
Bei den Ölmärkten liegen derzeit wieder die Spannungen zwischen den USA und dem Iran im Fokus. So häufen sich erneut die Drohungen der Länder gegeneinander, was die Ölmärkte unter Druck setzt, da in direkter Nähe der Krisenherds die Straße von Hormus liegt. Allein das potentielle Risiko auf Schwierigkeiten in diesem Gebiet lässt die Ölpreise stark ansteigen, wie sich auch die letzten Tage beobachten lässt.
USA setzt Iran ein Ultimatum von 10 bis 15 Tagen
Donald Trump stellte dem Iran im Rahmen der Atomverhandlungen ein Ultimatum von 10 bis 15 Tagen. Sollte bis dahin kein vernünftiges Abkommen zu den Atomgesprächen vorliegen, drohen „sehr schlimme Dinge“. Auch wenn der US-Präsident keine genauen Angaben machte, was er als „schlimm“ bezeichnen würde, verwies er darauf, dass man auch noch einen Schritt weiter gehen könnte als im Juni 2025. Damals führte das US-Militär Luftangriffe gegen iranische Nuklearanlagen durch und beschädigte diese.
Diese Aussagen ließ der Iran nicht lange auf sich sitzen und drohte direkt zurück. Im Falle eines Angriffs ziehe es Teheran in Betracht, schwere Schläge auf US-Stützpunkte im Nahen Osten zu starten. Das betonte der Iran auch in einem Schreiben an den UN-Generalsekretär, António Guterres. Darin erklärten die Vertreter Teherans, dass man „entschlossen und verhältnismäßig“ im Rahmen des Selbstverteidigungsrechts reagieren wird, sollte die USA einen Angriff auf das Land starten.
Straße von Hormus – Wichtigstes Nadelöhr am Ölmarkt
Die Straße von Hormus, welche den Persischen Golf mit dem arabischen Meer und dahinter dem indischen Ozean verbindet, ist die vermutlich wichtigste und kritischste Engstelle der weltweiten Öltransporte. Durch die wenige Kilometer weite Meerenge laufen rund 20% der täglichen Ölexporte und sie ist mitunter der wichtigste Transportweg für Saudi Arabien, Kuwait, die Arabischen Emirate, den Irak, Katar und eben auch den Iran.
Damit können Konflikte nahe der Straße von Hormus die Ölversorgung weltweit stören und durcheinander bringen, insbesondere im asiatischen Raum aber auch in Europa. Gleichzeitig sorgen die dauernden Spannungen schon im Voraus für deutliche Preiserhöhungen an den weltweiten Ölbörsen, was das genaue Gegenteil von dem ist, was der US-Präsident für seine Bevölkerung ermöglichen wollte.
Heizöl erheblich günstiger erwartet
Die globalen Spannungen wirken sich aktuell wieder auf die durchschnittlichen Heizölpreise in der Bundesrepublik aus. Aktuellen Vorhersagen zufolge müssen Abnehmerinnen und Abnehmer heute mit weiteren Preisanstiegen im Vergleich zu Donnerstagvormittag in Höhe von +1,25 bis +1,65 Euro pro 100 Liter rechnen.

Dass „konstruktiv“ in der diplomatischen Rhetorik ein sehr dehnbarer Begriff ist, das spiegelte sich am gestrigen Mittwoch auch in der Entwicklung der Rohölpreise an den Ölbörsen wider. Obwohl die USA und der Iran am Dienstag im schweizerischen Genf nämlich den Angaben einzelner Beteiligter zufolge „konstruktive“ Gespräche geführt hatten, legten die Rohölpreise an ICE und NYMEX im gestrigen Tagesverlauf so stark zu wie seit Monaten nicht. Dies lag nicht zuletzt an Meldungen, denen zufolge ein US-Militärschlag gegen iranische Ziele doch wahrscheinlicher ist, als zuletzt angenommen.
