollen in den ersten 20 Tagen des Oktober durchschnittlich etwa 9,1 Mio. Barrel Rohöl jeden Tag durch die Passage transportiert worden sein, deutlich weniger als von den USA gemeldet. Zwar könnte die Zahl einige unerfasste Schiffe ausschließen und damit Anfällig für Aufwärtskorrekturen sein, eine Angleichung zu den Angaben der USA wird dennoch als unwahrscheinlich gehalten.

Kriegs- und Versorgungsunsicherheiten bleiben, Heizöl etwas günstiger erwartet
Nachdem es am Dienstagnachmittag sehr kurze aber starke Preisnachlässe gab, haben diese sich aufgrund der Nahost-Unsicherheiten und allgemeiner Marktvolatilität schnell wieder zurückgebildet. Damit werden bei den durchschnittlichen Heizölpreisen in der Bundesrepublik aktuell nur leichte Korrekturen erwartet, die für Abnehmer leichte Einsparungen über -0,10 bis -1,10 Euro pro 100 Liter im Vergleich zu Dienstagvormittag mit sich bringen können. Diese Preise sind jedoch nur Momentaufnahmen und können sich je nach geopolitischen und markttechnischen Entwicklungen schnell wieder ändern.

Die Konfliktsorgen rund um den Nahen Osten und Befürchtungen zu anhaltenden Einschränkungen am Ölmarkt kochten zwischen Montagabend und Dienstagmorgen aufgrund erneuter Angriffe der Huthi-Miliz gegen saudische Ölanlagen weiter hoch. In direkter Folge, sowohl aus Angst vor Versorgungsengpässen als auch um die Sicherheit laufender und geplanter Transporte, stiegen die Risikoprämien für Öltransporte aus Saudi Arabien erneut deutlich an, was sich durch Preisanstiege am globalen Markt kennzeichnet.

Huthi-Miliz meldet erneut Angriffe auf saudische Energieanlagen
Bereits vergangenes Wochenende gab es Meldungen, dass die jemenitische Huthi-Miliz wieder Schiffe ins Visier von Angriffen genommen hat, die die Meerenge Bab al-Mandab im Süden des Roten Meers passieren wollen. Ebenso gab es Angriffe auf die Hafenstadt Yanbu im Westen Saudi Arabiens. In der Nacht zum Dienstag kam es der Miliz zufolge zu Angriffen auf saudische Flughäfen, militärische Einrichtungen, administrative Gebäude der Ölfirma Saudi Aramco sowie Treffer am Ölfeld Schaiba im Südosten des Landes.

Klare Bestätigungen zu den letzten Angriffen blieben bislang aus. Für den Ölmarkt reicht es jedoch aus, dass eine Seite diese Meldungen getätigt hat, da es darauf schließen lässt, dass entweder überhaupt Angriffe stattgefunden haben, oder die Bereitschaft dazu bestehen bleibt. In direkter Folge stiegen die Risikoprämien für Waren aus dem Nahen Osten und für Transporte von Waren nahe der saudischen Küste und der Meerenge von Bab al-Mandab.

Iran erklärt 7-Tage-Öffnungsplan von Hormus als weiterhin durchführbar
Bereits Mitte September erklärte der Iran, man habe einen 7-Tage-Plan um die Straße von Hormus zu öffnen, sollte die USA sich auf Friedensvereinbarungen mit dem Iran einlassen. Gestern pochte die Regierung aus Teheran erneut darauf, dass Washington entsprechend schnelle Friedensgesuche und Sanktionslockerungen mit dem Iran klären sollte, um die Meerenge und damit den freien Handel wieder zu öffnen. Dann wäre eine Durchführung des 7-Tage-Plans weiterhin möglich. Genauere Details warum der Iran diese Aussagen auf einmal brachte oder ob die USA aktuell weiterhin in Friedensverhandlungen mit dem Nahost-Land steht, wurden nicht gemacht.

