
Nachdem die Märkte am Donnerstagmorgen noch eher ruhig wirkten, ist der metaphorische Sack am Mittag komplett geplatzt. Meldungen aus den USA, Russland und dem Nahen Osten kamen Schlag auf Schlag und sorgten für erhebliche Unruhen bei den Marktteilnehmern, was an den Ölbörsen erhebliche Preisanstiege verursachte.
USA signalisiert längerfristigen Einsatz in Venezuela
Seit dem Angriff der USA auf Venezuela und dessen Regierung, kommen regelmäßig Fragen auf, wie sehr sich die USA in Südamerika noch einmischen und integrieren will, In einem Interview bestätigte der US-Präsident, dass der Einsatz vermutlich noch einige Jahre dauern wird und „nur die Zeit zeigen wird“ wie lange die USA Aufsicht über Venezuela und dessen Ölvorkommen halten wird. Das sorgt für Unsicherheit bei einst venezolanischen Kunden, insbesondere China zeigt sich hier zurzeit sehr unzufrieden und sucht neue Handelspartner außerhalb von Südamerika.
Tankerangriffe und neue Russland-Sanktionen
Gestern wurde ein Angriff auf einen russischen Tanker im Schwarzen Meer nahe der türkischen Küste gemeldet. Was einst als „sichere“ Route für Schiffe mit sanktioniertem, russischen Öl zählte, wird damit immer unsicherer. Wer genau den Angriff gestartet hat ist aktuell noch unklar, auch wenn vielerorts von einem Angriff der Ukraine ausgegangen wird. Sollte das stimmen, wäre es schon der fünfte Angriff auf russische Öltanker im Schwarzen Meer durch die Ukraine seit November 2025.
Zusätzlich wurde gestern ein neuer Gesetzesentwurf der USA für Sanktionen gegen Russland weitergebracht. „Dieses Gesetz wird es Präsident Trump ermöglichen, jene Länder zu bestrafen, die billiges russisches Öl kaufen und damit Putins Kriegsmaschinerie antreiben“, so der hinter dem Gesetz federführende Senator. Die notwendigen, parteiübergreifenden Abstimmungen, um das Gesetz zu festigen bevor es vollständig ausgearbeitet und durchgeführt wird, sollen nächste Woche stattfinden.
Proteste im Iran eskalieren weiter
Seit über einer Woche kommt es im Iran zu Protesten und Demonstrationen gegen das aktuelle Regime und allgemeine Lebensbedingungen im Land. Die Landesregierung wehrt sich teils unter schwerer Gewalt und wird dadurch auch vom US-Präsidenten stark angefeindet und unter Druck gesetzt, er droht sogar mit Angriffen gegen den Iran. An den Ölmärkten sorgen diese Unruhen derzeit für stärkere Preise, da Sorgen um die Ölproduktion und Exporte im Nahen Osten immer stärker werden.
Heizöl teurer
Da die weltpolitischen Unruhen vielerorts für Unsicherheiten sorgen und zeitgleich die Kältewelle in Deutschland einige Leute wohl doch unerwarteter getroffen hat als erwartet, kommt es bei den Heizölpreisen heute zu spürbaren Erhöhungen. Abnehmerinnen und Abnehmer in der Bundesrepublik müssen heute deshalb mit durchschnittlichen Preisaufschlägen in Höhe von etwa +1,30 bis +1,70 Euro pro 100 Liter im Vergleich zu Donnerstagvormittag rechnen.

Die Ölwelt blickt aktuell vor allem auf Venezuela, da die US-Bestrebungen nach mehr Kontrolle die globalen Ölmärkte nachhaltig verändern könnten. Darüber geraten andere wichtige Marktfaktoren, wie etwa die wöchentlichen Bestandsmeldungen aus den USA, etwas ins Hintertreffen. So hatten die gestrigen Daten des US-Energieministeriums (DOE) nur wenig Einfluss auf die Ölbörsen, was aber auch an den gemischten Impulsen lag, die die Bestandsdaten lieferten.
Rohölbestände in den USA gesunken
Das DOE meldete für die Silvesterwoche einen Rückgang der amerikanischen Rohölbestände um -3,8 Millionen Barrel (à 159 Liter). Schätzungen hatten im Vorfeld gerade mal mit einem Drittel dieses Abbaus gerechnet. Wenn die Vorräte eines derart großen Ölverbrauchers wie den USA so deutlich sinken, entsteht ein preissteigernder Impuls an den Börsen, da der Rückgang auf eine Versorgungsknappheit hindeuten kann.