Säbelrasseln geht trotz geplanter Fortsetzung der Gespräche weiter
Obwohl es nach den erneut indirekten Verhandlungen zwischen den Delegationen aus dem Iran und den USA in Genf hieß, in zwei Wochen solle es weitere Gespräche geben, hörte das Säbelrasseln Washingtons und Teherans nicht auf.
Schon am Dienstag sperrte der Iran die für den internationalen Ölhandel so wichtige Meerenge von Hormus für einige Stunden, mit der Begründung, man würde Militärübungen in dem Gebiet durchführen. Das US-Außenministerium verkündete am gestrigen Mittwoch seinerseits Visabeschränkungen für insgesamt 18 iranische Beamte und Führungskräfte der Telekommunikationsbranche und deren Familienangehörige. Dies wurde mit dem Vorgehen der Personen gegen die iranische Bevölkerung und der Kommunikationssperre während der jüngsten Proteste in der Islamischen Republik begründet.
Medienbericht über möglichen baldigen US-Schlag gegen Iran treibt Preise
Für stärkere Aufwärtsdynamik an den Ölbörsen sorgte dann gestern noch eine Meldung des Nachrichtenportals Axios, der zufolge die Trump-Regierung kurz vor einem „großen Krieg“ im Nahen Osten stehe, der „sehr bald“ beginnen könnte. Unabhängig davon hatte US-Vizepräsident JD Vance gegenüber dem Sender FOXNews gesagt, es gebe weiterhin „rote Linien“, die Präsident Trump gezogen habe, bei den jüngsten Gesprächen nicht „die die Iraner bisher nicht wirklich anerkennen“ und an deren Einhaltung sie auch nicht arbeiten wollen würden. Vor allem dürfte es sich dabei darum handeln, dass Teheran nicht vollständig auf sein Atomprogramm verzichten, sondern dies für zivile Zwecke – wie es zumindest dem Iran zufolge auch immer vorgesehen war – weiterführen will.
Straße von Hormus bleibt im Fokus
Die Möglichkeit eines baldigen US-Militärschlags gegen den Iran lässt auch die Sorgen der Marktteilnehmer bezüglich einer Sperrung der Straße von Hormus nicht vergehen. Immerhin könnte eine solche Sperrung der Meerenge den Transit von täglich rund 21 Mio. Barrel Öl zum Erliegen bringen. Hinzu kommt außerdem die Befürchtung, dass bei einem US-Angriff auf den Iran möglicherweise auch iranische Ölanlagen getroffen werden und somit das Ölangebot des Landes, das trotz westlicher Sanktionen auf dem Weltmarkt immer noch Abnehmer findet, deutlich sinkt.
Heizölpreis potentiell leicht erhöht erwartet
Der höhere Risikoaufschlag, den die Marktteilnehmer gestern wegen der Iran-Meldungen an den Ölbörsen eingepreist haben (und auch heute noch einpreisen), ließ auch die Inlandspreise steigen. Für Abnehmerinnen und Abnehmer von Heizöl in Deutschland bedeutet dies, dass die Heizölpreise aktuell deutlich teurer sind als am Mittwochvormittag und mittlerweile mit durchschnittlichen Preisaufschlägen in Höhe von +3,30 bis +3,70 Euro pro 100 Liter zu rechnen ist.

München (ots) – Die Kraftstoffpreise haben sich im Vergleich zur Vorwoche kaum bewegt. Zwar ist Benzin geringfügig teurer und Diesel etwas billiger – unter dem Strich sind die Preise aber in etwa auf dem Niveau der Vorwoche. Laut aktueller ADAC Auswertung kostet ein Liter Super E10 im bundesweiten Mittel derzeit 1,758 Euro und damit 0,4 Cent mehr als vor Wochenfrist. Diesel ist um 0,5 Cent günstiger und kostet zurzeit im Schnitt 1,711 Euro.