Huthi-Saudi-Sorgen bringen deutliche Preisanstiege bei Öl und Produkten
Mit den Sorgen zu den anhaltenden Angriffen auf saudische Exportwege und Ölanlagen steigt auch die Angst vor weiteren Einschränkungen von Ölexporten aus dem Nahen Osten. Für uns in Deutschland bringt dies weitere Anstiege bei Erdöl und dessen Produkten, weshalb Abnehmer derzeit mit Preisaufschlägen von +4,45 bis +5,45 Euro pro 100 Liter gegenüber Montagvormittag rechnen müssen. Diese Preise sind wie gewohnt nur Momentaufnahmen und können sich in Abhängigkeit geopolitischer und markttechnischer Entwicklungen jedoch jederzeit wieder ändern.

Inmitten der deutlichen Unsicherheiten in den aktuellen geopolitischen Entwicklungen und Auseinandersetzungen, insbesondere im Fall der Russland-USA-Zusammenarbeiten und der anhaltenden Angriffe im Nahen Osten, sind auch die Entwicklungen der Ölpreise am Markt im stetigen Auf und Ab gefangen. Dabei stiegen die Heizölpreise in der vergangenen Woche zwischenzeitig deutlich an, bevor sie zum Wochenende und in den heutigen Montag wieder etwas abnahmen.

Kurzfristige Heizölpreisentwicklung
Bei den kurzfristigen Heizölpreis-Entwicklungen zeigt sich der stetige Wechsel aus Anstiegen und Rückgängen innerhalb der letzten Wochen. So kostet Heizöl in der Bundesrepublik aktuell durchschnittlich nur wenige Cent mehr als vergangenen Freitag und ist auch gegenüber dem Montag der vorherigen Woche in relativ enger Spanne bei Aufschlägen von +1,11 Euro pro 100 Liter. Blickt am zurück auf Mitte September, zahlen Heizölkäufer derzeit -3,33 Euro weniger als vor einem Monat.

Langfristige Preisentwicklung
Bei den langfristigen Preisentwicklungen zeichnet sich das gleiche Bild wie seit mittlerweile mehreren Monaten ab. Verglichen mit der vergangenen Sommersaison Mitte Juli, als die Preise am Weltmarkt sich etwas beruhigt hatten, kosten 100 Liter Heizöl aktuell +30,02 Euro mehr. Schaut man auf die Vorjahreswerte, zahlen Heizöl-Abnehmer aktuell +81,75 Euro mehr als vor einem Jahr, entsprechend einem Preiszuwachs von rund +94,5%. Gegenüber Oktober 2024 kosten 100 Liter Heizöl aktuell +78,29 Euro mehr.

 

  

Was spricht aktuell für steigende Preise?
– Iran verstärkt Angriffe auf Tanker in der Straße von Hormus
In den letzten Wochen hat der Iran seine Angriffe auf Schiffe in der Straße von Hormus scharf angezogen. Dabei werden alle paar Tage Tanker oder andere Frachtschiffe in der Meerenge und Handelsstraße südlich des Iran beschädigt. Dies erschwert Ölexporte durch die Route im Zentrum des Nahen Ostens deutlich.

– Ukrainische Angriffe auf russische Ölanlagen nehmen wieder zu
Vor etwa 8 Tagen kündigte der US-Präsident eine vorübergehende Waffenruhe für Angriffe der Ukraine und Russland auf jeweilige Energieziele an. Nachdem Russland sich über mehrere Tage nicht daran gehalten hat, bestätigte die Ukraine, dass auch sie ihre Angriffe wieder hochfahren, und unterstrich dies mit neuen Schlägen gegen Raffinerien seit vergangenem Donnerstag.

Was spricht für aktuell sinkende Preise?
– Russland lockert Diesel-Exportverbote
In den vergangenen Monaten fuhr Russland ein Exportverbot für Diesel infolge der anhaltenden Angriffe der Ukraine auf russische Raffinerien hoch. Seit einem Lieferabkommen mit den USA von vor zwei Wochen lockerte Russland die Exportstopps und bringt wieder Dieselkraftstoff auf den Weltmarkt.