Zentrallager meldet aber Aufbauten
Dies wäre in der aktuellen Marktlage allerdings tatsächlich erstaunlich, denn weltweit ist der Ölmarkt zur Zeit eigentlich eher überversorgt. Und auch das lässt sich aus den aktuellen DOE-Daten herauslesen, denn die Vorräte im riesigen Zentrallager der USA in Cushing (Oklahoma) sind in der Berichtswoche nicht etwa gesunken, sondern um +700.000 Barrel gestiegen.
Raffinerienachfrage begünstigt Rohölabbauten
Der Rückgang bei den Gesamt-Rohölbeständen erklärt sich eher durch die robuste Raffinerienachfrage, denn wie schon in der Vorwoche lag die Auslastung aller amerikanischen Verarbeitungsanlagen bei saisonal sehr starken 94,7 Prozent. Zum Vergleich: Im Vorjahr lag sie nur bei 93,3 Prozent. Je höher die Raffinerieverarbeitung, desto mehr Rohöl wird gebraucht.
Produktvorräte schwellen an – Nachfrage bleibt schwach
Die starke Raffinerieverarbeitung hat in der Berichtswoche zudem dazu geführt, dass die Vorräte an wichtigen Produkten wie Benzin und Destillaten stark angeschwollen sind (+7,7 Mio. Barrel und +5,6 Mio. Barrel). Die Nachfrage nach diesen Produkten bleibt in den USA aktuell aber hinter den Erwartungen zurück und sendet somit – gemeinsam mit den starken Aufbauten – einen eher preissenkenden Impuls an den Markt.
Anleger reagieren gelassen auf widersprüchliche Impulse
Die US-Bestandsdaten des DOE für die Silvesterwoche waren dieses Mal also eher eine gemischte Tüte. Während die Rohölabbauten tendenziell für steigende Preise sprachen, sorgten die Aufbauten bei den Produkten bei gleichzeitig sinkender Inlandsnachfrage eher für einen preissenkenden Impuls. An den Ölbörsen fiel die Reaktion damit gestern größtenteils verhalten aus.
Rohölbörsen geben weiter nach
Dennoch gaben die börsengehandelten Rohölpreise gestern im Laufe des Tages weiter nach, was allerdings eher an der Situation in Venezuela lag. Hier scheint alles darauf hinzudeuten, dass die USA die Kontrolle über die Ölwirtschaft anstreben und damit über kurz oder lang noch mehr Öl auf den ohnehin schon überversorgten Markt gelangen dürfte.
Heizölpreise tendenziell etwas günstiger
Bei den Inlandspreisen im Bundesgebiet ergeben sich damit im Vergleich zu gestern Vormittag zumindest leichte Preisabschläge. Je nach Region zahlen Verbraucherinnen und Verbraucher damit zwischen +0,15 bis -0,25 Euro pro 100 Liter im Vergleich zu Mittwoch.

Die aktuelle Unsicherheit der Anleger an den Ölmärkten wurde zum Start in den Mittwoch mal wieder deutlich. Nachdem der US-Präsident im Verlauf des gestrigen Nachmittags eine Reihe Meldungen und Andeutungen machte, dass die USA doch stärker und vor allem schneller bei venezolanischem Öl zugreifen will, sorgte das über den Abend hinweg für einen spürbaren Preisrutsch an den internationalen Rohölmärkten und Börsen.
USA drängen auf Kontrolle der venezolanischen Ölindustrie
Kurz nach der Festnahme des venezolanischen Präsidenten am vergangenen Wochenende wurde schnell klar, dass der US-Präsident einen sehr begierigen Blick auf die Ölreserven Venezuelas wirft. Eigenen Aussagen zufolge soll Präsident Trump bereits vor dem Angriff in Venezuela mit einigen US-Ölkonzernen gesprochen und Pläne angedeutet haben. Auch über die kommenden Wochen hinweg stehen weitere Gespräche mit Vertretern der nordamerikanischen Ölindustrie an, um Investitionen und Erweiterungen der venezolanischen Ölproduktion zu besprechen.
Parallel dazu forderte der Präsident der Vereinigten Staaten die Regierung in Venezuela dazu auf, ihre Handelsbeziehungen und insbesondere Partnerschaften in der Ölindustrie mit China, Russland, dem Iran und Kuba zu reduzieren, vielleicht sogar komplett zu unterbrechen. Der US-Präsident betont zwar immer wieder, keine militärische Kontrolle über Venezuela anzustreben, man will dennoch eine führende Rolle in der Gestaltung der Zukunft des Landes übernehmen – finanziert vor allem durch Öleinnahmen aus venezolanischen Ressourcen.