Der Preis für Rohöl der Sorte Brent ist seit der letzten Woche um rund zwei US-Dollar gesunken und liegt derzeit bei gut 67 US-Dollar. Der Euro hat im Vergleich zum US-Dollar minimal an Kraft eingebüßt und pendelt in den letzten Tagen zwischen 1,18 und 1,19 US-Dollar. Insofern wäre auch bei Super E10 angesichts des niedrigeren Ölpreises ebenfalls mit einem leichten Preisrückgang zu rechnen gewesen. Die Preisschere zwischen Benzin- und Dieselpreis ist mit der aktuellen Entwicklung erneut ein wenig größer geworden, aber immer noch weit von einem angemessenen Zustand entfernt. Derzeit beträgt die Differenz zwischen den beiden Sorten nur 4,7 Cent, obwohl auf den Liter Diesel rund 20 Cent weniger Steuern anfallen.

Der ADAC empfiehlt Autofahrerinnen und Autofahrer, möglichst abends zu tanken, denn dann sind die Kraftstoffpreise im Schnitt rund 13 Cent je Liter niedriger als morgens – und zwar jeden Tag, unabhängig vom aktuellen Preisniveau oder der Kraftstoffsorte. Eine praktische Hilfe bei der Suche nach günstigen Tankstellen bietet die Spritpreis-App „ADAC Drive“: Hier lassen sich rund um die Uhr die aktuellen Preise an den mehr als 14.000 Tankstellen in Deutschland vergleichen. Ausführliche Informationen zum Kraftstoffmarkt und aktuelle Preise gibt es unter www.adac.de/tanken.
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Die Ölmärkte melden am Dienstagmorgen langsame Rückgänge bei den Ölpreisen, nachdem ebenjene vergangenen Abend moderat angestiegen sind. Grund sind unter anderem die anhaltenden Spannungen zwischen den USA und dem Iran. Auch wenn heute friedliche, bilaterale Gespräche zwischen beiden Parteien anstehen, zeigen die Länder trotzdem die Zähne und setzen sich damit gegenseitig, aber auch die internationalen Märkte, unter Druck und Spannungen.
USA setzt Irans Ölexporte unter Druck
Bei einem Treffen in Washington, D.C., sollen sich US-Präsident Donald Trump und Israels Premierminister Benjamin Netanjahu darauf geeinigt haben, für einen Rückgang der iranischen Ölexporte nach China zu sorgen. Dem Nachrichtenportal „Axios“ zufolge wollen die Parteien demnach „mit voller Kraft und maximalem Druck“ gegen das aktuelle, iranische Regime vorgehen.
Und auch Indien ist hier mit im Spiel. Diese bestätigten vor wenigen Tagen, dass sie im Februar drei iranische Schiffe beschlagnahmt haben, welche verdächtige Aktivitäten anzeigten. So sollen die Schiffe immer wieder ihre Landeszugehörigkeit geändert haben und sich auf den Transfer von sanktioniertem Öl unter falscher Fahne vorbereitet haben.
Iran und USA zeigen Zähne, wollen dennoch friedlich bleiben
Der Iran will sich dem Druck der USA nicht so einfach beugen. So startete die im Iran ansässige islamische Revolutionsgarde gestern Abend Militärübungen in der Straße von Hormus, die Meerenge, welche den Schiffsverkehr des Nahen Osten und allgemein den Iran mit dem arabischen Meer nahe dem indischen Ozean verbindet. Das sorgte bei den Ölhändlern sofort für steigende Preise, da Frachtschiffe potentiell in Gefahr geraten könnten.
Auch die USA kündigte in den letzten Tagen an, einen zweiten Flugzeugträger zur militärischen Unterstützung de bereits anwesenden US-Truppen in die Nähe des Irans vorzuschicken, um im Bedarfsfall „harte Strafen“ mit „katastrophalen Konsequenzen“ auszufahren. Dennoch melden beide Seiten, dass sie die Atomgespräche und Verhandlungen weiterhin friedlich lösen wollen und offen für Gespräche sind, jedoch auch bereit seien, im Ernstfall Waffengewalt zu nutzen.