– IEA-Staaten wollen 100 Mio. Barrel Erdöl und Produkte aus Reserven freigeben
Bei einer Besprechung der Internationalen Energieagentur gaben mehrere Mitgliedsstaaten bekannt, dass sie gemeinsam 100 Mio. Barrel Rohöl und Ölprodukte aus ihren jeweiligen, staatlichen Reserven preiswert auf den Markt bringen wollen, um die Energiepreisanstiege abzufangen. Wann die „zeitnahen“ Freigaben genau erfolgen sollen, ist noch unklar. 

Die genannten Heizölpreise beziehen sich stets auf den deutschlandweiten Durchschnittspreis bei einer Bestellung von 3.000 Liter Heizöl Standard schwefelarm inklusive 19% MwSt. Außerdem fallen durch Transportkosten die Preise regional unterschiedlich aus. Stand der Preise 19.10.2026 

Bei einem Treffen der Internationalen Energieagentur IEA am Donnerstag kündigten Vertreter der Organisation an, dass die Mitgliedsländer der Organisation so schnell wie möglich 100 Mio. Barrel Öl aus landeseigenen Reserven auf den Markt bringen wollen, darunter 20 Mio. Barrel Diesel, um so die Energiepreise weltweit etwas zu entlasten. In den Augen der USA sind diese Mengen jedoch unzureichend, die Partnerländer der IEA sollten ihre Freigaben nochmal erweitern. Die Rohölpreise stiegen gestern leicht an, Produkte wurden jedoch günstiger.

IEA meldet zeitnahe Freigaben von insgesamt 100 Mio. Barrel Öl- und Ölprodukten
Bereits vor knapp 2 Wochen wurde offiziell gemeldet, dass die Mitgliedsnationen der IEA noch 100 Mio. Barrel Erdöl und dessen Produkte aus den jeweiligen staatlichen Reserven freigeben wollen. Während damals noch die Rede davon war, dass in dieser Menge 50 Mio. Barrel Diesel beinhaltet sein sollen, scheinen die Vertreter der weltweit insgesamt 32 IEA-Mitgliedsländer sich nun darauf verständigt zu haben, stattdessen „mehr als 20 Mio. Barrel Diesel“ aus den eigenen, strategischen Reserven zeitnah für den Markt zur Verfügung zu stellen.

Bereits vergangenen März kündigten die IEA-Mitglieder an, dass man in der Gemeinschaft insgesamt 400 Mio. Barrel Öl für Raffinerien und Händler zur Verfügung stellen will, um die Auswirkungen des US-Iran-Israel-Konflikts auf die Ölpreise abzudämpfen. Davon wurden bisher rund 330 Mio. Barrel wirklich verteilt, sodass mit den neu bestätigten Mengen insgesamt 430 Mio. Barrel durch die Freigaben weitergegeben werden würden. Wann genau die neuen Mengen wirklich verteilt werden, ist noch unklar, es soll jedoch möglichst bald stattfinden.

USA unzufrieden mit den geplanten Freigaben
Auch die USA sind, als gleichzeitig größter Erdölproduzent der Welt, Mitglied der Internationalen Energieagentur und haben im Rahmen der Freigaben vom März Zusagen über knapp 172 Mio. Barrel Öl und Ölprodukte gegeben, von denen die letzten 40 Mio. Barrel Ende September ausgeschrieben wurden. Weitere Freigaben kündigte die USA bislang nicht an. Dennoch erklärten anonyme Vertreter des weltweit größten Ölproduzenten, dass die geplanten Freigaben von 100 Mio. Barrel nicht ausreichend seien und nochmal mindestens 100 Mio. zusätzlich ausgemacht werden müssten.

Zu möglichen, zusätzlichen Freigaben der USA gaben die anonymen Vertreter keine Aussage. Auch die direkten Sprecher der IEA oder der US-Energiebehörden gaben keine weiteren Informationen zu den Kommentaren der anonymisierten Sprecher oder zu Plänen der USA, die eigenen staatlichen Reserven zur Marktentlastung weiter zu öffnen. Ob die IEA weitere Freigaben über die mittlerweile insgesamt 430 Mio. Barrel Öl und Ölprodukt hinaus durchführen will, ist bislang nicht bekannt.