Öl-Offensive der USA setzt den internationalen Markt unter Druck
Gestern Abend drängte der US-Präsident dann darauf, dass Venezuela in den nächsten Wochen bis zu 50 Millionen Barrel Rohöl an die USA abtreten soll, wo das Öl dann verkauft und die Einnahmen unter der Kontrolle von Präsident Trump zum Wohl beider Länder genutzt werden sollen. Diese Ankündigung sorgte für einen erheblichen Preisrutsch an den weltweiten Ölbörsen, da die bereits drohende Überversorgung der Märkte damit, wenn auch nur zeitweise, verschärft werden könnte.
Auch aus Kanada kamen Sorgen auf. Das Land exportiert jedes Jahr knapp 80% des produzierten Rohöls in die USA und fürchtet, aufgrund längerer Transportwege als Venezuela, auf einigen Exportrouten zu den Vereinigten Staaten nicht länger Konkurrenzfähig bleiben zu können. Deshalb sollen neue Pipelines nach Westkanada schneller gefördert und gebaut werden, um mögliche Exporte nach Asien, insbesondere China, rechtzeitig auszubauen. Noch sind diese Pläne jedoch reine Theorie, da die dazu notwendigen Freigaben noch fehlen.
Heizöl erheblich günstiger
Was an den Ölbörsen für erhebliche Sorgen vor einer noch stärkeren Überversorgung der Märkte sorgt, bringt den Abnehmerinnen und Abnehmern von Öl und Ölprodukten günstigere Preise. Dementsprechend werden heute für Heizöl im Bundesgebiet, im Vergleich zu Dienstagvormittag, satte Preisabschläge von durchschnittlich -1,60 bis -2,00 Euro pro 100 Liter erwartet.

Während die Ölbörsen am Vortag in relativer Unsicherheit handelten, geprägt von erst moderat sinkenden und dann deutlicher steigenden Preisen, ist zum Dienstagmorgen wieder eine allgemeine „Entspannung“ an den Markt gekommen. Die Preise sinken wieder leicht, die Unruhe durch die Aktionen rund um Venezuela legt sich wieder etwas. Und ein allgemein erwartetes Bild der letzten Monate zeichnet sich dadurch ebenfalls weiter ab – Die Märkte rechnen auf globaler Ebene weiterhin mit sinkenden Rohölpreisen.
Überversorgung übertrifft Krisenherde
Die erwartete Überversorgung bleibt dabei nach wie vor der Dreh- und Angelpunkt der Debatte. Weltweit wird vielerorts deutlich mehr Erdöl produziert, insbesondere in Afrika, Südamerika und den USA. Zwar stieg zur selben Zeit auch der globale Bedarf nach Öl an, jedoch in einem sehr viel niedrigeren Maß als die Produktion. Eine Überproduktion ist die Folge. Und um am Markt überleben zu können, sehen sich die Ölproduzenten dazu gezwungen, die Preise zu senken um ihre Ware los zu werden.
Auch die internationalen Konflikte, welche mancherorts die Ölproduktion beeinflussen, werden von der bereits existierenden Überversorgung des Ölmarkts überschattet. So sorgen wiederholte Angriffe auf russische Infrastrukturen für Produktions- und Exportrückgänge in Russland, auch Kasachstan war zeitweise betroffen. Die Exportblockaden vor Venezuela seit Mitte Dezember sorgten ebenfalls dafür, dass die Ölförderung abgebremst werden musste um die Lager nicht komplett zu überfluten.
Experten erwarten sinkende Rohölpreise für 2026
Einer Umfrage mit 34 Experten zufolge wurden die bereits niedrigeren Preisprognosen für 2026 nochmals gesenkt. Die befragten Analysten erwarten aktuell einen durchschnittlichen Rohölpreis des in Europa handelsüblichen „Referenz-Öls“ Brent für 2026 von 61,27 Dollar. Der aktuell tatsächliche Preis liegt leicht schwankend bei etwa 61,80 Dollar. Anfang letztes Jahr wurde in einer ähnlichen Umfrage für 2025 mit 74,33 Dollar gerechnet.
Dabei sind die Prognosen der allgemeinen Analysten oft noch deutlich höher als die der amerikanischen Agenturen. Eine der zentralen Gruppen in Ölmarkt-Analytik und Verfolgung der Ölbestände ist die amerikanische EIA. Diese meldete vergangenen Dezember eine erwartete Preisprognose für den Durchschnittspreis von Brent-Öl im Jahr 2026 von nur 55,08 Dollar. Sowohl bei den Experten, als auch bei der EIA wurden die aktuellen Zwischenfälle in Venezuela noch nicht in den Preiserwartungen eingerechnet.
