
Das Ende der aktuellen Arbeitswoche ist an den Ölbörsen von allgemeiner Unsicherheit geprägt. Während im Nahen Osten aktuell Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran stattfinden, welche aktuellen Vorhersagen sobald keine eindeutigen Ergebnisse liefern könnten, nähert sich Indien den Vorgaben der USA an. Hier will man stärker auf russisches Öl verzichten und greift stattdessen nach Ware aus Venezuela.
Handelsabkommen USA-Indien in den Startlöchern
Anfang der Woche bestätigten die USA einen neuen Handelsdeal mit Indien. Diesem zufolge sollen die Steuersätze auf viele indische Güter in den USA von 25% auf 18% reduziert werden, während der Strafzollsatz für die Unterstützung russischer Ölverkäufe auf Waren aus Indien, in Höhe von nochmal 25%, komplett entfallen soll. Im Gegenzug verpflichtet sich Indien, russische Ölimporte möglichst schnell zu beenden oder zumindest drastisch herunterzufahren, Energieprojekte der USA zu unterstützen und Investitionen sowie Großeinkäufe bei US-Firmen tätigen.
Genaue Details zu den Vorgaben sollen in naher Zukunft folgen, ein Punkt wird jedoch sehr argwöhnisch beäugt- die Importe von russischem Öl. Denn dieses kauft Indien aufgrund sehr günstiger Preise entsprechend gerne. Zwar sanken die Importe in den letzten Wochen drastisch, auf mehrfaches Drängen des US-Präsidenten, eine klare Linie will das südasiatische Land dennoch nicht fahren sondern lässt die Entscheidung lieber bei den Raffineriebetrieben, die das Öl schließlich auch verarbeiten
Erster indischer Konzern bestätigt Kauf von Venezuela-Öl
Im Rahmen der Gespräche zum Handelsabkommen wurde Indien auch die Freigabe zu Käufen von venezolanischem Öl erteilt. Das ließ der indische, private Raffineriekonzern „Reliance Industries“ sich nicht zweimal sagen. Gestern bestätigten anonyme Handelsexperten, dass aus Indien bereits ein erster Kaufauftrag von venezolanischem Öl mit Lieferung im April getätigt wurde. Andere, indisch-staatliche Raffineriebetrieb äußerten ebenfalls ihr Interesse, bestätigten jedoch noch keine Käufe.
Ob Indien damit wirklich die Käufe von russischen Waren einstellt, bleibt abzuwarten und ist auf aktueller Sicht auch eher unwahrscheinlich, schon alleine aufgrund bestehender kurz- und mittelfristiger Kaufverträge bei russischen Ölfirmen. Daher warten viele, auch indische Raffineriebetriebe selbst, auf klarere Aussagen und Richtungen, rund um den Kauf von Öl und Ölprodukten nach Indien. Daher ist auch noch nicht sicher, wie stark die Märkte davon in naher Zukunft beeinflusst werden könnten.
Inlandspreise kaum verändert
Die aktuellen Spannungen und Unsicherheiten an den Ölbörsen sorgen für ein reges Auf und Ab der Ölpreise, und damit auch für stetige Schwankungen bei den Ölprodukten. In Deutschland scheinen diese jedoch bisher kaum angekommen zu sein. So werden beim Kauf von Heizöl aktuell kaum Unterschiede bei den Heizölpreisen mit kleinen Preisschwankungen in Höhe von -0,20 bis +0,20 Euro pro 100 Liter im Vergleich zu Donnerstagvormittag erwartet.

Der Ölmarkt reagiert weiterhin empfindlich auf geopolitische Schlagzeilen. Dies wurde gestern deutlich, als es plötzlich hieß, die Gespräche zwischen den USA und Iran seien abgesagt. Die Ölpreise schnellten in die Höhe, erholten sich danach aber auch wieder recht schnell. Das Treffen findet statt, doch die sprichwörtliche Kuh ist damit längst noch nicht vom Eis.
Teheran widerspricht: Treffen in Oman findet statt
Die über die US-Nachrichtenplattform Axios verbreitete Meldung, dass die geplanten Gespräche zwischen den USA und dem Iran abgesagt worden seien, hatte die börsengehanldeten Rohölpreise am Mittwochabend in die Höhe getrieben. Aus informierten Kreisen habe es laut Axios geheißen, dass sich die beiden Parteien nicht auf eine Agenda hätten einigen können.