Ölproduktpreise sinken, Heizöl günstiger
Mit den Meldungen dazu, dass die Länder versuchen die Märkte mit neuen Öl- und Ölproduktfreigaben zu unterstützen, kam es im gestrigen Tagesverlauf und am frühen Freitagmorgen zu Preisrückgängen am Ölprodukt-Kontrakt. In direkter Folge wurde auch das Heizöl in der Bundesrepublik zum heutigen Tagesbeginn günstiger und wird derzeit mit Preisabschlägen von  -1,85 bis -2,85 Euro pro 100 Liter gegenüber Donnerstagvormittag erwartet. Diese Preise sind jedoch nur eine Momentaufnahme und können sich je nach geopolitischen und markttechnischen Entwicklungen jederzeit wieder ändern.

Die Lage am Ölmarkt bleibt von geopolitischen Unsicherheiten und einer knappen Angebotslage geprägt. Allerdings sorgen die hohen Ölpreise der letzten Monate inzwischen auch für einen spürbaren Nachfragerückgang. Dies zeigt der aktuelle Monatsbericht der Internationalen Energieagentur IEA, der gestern erschien. Die Ölpreise geben damit nun erst einmal wieder leicht nach.

Ölverbrauch bricht aufgrund hoher Preise ein
Im Vergleich zum Vorjahr rechnet das Pariser Institut aktuell mit einem Rückgang des weltweiten Ölverbrauchs um -2,6 Millionen Barrel pro Tag. Damit hat die IEA ihre Vormonatsprognose sogar noch einmal um 100.000 Barrel verschärft, denn schon im September-Bericht hatte sie einen signifikanten Rückgang des globalen Ölbedarfs von -2,5 Mio. Barrel pro Tag vorhergesagt.

 

Ein Wachstum im Vergleich zum Vorjahr erwartet die IEA erst wieder ab März. Und damit steht sie nicht alleine da. Auch die OPEC, die ebenfalls alle vier Wochen in ihrem Monatsbericht eine umfassende Einschätzung zum Ölmarkt liefert, hat am Dienstag ihre Prognose zum Nachfragewachstum gesenkt, und zwar sogar um 200.000 Barrel pro Tag.

 

Versorgungslage bleibt höchst angespannt
Der bröckelnden Nachfrage steht allerdings auch weiterhin eine stark angespannte Versorgungslage gegenüber, die aufgrund der angespannten Lage im Nahen Osten und dem anhaltenden Krieg zwischen Russland und der Ukraine auch weiterhin anhalten dürfte. Vor allem bei Diesel bleibt die Lage prekär, das fürchtet auch die IEA.

 

Diesel-Knappheit bleibt bis 2027
Die Lage an den Dieselmärkten sei extrem angespannt, so die Agentur. Grund dafür sei, dass die Lagerbestände vor dem Winter ungewöhnlich stark abgebaut worden seien. Zugleich bleibe die Produktion eingeschränkt.  So gingen die Ausfuhren aus dem Nahen Osten und Russland im September um insgesamt 1,3 Mio. B/T zurück.

 

Die IEA warnte zudem vor weitreichenden wirtschaftlichen Folgen. Die Rekordpreise für Diesel trieben bereits die Kosten für Waren in die Höhe, belasteten die Realeinkommen und die Konjunktur. Zwar erwarte die IEA eine Erholung der weltweiten Raffinerieproduktion gegen Ende des Jahres, dies werde jedoch nicht ausreichen, um das in diesem Jahr entstandene Defizit auszugleichen.

 

Inlandspreise mit leichten Abschlägen
Die Lage am Produktmarkt bleibt langfristig gesehen also eher angespannt. Allerdings ergeben sich bei den Inlandspreisen für Heizöl heute doch einige Abschläge. Dies ist zum einen der Abwärtskorrektur des zugrunde liegenden Mitteldestillatkontrakts ICE Gasoil zu verdanken, zum anderen aber auch der Erholung beim Euro, der in den Morgenstunden einen heftigen Satz in die Höhe gemacht hat und auf dem höchsten Niveau seit letzter Woche handelt. Für 100 Liter Heizöl ist deshalb heute mit Abschlägen von -0,50 bis -1,00 Euro im Vergleich zu gestern Vormittag zu rechnen.