Heizöl etwas teurer
Die aktuellen, globalen Entwicklungen sorgten am Vortag an den großen Börsen für leichte Unsicherheiten am Markt, während der Winter in Deutschland aktuell mild genug läuft, um bei Bedarf genug Heizöl anbieten zu können. Daher sind für den Dienstag durchschnittlich nur leichte Preisanstiege zu erwarten, durch welche die Abnehmerinnen und Abnehmer im Bundesgebiet heute Vormittag durchschnittlich etwa +0,15 bis +0,50 Euro pro 100 Liter mehr zahlen.

Zu Beginn des neuen Jahres gab es in der kurzfristigen Entwicklung der Heizölpreise leichte Schwankungen mit moderaten Verteuerungen im Vergleich zum Vorjahresschluss. Dennoch bleiben die Preise insgesamt weiterhin in enger Spanne. Die weltpolitischen Unruhen haben dabei aktuell nur geringfügige Auswirkungen, da im neuen Jahr weiterhin eine globale Überversorgung mit Rohöl erwartet wird, welche Prognosen zufolge die schwächere Rohölproduktionen und Exporte aus Russland und Venezuela gut abfedern kann.

Kurzfristige Heizölpreisentwicklung
Zum Start der ersten Januarwoche sind die durchschnittlichen Heizölpreise in Deutschland nahezu identisch zum Ende der Vorwoche geblieben mit nur -0,04 Euro Unterschied. Vergleichen wir die heutigen Daten mit den letzten Dezembertagen, zahlen Abnehmer von Heizöl aktuell durchschnittlich etwa +1,72 Euro mehr. Blicken wir etwas weiter zurück, kostet Heizöl in der Bundesrepublik aktuell rund +0,57 Euro mehr als noch Anfang Dezember.
Langfristige Preisentwicklung
Verglichen mit dem frühen Herbst 2025 sind die Preise für Heizöl im Bundesgebiet etwas günstiger geworden, mit Abschlägen von durchschnittlich -0,73 Euro pro 100 Liter. Blicken wir stattdessen noch weiter zurück und setzen die heutigen Preise neben die vom Jahresbeginn 2025 und 2024, zahlen Heizöl-Abnehmer in Deutschland aktuell etwa -8,81 Euro weniger als vor einem Jahr, und ganze -10,72 Euro bzw. -10,7 Prozent weniger als Anfang 2024.
Was spricht für aktuell steigende Preise?
– Anhaltender Konflikt zwischen Ukraine und Russland
Der Konflikt zwischen Russland und der Ukraine geht auch 2026 weiter. Die Ukraine verstärkte zuletzt ihre Angriffe auf russische Energiestrukturen und Raffinerien, was die inländische Versorgung und Exporte von Ölprodukten unter Druck setzt.
– Venezuela-Krise spitzt sich stark zu
Vergangenen Samstag griff die USA Venezuela an, nahm den Präsidenten fest und limitiert seitdem noch strenger die Handelswege des südamerikanischen Landes. Die Ölexporte aus Venezuela sind seitdem effektiv stillgelegt.
– USA droht dem Iran
Die Regierung im Iran versucht aktuell Demonstrationen im eigenen Land gewaltsam zu unterbinden. Die USA drohte daraufhin mit schweren Konsequenzen gegen den Iran. Diese könnten, bei möglichen Ausschreitungen, auch die globalen Ölexporte der Irans beeinflussen.
Was spricht für aktuell sinkende Preise?
– Deutliche Überversorgung am Ölmarkt für 2026 erwartet
Weiterhin zentraler Fokus des globalen Ölmarktes bleibt die erwartete Überversorgung mit Rohöl. Viele Länder arbeiten am Ausbau ihrer Ölproduktion, sodass die aktuellen Export- und Produktionsrückgänge einzelner Länder ohne größere Schwierigkeiten aufgefangen werden können.
Die genannten Heizölpreise beziehen sich stets auf den deutschlandweiten Durchschnittspreis bei einer Bestellung von 3.000 Liter Heizöl Standard schwefelarm inklusive 19% MwSt. Außerdem fallen durch Transportkosten die Preise regional unterschiedlich aus. Stand der Preise 05.01.2026

Die internationalen Rohölbörsen haben 2025 den stärksten Jahresverlust seit dem Pandemiejahr 2020 verzeichnet. Konjunkturelle Unsicherheit, Handelskriege und vor allem die schnelle Angebotssteigerung der OPEC+, die im Frühjahr mit dem Abbau ihrer Förderkürzungen begonnen hat, sorgten für einen Rückgang von rund 20 Prozent bei der europäischen Referenzsorte Brent.