Der iranische Außenminister Abbas Araghtschi stellte jedoch mittels einer Nachricht auf seinem Profil beim Kurzmeldungsdienst X wenig später klar, dass die Gespräche stattfinden würden.“Die Atomgespräche mit den Vereinigten Staaten sollen am Freitag gegen 10:00 Uhr in Maskat [der Hauptstadt des Oman] stattfinden. Ich bin unseren omanischen Brüdern dankbar, dass sie alle notwendigen Vorkehrungen getroffen haben“, schrieb Araghtschi.
Streit um die Agenda könnte Probleme machen
Die Agenda für die Verhandlungen scheint allerdings tatsächlich noch nicht wirklich ausgearbeitet zu sein, denn US-Außenminister Marco Rubio betonte am gestrigen Mittwoch noch einmal, dass die Verhandlungen auch das Raketenprogramm Irans beinhalten müssten, sowie die Unterstützung Teherans für bewaffnete Milizen in der Region und – ganz am Rande – den Umgang des Regimes mit dem iranischen Volk.
Dabei soll gerade die Begrenzung der Gespräche auf das Thema Atomprogramm der Grund dafür gewesen sein, dass Teheran diese nicht in der Türkei (wie ursprünglich angedacht), sondern im Oman führen will. Es bleibt also abzuwarten, ob sich die beiden Seiten bis Freitag noch auf eine Agenda einigen können, oder ob die Uneinigkeit darüber doch wieder zu einer Verschärfung der Spannungen oder gar einer Absage der Verhandlungen führen wird.
Skepsis unter Marktbeobachtern – Militärische Eskalation bleibt Preistreiber
Unter Marktbeobachtern ist man ohnehin nicht sehr optimistisch, was die Ergebnisse der Verhandlungen angeht. Ölmarktanalyst Mukesh Sahdev von XAnalysts, einem Beratungsunternehmen für den Energiesektor, fürchtet sogar: „Es ist wahrscheinlich, dass diese Gespräche neue Differenzen zutage fördern und die Risikoprämie bald wieder steigen wird.“
Davon abgesehen trägt auch US-Präsident Donald Trump, der auf Fragen von Journalisten gerne mal mit mehr oder weniger vagen Drohungen gegenüber dem Iran antwortet, dazu bei, dass man am Markt die Risikoprämie für einen US-Militärschlag gegen die Islamische Republik nicht ganz auspreisen will. Schließlich könnte ein solcher Militärschlag Teheran dazu veranlassen, die Straße von Hormus und damit ein wichtiges Nadelöhr für den internationalen Ölhandel zu blockieren.
Inlandspreise wenig verändert
Trotz des kurzfristigen Preisanstieges von gestern Abend bleiben die Heizölpreise im Inland im Vergleich zu gestern Vormittag fast unverändert. Je nach Region müssen Verbraucherinnen und Verbraucher mit Preisunterschieden von -0,30 bis +0,10 Euro/100l rechnen.

Zum Start in den Mittwoch sind die Preise an den Ölbörsen und Märkten nur leicht zurück gegangen, nachdem sie seit Dienstagnachmittag erheblich angestiegen sind. Die Marktteilnehmer beobachten das aktuelle geopolitische Vorgehen, insbesondere alles rund um die USA sehr genau, insbesondere im Bezug auf die militärische Präsenz in der Nähe des Iran.
Scharfe Waffen vor der Straße von Hormus
Mit den Annäherungsversuchen zwischen dem Iran und den USA am Montag standen die Zeichen noch gut, dass mögliche Verhandlungen ohne Probleme ablaufen. Zwar sollen weiterhin friedliche Gespräche stattfinden, doch ganz so reibungslos laufen die Vorbereitungen wohl nicht. So sollen heute am frühen Morgen, den USA zufolge, US-Streitkräfte eine iranische Drohne aus „Selbstverteidigung“ abgeschossen haben. Gestern sollen zudem zwei Boote der iranischen Revolutionsgarde einem US-Schiff mit Waffengewalt gedroht haben und wollten es angeblich entern.
Von Seiten des Iran wird diese Erzählung etwas anders gesponnen. Der Drohneneinsatz soll demnach „eine gewöhnliche und legale Mission zur Aufklärung, Überwachung und Fotografie“ gewesen sein. Auch der Einsatz bewaffneter Boote gegen den US-Tanker „Stena Imperative“ soll keine Aggression gewesen sein, sondern eine Warnung abzudrehen, da das US-Schiff „illegalerweise“ in die Straße von Hormus eingedrungen sei.