Während die USA in den letzten Tagen mehrfach versucht hat, die Ölproduktmärkte zu entspannen indem man Deals mit Russland angekündigt hat, brennt es in Nahost bzw. Saudi Arabien erneut umso schwerer. Hier griff die im Jemen ansässige Huthi-Miliz wieder verstärkt saudische Infrastrukturen an und kündigte neue Angriffe an, die kurze Zeit darauf schon begonnen haben. Aus Sorge, dass die saudische Ölproduktion infolge von Angriffen zeitnah einbricht, stiegen die Rohölpreise am Weltmarkt leicht an, während Ölprodukte deutlich teurer wurden.

Huthi warnen vor Angriffen auf saudische Ölanlagen und Infrastruktur
Bereits gestern kündigte die jemenitische Milizgruppe Huthi durch ihren Militärsprecher Yahya Saree an, dass man Ölanlagen der saudischen Ölfirma Saudi Aramco als legitime Ziele einstufte und zeitnahe Angriffe durchführen werde. In direkter Folge warnte er mittels öffentlichem Aufruf, dass saudische Bürger und Arbeiter sich von allen Energieanlagen der Firma, darunter Raffinerien, Pipelines und Ölförderstellen, entfernen sollen, wenn sie ihr Leben nicht unnötig aufs Spiel setzen wollen.

Außerdem sollen sich Zivilisten von allen saudischen Flughäfen entfernen, die von der Miliz als Angriffsziele betrachtet werden könnten. Besonders der internationale Flughafen King Khalid in Riad wurde vergangene Woche mehrfach zum Ziel schwerer Raketen- und Drohnenangriffe. Insgesamt starben in dieser Zeit mindestens 18 Menschen, weitere wurden verletzt. Der Flugverkehr über weiten Teilen Saudi Arabiens ist aktuell eingeschränkt, viele Flüge wurden für die kommenden Tage storniert.

Saudisches Energieministerium meldet Treffer an Verwaltungsgebäude
Nachdem die Miliz am Dienstag noch ihre Warnungen deutlich machte, erklärte das saudische Energieministerium am Mittwoch, dass die Zentrale der Saudi Aramco in Dhahran mit Marschflugkörpern getroffen wurde, wobei in einem Büroturm des Gebäudekomplexes ein größeres Feuer ausgebrochen sei. Wie viele Verletzte es gab bleibt offen, auch ob und wie lange der Betrieb des Unternehmens dadurch eingeschränkt wird ist bislang unklar.

Sicher ist jedoch, dass die Angriffe die Sorge vor weiteren Schlägen und schweren Einschränkungen der Ölförderung und Exporte aus Saudi Arabien erheblich verschärft haben. Bereits mit der Drohung der Miliz reagierten insbesondere die Ölproduktmärkte sehr empfindlich, die tatsächlichen Angriffe bestätigten die Sorgen dann und sorgten auch am frühen Mittwochmorgen für anhaltend hohe Preise bei Erdöl und dessen Produkten.

Heizöl nach Nahost-Angriffssorgen und deren Bestätigung deutlich teurer
Während bei den Angriffen der letzten Tage noch keine Treffer gegen Ölanlagen gemeldet wurden, reicht die Angst vor ebensolchen Treffern aus, um die Preise bei den Ölmärkten deutlich nach oben zu drücken. Für Abnehmerinnen und Abnehmer von Heizöl in Deutschland bedeutet dies entsprechend starke Preisanstiege, aktuellen Einschätzungen zufolge liegen diese bei +5,40 bis +6,40 Euro pro 100 Liter gegenüber Dienstagvormittag. Da es sich bei den Daten nur um Momentaufnahmen handelt, sind regionale Schwankungen und Verschiebungen im Lauf des Tages jedoch jederzeit möglich.

Die Preise an den Ölbörsen hatten zum Wochenbeginn zunächst noch kurz nachgegeben. Dazu hatten die von US-Präsident Trump angekündigten russischen Diesel-Exporte gesorgt, vielmehr aber wohl auch die Tatsache, dass Hurrikan Isaias über die US-Ölanlagen im Golf von Mexiko sowie an der US-Golfküste hinweggezogen war, ohne größere Schäden zu verursachen. Schon im Verlauf des Vormittags legten die Preise allerdings wieder zu, was in erster Linie an den geopolitischen Konflikten lag.