OPEC+ Förderpolitik bleibt wichtiger Einflussfaktor
Auch im neuen Jahr dürfte die Organisation erdölexportierender Länder das Zünglein an der Waage bleiben. Das mit 12 Kernländern und 11 Partnerländern insgesamt 23 Mitglieder zählende Bündnis (OPEC+) hatte in den letzten Jahren vor allem über immer umfangreichere Förderkürzungen versucht, die Ölpreise am Markt auf höherem Niveau zu stabilisieren.
Nachdem dies aber immer schwieriger wurde und für die meisten OPEC+ Mitglieder auch finanzielle Einbußen bedeutete, änderten die Förderländer im Frühjahr ihre Strategie und stellten die Rückgewinnung von Marktanteilen in den Vordergrund. Die OPEC+ steigerte ihre Fördermengen damit schrittweise innerhalb weniger Monate um mehr als 2,2 Millionen Barrel täglich.
Bündnis will Förderanhebungen erst einmal pausieren
Schon Anfang Dezember hatte die OPEC+ dann aber entschieden, mit diesen schrittweisen Angebotssteigerungen im ersten Quartal 2026 eine Pause einlegen zu wollen. Sie zollt damit der Tatsache Tribut, dass in diesem Jahr – vor allem in der ersten Jahreshälfte – mit einem sehr großen Angebotsüberschuss gerechnet wird. Denn während die Ölproduktion weltweit ansteigt (auch außerhalb der OPEC, vor allem auf dem amerikanischen Kontinent), bleibt die Nachfrage weiter verhalten.
Monatliches Meeting am Sonntag
Am Sonntag steht das nächste Monatstreffen der OPEC+ an, die aktuell sehr regelmäßig zu virtuellen Sitzungen zusammentritt, um flexibel auf mögliche Marktveränderungen reagieren zu können. Sollte sie wider erwarten beschließen, doch keine Pause bei den Förderanhebungen einzulegen, könnte das die Ölpreise weiter unter Druck setzen. Eigentlich wird mit einer solchen Überraschung allerdings nicht gerechnet.
Heizöl zum Jahresbeginn teurer
Im Inland machen sich heute im Vergleich zu Silvester erst einmal spürbare Preisaufschläge bemerkbar. Verbraucherinnen und Verbraucher müssen zum neuen Jahr für 100 Liter im Durchschnitt ca. +1,50 bis +1,70 Euro mehr bezahlen als am Mittwoch.

Kurz vor dem Jahreswechsel richtete sich der Fokus der Ölmärkte doch noch einmal auf die vielen geopolitischen Krisenherde, die sich zuletzt gebildet hatten. Dabei achten die Anleger nicht nur auf die Entwicklungen in Venezuela und der Ukraine, sondern seit gestern auch wieder auf den Iran, dem der US-Präsident mit einem Militärschlag gedroht hatte, sollte Teheran sein Atomprogramm wieder aufnehmen.
USA drohen Iran mit Militärschlag
Die USA würden „sofort“ selbst eingreifen, falls dies notwendig sein sollte, erklärte Trump gestern im Rahmen eines Treffens mit dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu in Florida. „Wir werden es sofort tun“, drohte der Präsident mit möglichen Angriffen für den Fall, dass diplomatische Versuche scheitern sollten und der Iran weitere Raketen baue oder sein Nuklearprogramm fortsetze. Washington positionierte sich damit erneut klar an der Seite Israels.
Erst im Juni hatten Israel und der Iran 12 Tage Krieg geführt, der in der Zerstörung zentraler iranischer Atomanlagen mit Unterstützung der USA gipfelte. Trotz der daraufhin mühsam verhandelten Waffenruhe schwelt der Konflikt, eine diplomatische Lösung ist nicht in Sicht. Zuletzt gab es in beiden Ländern Berichte über einen möglichen Neubeginn des Krieges. Am Ölmarkt beobachtet man dies mit Sorge, da jeder Konflikt in der für die globale Energieversorgung so wichtigen Region zu Angebotsausfällen und damit zu Preissteigerungen führen kann.