Letztlich lässt sich von außen nicht sagen, wer wirklich Recht hat. Klar ist jedoch, dass beide Seiten mit deutlicher Anspannung vor den geplanten Verhandlungen am Freitag agieren. Diese Nervosität wirkt sich auch auf die Ölmärkte aus. Bei zu starken Spannungen wird der Verkehr durch die Straße von Hormus, eine Meerenge im Nahen Osten durch die knapp 20% des täglichen Ölverbrauchs laufen, als gefährlich angesehen und Gefahrenzuschläge können auftreten. Auch ein Risiko auf Einschränkungen der Handelsroute bleibt in diesem Fall bestehen.
Heizöl erheblich teurer
Nachdem bis gestern Mittag deutliche Entspannungen auf weltpolitischer Ebene erwartet wurden, und diese mit den aktuellen Spannungen erneut deutlich aufgewirbelt wurden, erwarten die Ölmärkte kurzfristig moderate Preisanstiege bei Öl und Ölprodukten. Das trifft auch die Verbraucherinnen und Verbraucher in Deutschland, welche aktuell bei Heizöl mit durchschnittlichen Aufschlägen in Höhe von +1,15 bis +1,55 Euro pro 100 Liter im Vergleich zu Dienstagvormittag rechnen müssen.

An den Ölbörsen ging es zum Wochenstart gestern erst einmal deutlich nach unten. Dies war hauptsächlich den Anzeichen für eine Annäherung zwischen den USA und Iran geschuldet, nachdem die Möglichkeit eines US-Militärschlags gegen das Mullah-Regime in der vergangenen Woche zeitweise noch für stark steigende Preise gesorgt hatten.
Iran und USA wollen reden
Wieder einmal waren es Äußerungen von US-Präsident Trump, die die Preise der Kontrakte an den Ölbörsen am gestrigen Montag sinken ließen. Dieser hatte am Wochenende behauptet, die iranische Regierung wolle „ernsthaft“ mit Washington reden. Zuvor hatte bereits der Sprecher des iranischen Parlaments, Ali Laridschani, von Vorbereitungen für Verhandlungen gesprochen.
Bei diesen wird es allerdings nicht mehr ausschließlich um die Reaktion Teherans auf die jüngsten Proteste im Iran gehen, die im Dezember ausgebrochen waren und von der iranischen Regierung gewaltsam niedergeschlagen wurden, sondern auch wieder einmal um das Atomprogramm der Islamischen Republik.
Erste Gespräche am Freitag in der Türkei geplant
Am Freitag dieser Woche soll es nun Berichten zufolge erste Gespräche zwischen dem US-Sonderbeauftragten Steve Witkoff und dem iranischen Außenminister Abbas Araghtschi im türkischen Istanbul geben. Sollten diese halbwegs erfolgreich verlaufen, dürfte wieder ein längerer Verhandlungsprozess folgen. Die Gefahr, dass der Iran in Reaktion auf einen Militärschlag der USA die Meerenge von Hormus blockieren könnte, scheint jedoch zumindest vorerst gebannt.
Die Straße von Hormus ist für den auf dem Seeweg abgewickelten internationalen Ölhandel enorm wichtig, da täglich rund 21 Mio. Barrel Öl die Route die Meerenge passieren. So führte das nachlassende Risiko einer Blockade dieses Nadelöhrs an den Ölbörsen gestern denn auch dazu, dass die Trader den Risikoaufschlag, den sie zuvor diesbezüglich eingepreist hatten, wieder deutlich reduzierten.
Inlandspreise günstiger
Der starke Preisrückgang, zu dem es gestern an den Ölbörsen kam, wirkt sich auch heute Morgen noch auf die regionalen Heizölpreise aus. So können Abnehmerinnen und Abnehmer von Heizöl in der Bundesrepublik aktuell im Vergleich zu Montagvormittag durchschnittlich mit rund -1,10 bis -1,50 Euro pro 100 Liter niedrigeren Preisen rechnen.