 

Huthi-Miliz nimmt Riad ins Visier
So waren die Marktteilnehmer zum einen beunruhigt wegen der Angriffe der Huthi-Miliz auf Ziele in Saudi-Arabien. In der Hauptstadt Riad, wo diese Woche der World Petroleum Congress (WPC) stattfindet, war dabei der Flughafen zum Ziel der Miliz geworden. Der Angriff forderte mehrere Todesopfer und führte unter anderem dazu, dass einige hochrangige Vertreter der internationalen Ölindustrie, die beim WPC eigentlich vor das Rednerpult treten sollten, nicht an der Veranstaltung teilnehmen konnten.

 

Die Worte des saudischen Energieministers, der im Rahmen der Veranstaltung eine Steigerung der Kapazitäten der Ost-West-Pipeline auf 10 Mio. B/T binnen der nächsten zwei bis drei Jahre in Aussicht stellte, dämpften den Preisanstieg an den Ölbörsen kaum. Schließlich bleibt erst einmal abzuwarten, ob die Anlage nicht im Verlauf des aktuellen Konflikts von den Huthi nicht noch weitere Male angegriffen und beschädigt wird.

 

Kiew wirft Russland weitere Angriffe auf Energieanlagen vor
Der Konflikt zwischen Russland und der Ukraine sorgte an den Ölbörsen am gestrigen Montag ebenfalls für neuen Auftrieb. Nachdem US-Präsident Trump am Wochenende noch verkündet hatte, die beiden Länder hätten sich darauf geeinigt, die Energieanlagen des jeweils anderen nicht mehr anzugreifen, warf Kiew Russland bereits zum Wochenbeginn erneute Anschläge auf die ukrainische Energieinfrastruktur vor. So bleibt die Frage, ob Russland die von Trump angekündigten Diesel-Exporte überhaupt realisieren kann, sollte die Ukraine ebenfalls wieder intensive Angriffe auf die russischen Energieanlagen durchführen.

 

Ölpreise starten heute niedriger – Heizöl dennoch teurer erwartet
Nach dem erneuten Anstieg, den die Ölpreise an den Börsen gestern vollzogen, notieren sie heute Morgen unterhalb der Vortageshochs. Bis zu den Tiefs von Montagmorgen haben sie jedoch ebenfalls noch Spielraum. So müssen die Verbraucherinnen und Verbraucher in der Bundesrepublik heute erneut mit Preisaufschlägen von +0,20 bis +1,15 Euro pro 100 Liter Heizöl rechnen. Diese Preise sind jedoch nur eine Momentaufnahme und können sich anhand geopolitischer und markttechnischer Entwicklungen jederzeit ändern.

Die Ölmärkte sind auch zum Start in die neue Woche weiterhin von Unsicherheiten und geopolitischem Wirrwarr rund um den USA-Iran-Konflikt aber auch die Spannungen in Russland und der Ukraine belastet und betroffen. Dabei sorgten anhaltende Angriffe in beiden Kriegen für moderat gestiegene Preise im Wochenverlauf, die zum Start in die aktuelle Woche bereits wieder etwas sanken.

Kurzfristige Heizölpreisentwicklung
Nachdem die USA fast aus den Nichts eine Diesel-Vereinbarung mit Russland ankündigte, sorgte dies an den internationalen Energiemärkten für einiges an Entspannung, was die Preise für Öl und dessen Produkte spürbar sinken lies. Heizöl kostet in der Bundesrepublik in direkter Folge heute -4,34 Euro weniger als vergangenen Freitag. Dennoch gibt es auch leichte Preisaufschläge über +1,05 Euro gegenüber Montag vergangener Woche, und nahezu identische Anstiege von +1,04 Euro im Vergleich zu vor einem Monat.