Heizöl etwas teurer erwartet
Die Spannungen um den Nahen Osten lösten gestern Mittag erhebliche Preisanstiege am Ölmarkt aus. Auch wenn diese in Erwartung der Atomverhandlungen langsam wieder ausgeglichen werden, müssen Abnehmerinnen und Abnehmer von Heizöl heute mit leichten Preisaufschlägen rechnen. Diese werden für Dienstagvormittag in einer Höhe von durchschnittlich +0,50 bis +0,90 Euro pro 100 Liter erwartet.

Die neue Woche beginnt bei den Ölmärkten mit langsam sinkenden Preisen. Die geopolitischen Risiken und Sorgenfaktoren an den Ölmärkten werden langsam wieder entspannter, auch wenn sie damit noch nicht aus der Welt verschwunden sind. Dennoch rückt damit wieder die erwartete Überversorgung der Ölmärkte ins Visier.
Kurzfristige Heizölpreisentwicklung
Die Entspannungen an den Ölmärkten sorgten im Verlauf der letzten Tage für langsame Preisrückgänge. So handelt Heizöl aktuell knapp -0,45 Euro günstiger als zum Abschluss der Vorwoche, und im deutschlandweiten Durchschnitt etwa -1,22 Euro günstiger als am Montag der vergangenen Woche. Schaut man auf die Preise von vor einem Monat wird Heizöl heute knapp teurer verkauft, mit Aufschlägen um durchschnittlich +1,54 Euro.
Langfristige Preisentwicklung
Bei der langfristigen Preisentwicklung lassen sich die allgemein zurückgehenden Preise am Ölmarkt gut verfolgen. So zahlen Abnehmer zur derzeitigen Mitte der Wintersaison knapp -4,62 Euro weniger als vor 3 Monaten in der Herbstsaison. Außerdem sind die aktuellen Heizölpreise weit günstiger als in den vergangenen Jahren um Februar herum. So zahlen Heizölkäufer in Deutschland heute durchschnittlich -6,53 Euro weniger als Mitte Februar 2025, und -14,11 Euro, entsprechend -13,1 Prozent, weniger als am 16.02.2024.

Was spricht aktuell für steigende Preise?
– Handelsdeal zwischen USA und Indien
Immer mehr indische Ölbetriebe entscheiden sich dafür, ihre Ölimporte aus Russland drastisch einzuschränken. Damit muss ihre Nachfrage durch das sonstige, weltweite Angebot gedeckt werden, was zu Umstellungen von Lieferwegen und leichten Preiserhöhungen führen kann.
– USA verstärkt Armada vor Iran…
Angaben der USA zufolge sei ein zweiter Flugzeugträger auf dem Weg in den nahen Osten, um im Bedarfsfall zusätzlich militärischen Druck gegen den Iran zu bieten. US-Präsident Trump betonte dazu außerdem, dass man auf „Harte Maßnahmen“ vorbereitet sei, sollten die Atomgespräche schlecht laufen.
Was spricht aktuell für sinkende Preise?
– … dennoch beide Parteien offen für Atomgespräche
Trotz der militärischen Verstärkungen, wollen beide Länder Atomgespräche rund um den Iran weiter fortführen. Dabei könnten die Verhandlungen bereits morgen fortgesetzt werden. Klare Ergebnisse werden jedoch erst im Laufe einiger Wochen erwartet.
– Anstieg von Venezuelas Rohölexporten
US-Ministerien und Ölfirmen planen erhebliche Anstiege bei den Ölproduktionen und Exporten in bzw. aus Venezuela. Diese sollen bereits im Januar erheblich gestiegen sein und sollen auch im restlichen Jahresverlauf massiv anstiegen.
– Überversorgung am Ölmarkt weiter im Fokus
Verschiedene Behörden und auch große Ölfirmen unterstreichen immer wieder die erwartete Überversorgung am weltweiten Ölmarkt, einige gehen dabei von Überversorgungen über täglich 3,5 Mio. Barrel im Jahr 2026 aus. Das enorme Angebot stellt dementsprechend die Nachfrage damit aktuell komplett in den Schatten.