Weltpolitische Spannungen sind aktuell immer noch der Haupteinfluss bei den Heizölpreisen. Dementsprechend kam es heute zu einem moderaten Preisrutsch, als der Spannungsherd Iran-USA sich zum Wochenende wieder etwas beruhigte. Damit sind die Preisanstiege der vergangenen Tage schon wieder fast eingeholt, dennoch ist Heizöl aktuell noch immer deutlich teurer als zum Jahreswechsel. Verglichen mit den Vorjahren bleibt ein deutlicher Abwärtstrend bei den Heizölpreisen bestehen.
Kurzfristige Heizölpreisentwicklung
Über die letzten Tage gab es bei den Heizölpreisen ein reges Auf- und Ab. Dadurch ist Heizöl heute im Vergleich zum Freitag knapp -1,85 Euro günstiger als vergangenen Freitag, dabei aber nahezu genauso teuer wie vorherigen Montag. Die allgemeinen kurz- bis mittelfristigen Preisanstiege machen sich jedoch besonders im Vergleich zu Januar-Anfang bemerkbar. Abnehmerinnen und Abnehmer in der Bundesrepublik zahlen heute durchschnittlich +4,31 Euro mehr als am Jahresanfang.
Langfristige Preisentwicklung
Die aktuellen Heizölpreise sind nahezu identisch mit den Zahlen von vor drei Monaten. Gemeinsam mit den deutlichen Preisentwicklungen der letzten Wochen verdeutlicht das nur nochmal, wie volatil die Preisentwicklungen zuletzt wirklich waren. Der allgemeine Abwärtstrend über die Jahre hinweg bleibt weiter vorhanden. So zahlen Abnehmerinnen und Abnehmer im deutschen Bundesgebiet aktuell durchschnittlich -4,59 Euro weniger als vor einem Jahr, und -13,43 Euro weniger als vor 2 Jahren.

Was spricht aktuell für steigende Preise?
– Wetterbedingte Ausfälle in den USA
Die Winterausfälle und Schneestürme in den USA gehen in die nächste Runde. Zu starke Kälte schränkt hier vereinzelt die Ölproduktionen ein und sorgt damit für regionale Engpässe, welche auch den Weltmarkt belasten.
Was spricht aktuell für sinkende Preise?
– Näherungsversuche zwischen USA und Iran
Zwischen den USA und dem Iran kam es in der vergangenen Woche zu hitzigen Diskussionen und Drohungen. Nun versuchen sich beide Seiten friedvoll wieder anzunähern, was erste Sorgen zu den Ölexporten aus dem Nahost-Raum lindert.
– Deutliche Überversorgung am Ölmarkt
Mit allgemeinen Entspannungen am internationalen Ölmarkt rutscht der Fokus wieder ein Stück weit auf die erwartete Überversorgung am Ölmarkt. Diese wird von einigen Instituten auf mehr als 3 Mio. Barrel pro Tag geschätzt, was ein deutliches Überangebot im Vergleich zur Nachfrage verursachen würde.
Die genannten Heizölpreise beziehen sich stets auf den deutschlandweiten Durchschnittspreis bei einer Bestellung von 3.000 Liter Heizöl Standard schwefelarm inklusive 19% MwSt. Außerdem fallen durch Transportkosten die Preise regional unterschiedlich aus. Stand der Preise 02.02.2026

Der Freitagvormittag begann bei den Ölbörsen mit erheblichen Preisrückgängen, nachdem ebendiese gestern Abend nochmal erheblich in die Höhe geschossen sind. Eine allgemeine Unsicherheit bei den Märkten und Händlern lässt sich aktuell weiterhin beobachten, denn sowohl der starke Wintereinbruch, als auch die Spannungen zwischen den USA und dem Iran halten die Ölmärkte im Griff und sorgen für massive Unruhen.
Iran und USA verschärfen gegenseitige Drohungen
Bereits seit den 50er Jahren kommt es immer wieder zu Konflikten und Meinungsverschiedenheiten zwischen dem Iran und den USA. Zuletzt flammte diese Anspannung mit der gewaltsamen Unterdrückung von Protestierenden im Iran Ende Dezember wieder auf. Seitdem meldete Trump mehrmals, er werde die unterdrückte Bevölkerung unterstützen.
Öffentlichen Meldungen zufolge soll die gewaltsame Verdrängung der Proteste mittlerweile nachgelassen haben, dennoch drohte der US-Präsident in den vergangenen Tagen wieder damit, dass eine „massive Armada“ amerikanischer Streitkräfte auf dem Seeweg in Richtung Iran ist. Während Trump weiter gegen das iranische Atomprogramm wettert, kommen aus Insiderkreisen zudem Infos, dass auch gezielte, militärische Angriffe gegen das Regime im Iran in Erwägung gezogen werden. Und auch der Iran droht bei steigenden Aggressionen mit Vergeltung gegen die USA.