Langfristige Preisentwicklung
Bei den längerfristigen Preisentwicklungen zeigen sich auch heute deutliche Preisanstiege über +28,91 Euro gegenüber dem Anfang der Sommersaison, als sich die Spannungen im Nahen Osten zwischenzeitig etwas beruhigt hatten. Deutlicher erkennbar sind die starken Preiserhöhungen bei Heizöl mit Blick auf die vergangenen beiden Jahre. So kostet das Ölprodukt in der Bundesrepublik aktuell +75,23 Euro mehr als vor einem Jahr und +72,00 Euro mehr als Mitte Oktober 2024.

 

Was spricht aktuell für steigende Preise?
– Iran verstärkt Angriffe auf Tanker in der Straße von Hormus
In den letzten beiden Wochen haben die Angriffe auf Schiffe in der Straße von Hormus, einer wichtigen See-Handelsroute südlich des Iran, deutlich zugenommen. Die Angriffe machen den Öltransport aus und in den Nahen Osten deutlich schwieriger und bringen Sorgen vor Einschränkungen am Ölmarkt aufgrund ausfallender Lieferungen mit sich.

Was spricht aktuell für sinkende Preise?
– Russland lockert Diesel-Exportverbot nach US-Vereinbarung
Vergangenes Wochenende haben die USA und Russland eine überraschende Vereinbarung zur Wiederaufnahme russischer Diesellieferungen getroffen. Vorerst sollen 500.000 Tonnen Kraftstoff auf den Weltmarkt gebracht werden, was die globalen Märkte kurzzeitig deutlich entlasten würde. Einige Händler bleiben dennoch vorsichtig und skeptisch.

– Trump verkündet „Energie-Waffenruhe“ zwischen Ukraine und Russland
Am Sonntag verkündete der US-Präsident eine „Energie-Waffenruhe“ auf die sich Russland und die Ukraine geeinigt hätten. Die Ukraine zeigte sich überrascht aber grundsätzlich positiv zur Meldung. Seitdem wurden jedoch bereits wieder vermeintliche Angriffe auf Energieziele der Ukraine gemeldet, sodass die Waffenruhe allemal instabil sein dürfte.

Die genannten Heizölpreise beziehen sich stets auf den deutschlandweiten Durchschnittspreis bei einer Bestellung von 3.000 Liter Heizöl Standard schwefelarm inklusive 19% MwSt. Außerdem fallen durch Transportkosten die Preise regional unterschiedlich aus. Stand der Preise 12.10.2026 

Nachdem sich erst gestern Informationen verbreitet haben, dass der US-Präsident vermeintliche Angriffe gegen den Iran besprechen würde, erklärte Donald Trump am Abend, dass es keine solchen Angriffe geben soll. Während die Preise an den Ölbörsen vor dem persönlichen Statement noch deutlich anstiegen, brach der Anstieg damit am Donnerstagabend wieder ab und sorgte auch heute noch für leichte Abwärtskorrekturen an den Ölbörsen, auch wenn die Preise derzeit noch über dem Niveau von Donnerstagvormittag stehen.

Donald Trump weist Meldungen zu vermeintlich geplanten Iran-Angriffen ab
Zur Wochenmitte veröffentlichte das Magazin „The Atlantic“ einen Artikel, in welchem erklärt wurde, die USA plane umfassende Angriffe gegen den Iran, die noch bis spätestens zum 3. November stattfinden sollten. Genauere Details zu den Angriffen blieben damals aus, es wurde lediglich betont, dass die Angriffe noch vor den US-Zwischenwahlen Anfang November stattfinden sollten.

Die Aussagen der Meldung dementierte der US-Präsident gestern Abend in einem Beitrag auf seiner Social-Media-Plattform Truth Social. Dort erklärte Trump gezielt, dass es keine Angriffe gegen den Iran vor den Midterm-Wahlen geben soll. Stattdessen würde es aktuell „Produktive Diskussionen mit der Islamischen Republik Iran“ geben, an denen man weiter festhalten wolle.

Ganz ohne Eigenlob und Sticheleien kam Donald Trump wie gewohnt aber doch nicht aus. So erklärte er, dass der Iran aktuell wirtschaftlich und militärisch in sehr schlechter Verfassung sei, und dass Öltransporte durch die Straße von Hormus ungebremst fortgesetzt würden. Ihmzufolge seien in der Nacht zum Donnerstag 22 Mio. Barrel durch die umkämpfte Meerenge südlich des Iran transportiert worden, was grob dem Niveau zu vor dem Konflikt im Nahen Osten entspricht.