Die genannten Heizölpreise beziehen sich stets auf den deutschlandweiten Durchschnittspreis bei einer Bestellung von 3.000 Liter Heizöl Standard schwefelarm inklusive 19% MwSt. Außerdem fallen durch Transportkosten die Preise regional unterschiedlich aus. Stand der Preise 16.02.2026

An den Ölbörsen erlebten die Preise für Rohöl und dessen Produkte ab gestern Mittag erhebliche Abschläge und sind damit heute Vormittag weit günstiger als gestern. Grund sind mitunter die wieder entspannter gesehen Situation zwischen dem Iran und den USA, die geplanten Ausbauten der Ölproduktion in Venezuela, und damit auch wieder der Ausblick auf die von vielen Seiten erwartete, deutliche Überversorgung am Ölmarkt.
Geopolitische Spannungen beruhigen sich etwas
Zentral für die Preisentspannungen an den Ölmärkten sind die aktuell wieder entspannteren geopolitischen Entwicklungen und Verwerfungen. So bleibt zwar im Rahmen der US-Iran-Atomgespräche noch immer eine gewisse Grundspannung, doch die schlimmsten Unruhen scheinen aktuell beruhigt. US-Präsident Trump scheint sich bewusst, dass Verhandlungen mit dem Iran einige Wochen bis auch einen Monat dauern könnten, wirkte dafür jedoch sehr offen.
Natürlich läuft aber nicht überall alles gut. Zwischen der Ukraine und Russland kam es zuletzt wieder häufiger zu Angriffen. So wurden in der Ukraine wiederholt Strom- und Heizkraftwerke zerstört, während die Ukraine aktuell wieder russische Raffinerien mit Drohnen attackiert. So schade es klingt, die Öl- und Energiemärkte haben diese Konflikte und Spannungen schon lange in ihren Preisen einkalkuliert, weshalb es aktuell kaum Einfluss auf die Ölpreisentwicklung hat.
Überversorgung im Fokus
Nachdem der aktuellste Krisenherd, also die USA-Iran-Gespräche, eher positiv und überwiegend friedlich und gut angesehen werden, blicken die Marktbeobachter wieder auf die erwartete, globale Öl-Überversorgung. In einem Bericht gestern meldete die Internationale Energieagentur, kurz IEA, dass für 2026 eine durchschnittliche Öl-Überversorgung von 3,7 Mio. Barrel Öl jeden Tag über 2026 hinweg erwartet wird.
Gleichzeitig kommen mehr und mehr Infos aus den USA, wonach die Ölproduktion in Venezuela noch dieses Jahr erheblich angekurbelt werden soll. Zunächst werden Schrittweise neue Zulassungen für Untersuchungen durch US-Firmen vergeben, zeitnah sollen Bohrlizenzen für die Ölförderung folgen sowie Kooperationsfreigaben für internationale Öl- und Energiefirmen, um mit Venezuela zusammen zu arbeiten. Genaue Termine sind hierfür jedoch noch nicht bekannt.
Heizöl erheblich günstiger erwartet
Mit dem Fokus zurück auf den überfüllten Markt, sinken auch die Preise an den Ölbörsen und damit auch bei Heizöl. Das sorgt auch in der Bundesrepublik bei Abnehmerinnen und Abnehmern für erhebliche Abschläge beim heutigen Preis, welcher aktuell im Durchschnitt -1,60 bis -2,20 Euro pro 100 Liter günstiger erwartet wird, als am Donnerstagvormittag.

Die Sorge um eine Eskalation zwischen den USA und dem Iran beschäftigt die Ölmärkte schon seit Wochen und bietet den börsengehandelten Rohölpreisen wenig Spielraum nach unten. Zu groß ist die Angst vor plötzlichen Angebotsunterbrechungen, kommt doch ein großer Teil des weltweit verbrauchten Öls aus dem Nahen Osten. Insgesamt überwiegt am Markt die Unsicherheit, so dass es immer wieder zu Kursschwankungen kommt.