Straße von Hormus im Fokus
Angriffe auf den Iran und die umliegenden Länder könnten ohne Frage direkten Einfluss auf die Ölproduktion in der Region haben, sehr viel gefürchteter ist jedoch eine Sperre der Straße von Hormus. Das ist eine Meerenge zwischen dem Iran, den vereinigten Arabischen Emiraten und Oman, welche an den schmalsten Stellen nur wenige Kilometer breit ist. Sie ist eine der wichtigsten Durchgangsrouten für Waren aus dem nahen Osten.
Da knapp 20 Prozent der weltweiten Öltransporte durch die Straße von Hormus laufen, wäre eine Sperre des Durchgangs durch den Iran fatal für die weltweite Ölversorgung. Und damit droht der Iran gerne, so auch aktuell, falls die USA militärische Übungen oder Drohungen gegen das Land ausführen sollte. Zwar kam es bisher noch nie zu einer umfassenden Sperre der Handelsroute, doch alleine die Angst davor lässt die Preise an den Ölbörsen bei Unruhen nach oben schießen, so auch aktuell.
Inlandspreise etwas teurer
Die Sorgen und Unruhen an den Ölbörsen wirken sich weiterhin auch auf die regionalen Heizölpreise aus, wenn auch nicht so deutlich heute. So zahlen Abnehmerinnen und Abnehmer von Heizöl in der Bundesrepublik aktuell durchschnittlich rund +0,15 bis +0,55 Euro pro 100 Liter mehr als noch am Donnerstagvormittag.

Die kalten Temperaturen in weiten Teilen Europas aber auch der USA geben den Preisen an den Ölbörsen weiterhin Auftrieb. Hinzu kommen nun noch erneute Drohungen von US-Präsident Trump gegenüber dem Iran, die wieder einmal die Befürchtungen wecken, dass Trump mit einem Militärangriff gegen die Islamische Republik für Ausfälle des Ölangebots Irans, aber auch anderer Nahost-Staaten sorgen könnte. Daher wird an den Ölbörsen mittlerweile wieder ein leichter Risikoaufschlag mit einkalkuliert.
Trump droht Iran erneut mit Militärschlag
Mitte des Monats hatte es noch so ausgesehen, als wäre das Risiko eines US-Militärschlags gegen das Mullah-Regime im Iran abgewendet. Donald Trump hatte verkündet, Teheran habe ihm versprochen, nach der gewaltsamen Niederschlagung der Proteste im Iran keine Hinrichtungen von Demonstranten vorzunehmen und auch niemand mehr bei Protesten getötet werde.
Statt eines Militärschlags wählte Washington dann die Erweiterung der Sanktionen gegen den Iran. Ende letzter Woche nahmen die Spannungen dann wieder zu, als der US-Präsident mitteilte, eine ganze Armada an Kriegsschiffen in Richtung des Nahen Ostens geschickt zu haben, für den Fall, dass Teheran nicht Wort hält. Seither ist wieder Säbelrasseln angesagt, das gestern in einer Mitteilung kulminierte, die Trump auf seiner Kommunikationsplattform Truth Social veröffentlichte.
In dieser warnte der US-Präsident die iranische Regierung, diese habe nicht mehr lange Zeit, um an den Verhandlungstisch zurückzukehren. Dann drohte Trump mit einem „weitaus schlimmeren“ Angriff, als dem, den die USA im vergangenen Juni im Zuge des israelischen Luftangriffs auf Irans Atomanlagen durchgeführt hatten, sollte es sich nicht bereit für Verhandlungen zeigen.
Trotz westlicher Sanktionen war der Iran 2025 mit einer Fördermenge von durchschnittlich 3,3 Millionen Barrel pro Tag immer noch der drittgrößte Rohölproduzent der OPEC (Quelle: OPEC Monthly Oil Market Report Januar). Bei einem Militärschlag der USA gegen das Land könnte es aber nicht nur zu Ausfällen des iranischen Ölangebots selbst kommen. Auch das Angebot aus anderen Ländern der Region, wie beispielsweise Saudi-Arabien oder Irak, könnte in Mitleidenschaft gezogen werden – je nach dem, wie stark diese in den Konflikt mit hineingezogen werden.