Venezuela bleibt Krisenherd
Ähnliches kann man aktuell auf der anderen Seite der Welt beobachten, wo die USA einem weiteren OPEC-Mitglied den Ölhahn quasi abgedreht haben. So hat Washington in seinem Feldzug gegen Venezuelas Drogen-Kartelle schon vor einigen Wochen eine Seeblockade gestartet, mit der es dem südamerikanischen Land nahezu unmöglich macht, weiter Rohöl zu exportieren. Gleichzeitig soll es am Montag einen amerikanischen Angriff auf einen venezolanischen Hafen gegeben haben, über den angeblich Drogen verladen werden. Die Lage spitzt sich also weiter zu, weitere militärische Angriffe sind nicht ausgeschlossen.
Inlandspreise nur minimal teurer als gestern
Am Ölmarkt sorgen diese geopolitischen Krisenherde für eine erhöhte Risikoprämie, da die – im Falle von Venezuela – jetzt schon bestehenden, oder – im Falle des Iran – drohenden Angebotsausfälle die Preise in die Höhe treiben. Entsprechend bleiben die börsengehandelten Rohölpreise auch kurz vor dem Jahreswechsel leicht gestützt. Auch bei den Inlandspreisen machen sich damit leichte Aufschläge im Vergleich zu gestern bemerkbar, diese halten sich aber mit +0,15 bis +0,35 Euro pro 100 Liter in Grenzen.

Die Heizölpreise bleiben auch kurz vor dem Jahreswechsel im Durchschnitt recht günstig. Nach wie vor profitieren sie von den eher niedrigen internationalen Rohölpreisen, die im Angesicht einer erwarteten Überversorgung am globalen Ölmarkt schon seit Monaten stetig nachgeben. Wer also mit den anziehenden Wintertemperaturen seinen Tank vor dem Jahreswechsel noch einmal auffüllen möchte, kann jetzt durchaus zuschlagen.
Kurzfristige Heizölpreisentwicklung
Zum Wochenauftakt liegen die durchschnittlichen Heizölpreise etwas niedriger als noch am vergangenen Dienstag, vor der Weihnachtspause. Abnehmerinnen und Abnehmer im Bundesgebiet zahlen derzeit durchschnittlich etwa -0,23 Euro weniger als am 23. Dezember. Verglichen mit Anfang letzter Woche hat sich der Heizölpreis damit aber kaum verändert. Im Vergleich zum Preisniveau von vor einem Monat macht sich hingegen ein Rückgang von -4,76 Euro bemerkbar. Prozentual entspricht dies einem Preisrückgang von -5,2% Prozent zu den Preisen vom 28. November.
Langfristige Preisentwicklung
Was die langfristigen Preisentwicklungen anbelangt haben sich die Abwärtsbewegungen ebenfalls fortgesetzt. So liegen die Preise derzeit etwa -8,28 Euro unter dem Niveau vom 29. September 2025 und sind damit -8,8 % niedriger. Bei Betrachtung der letzten Jahre zeigt sich ebenfalls weiterhin eine Abwärtstendenz der Heizölpreise. So ist das Produkt im deutschlandweiten Durchschnitt aktuell rund -2,09 Euro pro 100 Liter günstiger als zum entsprechenden Zeitpunkt des Vorjahres. Im Vergleich zum 29. September 2023 ergab sich ein Rückgang um -28,14 Euro.
Erst am 19. November hatten die Durchschnittspreise mit 100,56 Euro einen neuen Hochpunkt markiert und waren so teuer wie seit Jahresbeginn nicht mehr. Der Ausreißer nach oben erwies sich aber als eher kurzfristig, so dass die Heizölpreise seitdem wieder um 14,5 % nachgegeben haben. In der grafischen Darstellung der längerfristigen Preisentwicklung zeigt sich, dass die Heizölpreise zwar im Jahresverlauf immer wieder schwankten, seit dem Jahreshoch Mitte Januar aber auch um etwa 15 Euro günstiger geworden sind.

Was spricht für aktuell steigende Preise?
– Anhaltender Konflikt zwischen Ukraine und Russland
Nach wie vor gibt es keinen Durchbruch bei den Friedensverhandlungen, so dass auch die Angriffe auf Energieinfrastruktur von beiden Seiten weiter gehen. Diese wirken tendenziell preisstützend, weil es immer wieder zu Einschränkungen der russischen Ölexporte kommt.
– USA setzen Seeblockade gegen Venezuela durch
Die USA blockieren weiterhin die venezolanischen Gewässer und zielen damit vor allem auf Öltanker ab. Die dadurch entstehenden Lieferausfälle wirken tendenziell preisstützend, da Venezuela als OPEC Mitglied zuletzt täglich bis zu 1 Mio. Barrel (á 159 Liter) Rohöl exportiert hat.