Iran-Unsicherheit sorgt für Kursschwankungen
Denn Unsicherheit ist so ziemlich das Schlimmste für die Anleger, vor allem bei Rohstoffen, die teilweise weit in die Zukunft gehandelt werden und somit auf Prognosen und belastbare Vorhersagen angewiesen sind. In einer Situation wie der aktuellen, in der sich die beiden Parteien zwar um Gespräche bemühen, gleichzeitig aber die Drohkulisse aufrecht erhalten, ist – theoretisch – erst einmal alles möglich.
Analystin: Ölpreise dürften in enger Spanne bleiben
Ölmarktanalystin Vandana Hari vom international tätigen Beratungsunternehmen Vanda Insights in Singapur meint, dass die Ölpreise wohl auf absehbare Zeit in einer engen Spanne handeln dürften. Mit einem stärkeren Preisrückgang rechnet sie nicht, da sie die Aussichten auf ein baldiges Abkommen zwischen den USA und dem Iran für unwahrscheinlich hält.
Dies gilt laut der Expertin jedoch auch in umgekehrter Richtung: „Zusätzliche konfrontative Rhetorik oder militärische Machtdemonstrationen können zwar die Risikoprämie erhöhen, aber die Gewinne dürften begrenzt sein, solange US-Angriffe auf den Iran nicht unmittelbar bevorstehen“.
Anleger preisen Risikoprämie ein – Volatilität steigt
Und hier versteckt sich die Krux, denn so lange es keine Angriffe oder militärischen Eskalationen gibt, kommt es auch nicht zu Versorgungsausfällen. Im Falle eines Falles kann dies aber rasend schnell gehen, beispielsweise wenn die Wasserstraßen im Persischen Golf blockiert würden, durch die täglich über 20 Millionen Barrel Öl fließen.
Die Anleger wollen auf das Schlimmste vorbereitet sein und preisen deshalb eine sogenannte Risikoprämie ein, die die Ölpreise stützt, obwohl objektiv betrachtet noch nichts passiert ist, was die Ölversorgung tatsächlich beeinträchtigt. Gleichzeitig nutzen die Marktteilnehmer das hohe Preisniveau auch immer wieder für Gewinnmitnahmen, eben weil es bisher nicht zu Ausfällen kam. Damit steigt die Volatilität an den Börsen und die Preise schwanken.
Heizölpreise im Inland
Dies zeigt sich auch bei den Heizölpreisen im Inland, wo es zuletzt ebenfalls immer wieder zu neuen Preisanstiegen kam. Heute halten sich die Veränderungen im Vergleich zu Mittwochvormittag allerdings in Grenzen, da die Kurse an den Ölbörsen ihre Tagesgewinne zum Abend hin wieder abgaben. Entsprechend kosten 100 Liter Heizöl im Bundesgebiet heute etwa -0,10 bis +0,30 Euro im Vergleich zu Mittwoch.

Zur Mitte der aktuellen Arbeitswoche steigen die Preise an den Ölbörsen erneut leicht an, nachdem diese sich vergangenen Abend erst wieder leicht gesenkt haben. Dabei sind weiterhin die Spannungen zwischen den USA und dem Iran im Fokus, nachdem der US-Präsident vergangene Nacht erneut Drohungen gegen den Iran äußerte und mit „harten Maßnahmen“ drohte, sollte es nicht zügig zu einem Deal in den (Atom-)Verhandlungen kommen.
Militärische und wirtschaftliche Drohungen gegen den Iran
„Wir haben eine Flotte, die unterwegs ist, und eine weitere könnte folgen“, so Präsident Trump in einem Interview mit dem Onlineportal Axios. „Entweder wird es einen Deal geben, oder wir werden wie beim letzten Mal zu sehr harten Maßnahmen greifen müssen“. Damit könnte auf den Konflikt zwischen Israel und dem Iran im Juni 2025 hingedeutet werden, als die USA iranische Atomanlagen bombardieren ließ.