Inlandspreise erneut teurer
Der aktuell im Vergleich zum Dollar starke Euro kann nur bedingt verhindern, dass sich die Preisanstiege an den Ölbörsen auch auf die Inlandspreise übertragen. Dies liegt daran, dass die Kontrakte für Rohöl und Gasöl an der ICE in der US-Währung gehandelt werden und bei einem schwächeren Dollar die Nachfrage nach den Kontrakten seitens der Trader aus dem Euroraum zunimmt und wiederum die Preise der Kontrakte steigen lässt. Dementsprechend müssen Abnehmerinnen und Abnehmer in Deutschland aktuell mit leichten Preisanstiegen von durchschnittlich +0,85 bis +1,25 Euro pro 100 Liter im Vergleich zu Mittwochvormittag rechnen.

München (ots) – Nachdem die Kraftstoffpreise einige Wochen lang auf einem zu hohem Niveau lagen, bewegt sich nun zumindest der Benzinpreis wieder abwärts. Wie die aktuelle ADAC Auswertung der Kraftstoffpreise in Deutschland zeigt, kostet ein Liter Super E10 im bundesweiten Mittel 1,736 Euro und damit 0,6 Cent weniger als vor einer Woche. Diesel kostet wie bereits in der Vorwoche im Schnitt 1,698 Euro.
Der Preis für ein Barrel Rohöl der Sorte Brent ist im selben Zeitraum von rund 65 US-Dollar auf knapp unter 68 US-Dollar gestiegen. Dieser Effekt führt – isoliert betrachtet – zu höheren Preisen an den Zapfsäulen. Dass der Preis für Benzin dennoch nachgegeben hat, kann als Indiz für zu hohe Preise in den vergangenen Wochen gesehen werden. Getrieben wird der höhere Ölpreis vor allem durch Sorgen vor einem möglicherweise eskalierenden Konflikt im Iran. Im Wochenvergleich notiert der Euro zum US-Dollar ebenfalls deutlich stärker und erreichte damit sogar den höchsten Stand seit Juni 2021. Ein festerer Eurokurs mildert die Auswirkungen eines steigenden Ölpreises für die Autofahrerinnen und Autofahrer grundsätzlich ab.

Der ADAC empfiehlt, nach Möglichkeit abends zu tanken, denn dann sind die Kraftstoffpreise im Schnitt rund 13 Cent je Liter niedriger als morgens. Eine praktische Hilfe bei der Suche nach günstigen Tankstellen bietet die Spritpreis-App „ADAC Drive“: Hier lassen sich rund um die Uhr die aktuellen Preise an den mehr als 14.000 Tankstellen in Deutschland vergleichen. Ausführliche Informationen zum Kraftstoffmarkt und aktuelle Preise gibt es unter www.adac.de/tanken.
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Bildquelle: ADAC e.V.

Der Winter zeigt weiterhin sein kaltes Gesicht und sorgt in Deutschland und Europa, aber auch in den USA für erheblichen Frost. Da die Kälteeinbrüche noch eine Weile bleiben werden, steigen auch die Preise an den US-Ölbörsen, da stellenweise die Exporte und Ölproduktionen durch Frost und Eis eingeschränkt werden. Und auch bei uns in Europa und Deutschland werden die Ölexporte und deren Entwicklung genauer erwartet, auch wenn der Fokus hier eher bei der Wiederaufnahme der kasachischen Ölproduktion liegt.
Tengiz-Ölfeld wird wieder hochgefahren
Vor 10 Tagen meldeten verschiedene Quellen, dass der Betrieb am größten Ölfeld Kasachstans, Tengiz, aufgrund von Schäden und Bränden an mehreren Stromgeneratoren abgestoppt werden musste. Vorgestern dann das Aufatmen, die Produktion an Tengiz und den nahen, kleineren Ölfeldern wird wieder hochgefahren. Aber wie lange soll das ganze dauern? Hier sind sich Insiderquellen und Politiker uneinig.
Gestern meldeten verschiedene, anonyme Insider, dass die Produktion innerhalb der nächsten 10 Tage wieder bei der Hälfte des sonst möglichen Durchsatzes ankommen soll. Darüber hinaus konnten keine Pläne oder Schätzungen genannt werden. Damit würde der Export Kasachstans zumindest noch eine Weile um 30-40 Prozent schwächer ausfallen als im Durchschnitt für 2025 angegeben wurde.