Gestrige Preisrallye bremst ab – Heizöl etwas teurer als Donnerstagvormittag
Mit der Meldung des US-Präsidenten am Donnerstagabend wurde auch die Stimmung an den Ölmärkten deutlich entspannter, nachdem es dort im gestrigen Tagesverlauf erst deutliche Kursanstiege gab. Ganz erholen konnten sich die Preise dennoch nicht, weshalb Abnehmerinnen und Abnehmer von Heizöl in der Bundesrepublik heute mit leichten Preisaufschlägen über +1,05 bis +1,85 Euro pro 100 Liter rechnen müssen. Diese Preise sind jedoch nur eine Momentaufnahme und können sich anhand geopolitischer und markttechnischer Entwicklungen jederzeit ändern.

Die Preise an den internationalen Ölbörsen setzen ihren Preisanstieg heute fort und ziehen damit auch die Inlandspreise erneut mit nach oben. Während die Krisenlage im Nahen Osten ein Haupttreiber am Ölmarkt bleibt, kommt aktuell auch noch eine Hurrikanwarnung in den USA hinzu.

 

Hurrikan Isaias auf dem Weg an die US-Golfküste
Hier hat sich im Golf von Mexiko in den letzten Tagen der erste große Tropensturm der Saison zusammengebraut und schon jetzt die Hurrikanstärke eins von fünf erreicht. Hurrikan Isaias bildete sich Anfang der Woche an der Ostküste Mexikos und zieht nun in Halbkreisformation in nordöstliche Richtung und wird Ende der Woche im Süden der USA auf Land treffen.

 

Bis Isaias die US-Golfküste erreicht, zieht er mitten durch das größte Offshore-Fördergebiet der USA und dürfte sich Meteorologen zufolge auf dem Weg zu einem Hurrikan der Kategorie 3 verstärken. Deshalb haben erste große Ölfirmen wie Chevron, Shell oder ExxonMobil auch schon mit der Evakuierung ihrer Bohrinseln begonnen und die Förderung an den Anlagen kurzfristig unterbrochen.

 

Schon jetzt ein Viertel der Gesamtförderung ausgefallen 
Aktuellen Schätzungen zufolge ist die Fördermenge der USA allein durch diese vorsorglichen Unterbrechungen um 510.000 Barrel pro Tag gesunken. Das entspricht etwa einem Viertel dessen, was üblicherweise in dem Gebiet gefördert wird. Sollte der Hurrikan die Anlagen dauerhaft beschädigen und die Ausfälle damit längerfristig anhalten, würde sich die ohnehin knappe globale Angebotslage deutlich verschärfen.

 

Und dabei ist nicht nur die Rohölförderung in den USA durch den Hurrikan bedroht. Auch am Produktmarkt könnte Isaias im schlimmsten Falle für weitere Verwerfungen sorgen, denn an der amerikanischen Golfküste befinden sich auch die meisten Verarbeitungsanlagen. In der Region sammelt sich etwa 50% der gesamten Raffineriekapazität des Landes.

 

Auch Produktversorgung in Gefahr
Sollte es durch den Hurrikan und die mit ihm einhergehenden Starkwetterereignisse zu Beschädigungen und langanhaltenden Ausfällen kommen, wäre dies für die Produktversorgung ein echtes Problem – und zwar nicht nur im Inland, sondern auch in Übersee. Immerhin sind die USA für Europa aktuell einer der wichtigsten Diesel-Lieferanten, nachdem die russischen Importe weggefallen sind und auch der Nachschub aus Nahost nur schleppend vorankommt.

 

Inlandspreise ziehen deutlich an
Mit der neuen Gefahr für die Angebotsseite steigen die international gehandelten Rohölpreise auf neue Monats-Hochs und ziehen damit auch die Mitteldestillat-Kontrakte mit nach oben. Damit steigen auch die Inlandspreise wieder an, so dass sich Verbraucherinnen und Verbraucher auf Preiszuschläge von +5,15 bis +5,95 Euro/100 Liter einstellen müssen.