– OPEC+ pausiert Produktionssteigerungen
Das Ölkartell OPEC bestätigte Ende November eine vorübergehende Pause bei der Angebotssteigerung für das erste Quartal 2026. Somit dürfte zumindest die Fördermenge der Produzentenallianz nicht wesentlich zunehmen, während der allgemeine Bedarf nach Rohöl saisonal in eine schwächere Phase übergeht.
Was spricht für aktuell sinkende Preise?
– Überversorgung am Ölmarkt
Am Markt herrscht Einigkeit, dass in den kommenden Monaten mit einer massiven Überversorgung zu rechnen ist. Diese könnte, je nachdem, welche Prognosen man zugrunde legt, zwischen 2 Mio. und 4 Mio. Barrel pro Tag betragen. Die im Vergleich dazu stagnierende Nachfrageerwartung kann die erwartete Ölschwemme nicht aufnehmen, so dass mit weiteren Preisrückgängen zu rechnen ist.
– Fortschritte in den Ukraine-Russland-Friedensverhandlungen
Auch wenn der Konflikt und die Angriffe grundsätzlich weiter fortgesetzt werden, sollen die Friedensgespräche in Florida am Wochenende „konstruktiv“ gewesen sein.
Die genannten Heizölpreise beziehen sich stets auf den deutschlandweiten Durchschnittspreis bei einer Bestellung von 3.000 Liter Heizöl Standard schwefelarm inklusive 19% MwSt. Außerdem fallen durch Transportkosten die Preise regional unterschiedlich aus. Stand der Preise 29.12.2025

Börsentechnische Signale und allgemeine weltpolitische Spannungen ließen in den letzten Tagen die Ölpreise an den Märkten moderat ansteigen. Dabei sind zuletzt insbesondere zwei zentrale Punkte im Fokus – Die Seeblockade der USA gegen Venezuela, was die Ölexporte insbesondere nach China etwas einschränkt, als auch der weiterhin laufende Krieg in Osteuropa, bei dem die Ukraine zuletzt deutlich mehr Angriffe auf russische Ölanlagen und Häfen startete.
USA beschlagnahmt zweites Schiff vor Venezuela, verfolgt drittes
Bereits vor zwei Wochen hatten die USA einen Öltanker vor Venezuela festgesetzt, geentert und beschlagnahmt, als dieser Rohöl aus Venezuela verschiffen wollte. Vergangenes Wochenende wurde ein zweiter Tanker aufgehalten, auch dieser soll sanktionierte Waren transportieren weshalb die USA rechtfertigen wollen, die „Schwarzmarktware“ gerechtfertigt zu nehmen und aus dem Handel auszuschließen. Ein drittes Schiff, welches ursprünglich nach Venezuela einfahren sollte, wechselte seinen Kurs, fährt aktuell durch die Karibik und wird derzeit von US-Kräften verfolgt.
Die Schiffe und das darin geladene und transportierte Öl sei jeweils Teil der sanktionierten „Schattenflotten“, also Schiffe die unter falscher Fahne illegale Transporte und Handel durchführen. US-Präsident Trump meldete zuletzt, dass überlegt wird, die sanktionierten Schiffe und deren geladenes Öl vorerst zu behalten oder zu verkaufen. Venezuela und China äußerten zuletzt strenge Vorwürfe gegen die Beschlagnahmungen.
Angriffe gegen Russlands Öl-Infrastrukturen nehmen zu
Die Angriffe der Ukraine gegen russische Infrastrukturen, besonders in der Ölindustrie, nehmen weiter zu. So meldeten Informationsdienste am Wochenende einen Angriff auf eine russische Ölplattform und ein naheliegendes Militärschiff im Kaspischen Meer. Das ist bereits der vierte Angriff auf Förderplattformen und Bohranlagen in den letzten zwei Wochen alleine in dieser Region. Details zu Ausfällen in der Ölproduktion wurden nicht bekannt gegeben.
In der Nacht zum Montag kam es dann zu Drohnenangriffen auf den Hafen von Taman, südwestlich von Russland am Rand des Schwarzen Meers. Dabei wurden zwei Anlegestellen, zwei Schiffe und eine nahe Verladepipeline beschädigt. Auch hier ist das genaue Ausmaß der Schäden und die Dauer der Reparaturen unbekannt, es kam jedoch zu mehreren Bränden, sodass zumindest mit moderaten Schäden zu rechnen ist.
Heizölpreise kaum verändert
Während sich die weltpolitischen Spannungen mehr und mehr Druck auf internationale Öltransporte und Handel auswirken, wirkt das bisher noch wenig Druck auf Ölprodukte aus und auch der deutsche Heizölmarkt blieb bisher von stärkeren Preisentwicklungen verschont. Deshalb werden heute für Abnehmerinnen und Abnehmer in der Bundesrepublik nur minimale Preisabweichungen von ca. -0,10 bis +0,30 Euro pro 100 Liter im Vergleich zu Montagvormittag erwartet.