Heute dann beruhigende Worte des kasachischen Energieministers – Das Tengiz-Ölfeld und die direkte Umgebung sollen innerhalb einer Woche wieder Produktionsmengen um 900.000 Barrel pro Tag erreichen, nahe den Spitzenwerten die vergangenes Jahr erreicht wurden. Dennoch bleibe der Neustart eine komplexe Angelegenheit.
Die Stilllegung des Tengiz-Feldes sorgte bisher für Produktionsverluste von knapp 7,2 Mio. Barrel und damit auch für erhebliche Exporteinschränkungen. Da Deutschland knapp 11 Prozent seines Rohölbedarfs aus Kasachstan bezieht, welche den Großteil der Exporte mit Öl aus dem Tengiz-Feld durchführen, wird auch in der Bundesrepublik auf eine zeitnahe Wiederaufnahme aller kasachischen Ölexporte gehofft.
Inlandspreise etwas teurer
Der Winter hält das Land weiter stark im Griff und lässt gemeinsam mit den Entwicklungen an den Ölbörsen die Heizölpreise leicht steigen. Dementsprechend müssen Abnehmerinnen und Abnehmer in Deutschland aktuell mit leichten Preisanstiegen von durchschnittlich +0,20 bis +0,60 Euro pro 100 Liter im Vergleich zu Dienstagvormittag rechnen.

Nicht nur in Deutschland ist der Winter wieder zurück, auch in den USA sorgt eine massive Kältewelle schon seit letzter Woche für große Probleme. Hunderttausende Haushalte waren und sind zum Teil immer noch ohne Strom, in zahlreichen Bundesstaaten musste der Notstand ausgerufen werden. Die extremen Wetterverhältnisse beeinträchtigen auch die US-Öl-und Gasförderung – mit spürbaren Folgen in Europa.
Mehrere Millionen Barrel Ausfall in den USA
Vor allem die niedrigen Temperaturen sind es, die an den Förderanlagen in den USA für Probleme sorgen. Gerade in den Regionen mit eher gemäßigtem Klima sind die Pipelines und die Pumpstationen oft nicht auf Minusgrade ausgelegt, so dass sie einfrieren oder die Qualität des geförderten Öls und Gases kompromittiert ist.
Aktuellen Schätzungen zufolge fielen im sogenannten „Permian Basin“, dem ertragreichsten Schieferölgebiet der USA , allein am Samstag rund 1,5 Millionen Barrel an täglicher Förderung den eisigen Temperaturen zum Opfer, am gestrigen Montag waren es laut der Analysten immer noch 0,7 Millionen Barrel, die fehlten. Sie vermuten, dass die Förderkapazitäten – gemäß der aktuellen Wetteraussichten – erst zum Ende der Woche wieder auf Normalstand sein werden.
LNG-Förderung besonders betroffen
Besonders betroffen von den Ausfällen ist die US-amerikanische LNG-Förderung, da die Förderanlagen für das per Fracking gewonnene Flüssigerdgas sehr anfällig sind. Für Europa ist das durchaus ein Problem, denn seit dem Bruch mit Russland stammt ein Großteil des hier benötigten LNGs aus den USA.
Gasspeicher in Deutschland extrem niedrig
Auch Deutschland bezieht 80 Prozent seines Flüssigerdgases aus den Vereinigten Staaten. Und gerade in der kalten Jahreszeit ist man auf die amerikanischen Importe angewiesen, denn der Füllstand der deutschen Gasspeicher liegt mit 36,8 Prozent weit unter dem üblichen Durchschnitt (Quelle: AGSI+ Stand 26.1.2026).
Die hohe Nachfrage in Kombination mit der akuten Angebotsknappheit sorgt aktuell am Gasmarkt für extreme Preissteigerungen, was sich inzwischen auch an den Ölbörsen bemerkbar macht (wenn das Gas knapp wird, wird auf Alternativen wie Diesel oder andere Brennstoffe umgestellt, so dass auch hier der Bedarf steigt).
Inlandspreise etwas günstiger als zuvor
Zuletzt waren auch die Inlandspreise für Heizöl deshalb teilweise deutlich gestiegen. Doch heute können sich die deutschen Verbraucherinnen und Verbraucher über leichte Preisabschläge freuen, denn für 100 Liter zahlen sie heute etwa -0,85 bis -1,25 Euro weniger als noch am Montagvormittag.