Die Verhandlungen über ein Ende des russischen Angriffskriegs in der Ukraine wurden am Wochenende in den USA fortgesetzt. Zu Beginn der neuen Handelswoche bleibt ein Durchbruch aber weiterhin aus, während die USA mittlerweile eine Seeblockade gegen Venezuela umsetzen. Diesen geopolitischen Faktoren, die die Preise tendenziell stützen, wirken weiterhin die Erwartungen eines Überangebots entgegen. Zumindest kurzfristig setzten sich heute Morgen allerdings die geopolitischen Faktoren durch.
Kurzfristige Heizölpreisentwicklung
Zum Wochenauftakt sind die durchschnittlichen Heizölpreise etwas höher als noch am vergangenen Freitag. Abnehmerinnen und Abnehmer im Bundesgebiet zahlen derzeit durchschnittlich etwa +0,39 Euro mehr zahlen als am 19.12.2025. Verglichen mit Anfang letzter Woche ist Heizöl aktuell aber noch immer etwa -1,31 Euro billiger. Im Vergleich zum Preisniveau von vor einem Monat hat sich der Rückgang mit -10,65 Euro noch weiter ausgeprägt. Prozentual entspricht dies einem Preisrückgang von -11,1 Prozent zu den Preisen vom 24. November.
Langfristige Preisentwicklung
Was die langfristigen Preisentwicklungen anbelangt haben sich die Abwärtsbewegungen ebenfalls fortgesetzt. So liegen die Preise derzeit etwa -5,61 € unter dem Niveau vom 22. September 2025 und sind damit -6,1 Prozent niedriger. Bei Betrachtung der letzten Jahre zeigt sich ebenfalls weiterhin eine Abwärtstendenz der Heizölpreise. So ist das Produkt im deutschlandweiten Durchschnitt aktuell rund -3,08 Euro pro 100 Liter günstiger als zum entsprechenden Zeitpunkt des Vorjahres. Im Vergleich zum 22. September 2023 ergab sich ein Rückgang um -28,16 Euro günstiger.

Was spricht für aktuell steigende Preise?
– Anhaltender Konflikt zwischen Ukraine und Russland
Die Verhandlungen über einen Frieden in der Ukraine wurden am Wochenende zwar fortgesetzt, zu einem Durchbruch kam es allerdings immer noch nicht. Die Angriffe auf russische Ölinfrastrukturen, Häfen und Energienetze sorgen vereinzelt immer wieder für neue Impulse, insgesamt sind sie jedoch größtenteils bereits eingepreist
– USA setzen Seeblockade gegen Venezuela durch
Nachdem US-Präsident Trump in der vergangenen Woche eine Seeblockade gegen Venezuela angekündigt hatte, die vor allem auf sanktionierte Tanker abzielen soll, wird diese mittlerweile zunehmend durchgesetzt. Dadurch kam es bei Lieferungen aus Venezuela teilweise bereits zu Verschiebungen
– OPEC+ pausiert Produktionssteigerungen
Das Ölkartell OPEC bestätigte Ende November eine vorübergehende Pause bei der Rückführung der freiwilligen Produktionskürzung von acht Ländern des OPEC+-Bündnisses für das erste Quartal 2026. Somit dürfte zumindest das Angebot der Produzentenallianz nicht wesentlich zunehmen, während der allgemeine Bedarf nach Rohöl saisonal in eine schwächere Phase übergeht.
Was spricht für aktuell sinkende Preise?
– Überversorgung am Ölmarkt
Die Berichte vieler großer Energiekonzerne und Marktanalysten deuten auf eine eindeutige Überversorgung des Rohölmarkts hin. Durch das sehr hohe Angebot kann die Nachfrage leichter gedeckt werden und Preiskonkurrenz wächst
– Fortschritte in den Ukraine-Russland-Friedensverhandlungen
Auch wenn der Konflikt und die Angriffe grundsätzlich weiter fortgesetzt werden, sollen die Friedensgespräche am Wochenende „konstruktiv“ gewesen sein.
Die genannten Heizölpreise beziehen sich stets auf den deutschlandweiten Durchschnittspreis bei einer Bestellung von 3.000 Liter Heizöl Standard schwefelarm inklusive 19% MwSt. Außerdem fallen durch Transportkosten die Preise regional unterschiedlich aus. Stand der Preise 22.12.2025