In einem Interview mit dem Fernsehsender Fox betonte der US Präsident, dass es seiner Meinung nach „töricht“ wäre, wenn die Regierung in Teheran sich nicht auf einen Deal im Rahmen der Atomverhandlungen und allgemeinen Gespräche mit den USA einlassen würde. Insidern zufolge wird außerdem über Sanktionen und Beschlagnahmungen von iranischen Öltankern nachgedacht. Gerade letzteres wird jedoch nur vorsichtig besprochen, da schwere Auswirkungen auf den Internationalen Ölmarkt befürchtet werden.
Dennoch lobten die USA und der Iran im Verlauf der letzten Tage das „sehr gute“ Gespräch vergangene Woche im Oman, welches vorerst nur als Versuch der gegenseitigen Annäherung diente. Dennoch gäbe es, nach Meldung des Iran „das Gefühl, dass es Verständnis und einen Konsens gibt, den diplomatischen Prozess fortzusetzen“. Neue Gespräche zwischen beiden Parteien sollen bald stattfinden, genaue Termine sind jedoch noch nicht bekannt.
Heizölpreis in enger Spanne
Nachdem die Heizölpreise im aktuellen Wochenverlauf in relativ enger Spanne geblieben sind, wird eine ähnliche Entwicklung mit leichten Schwankungen auch heute Vormittag erwartet. Für Abnehmerinnen und Abnehmer werden damit aktuell nur leichte Preisunterschiede zu Dienstagvormittag erwartet, mit Abweichungen von durchschnittlich -0,45 bis +0,15 Euro pro 100 Liter.

An den Ölbörsen hielt der preissenkende Faktor der ersten indirekten Gespräche zwischen den USA und dem Iran, die am Freitag im Oman stattgefunden hatten, nicht allzu lange an. Und das, obwohl sich beide Seiten am Wochenende positiv darüber geäußert hatten. Letztlich ließen die geopolitischen Risiken, die das Ölangebot beeinträchtigen könnten, die Marktteilnehmer auch zum Start der neuen Handelswoche nicht los.
Washington weitet Iran-Sanktionen aus
Kurz nachdem die Delegationen der USA und des Irans am Freitag im omanischen Maskat den Rahmen für die Gespräche über das iranische Atomprogramm absteckten, gab das US-Außenministerium neue Sanktionen bekannt. Diese betreffen 15 Unternehmen, zwei Einzelpersonen und 14 Tanker der iranischen Schattenflotte. „Diese Ziele [der Sanktionen; Anm. d. Red.] haben Einnahmen generiert, die das Regime zur Durchführung seiner bösartigen Aktivitäten nutzt,“ hieß es in der Pressemitteilung des US-Außenministeriums zur Begründung für die Sanktionen, mit denen es für die Islamische Republik noch schwerer werden dürfte, ihr Öl zu exportieren.
US-Verkehrsministerium gibt Warnung für Schiffe nahe Straße von Hormus heraus
Zusätzliche Sorgen über mögliche Angebotsausfälle ließ am gestrigen Montag auch die Warnung des US-Verkehrsministeriums für Schiffe, die unter amerikanischer Flagge nahe oder in der Straße von Hormus unterwegs sind. In der Warnung hieß es, die Schiffe sollten bei der Durchfahrt durch die Meerenge „so weit wie möglich von iranischem Gewässer entfernt bleiben, ohne dabei die Sicherheit der Schifffahrt zu gefährden.“
Die Straße von Hormus ist ein wichtiges Nadelöhr für den internationalen Ölhandel, durch die täglich rund 21 Mio. Barrel Öl transportiert werden. Erst am vergangenen Dienstag war in der Meerenge ein US-Tanker von Booten der iranischen Revolutionsgarden bedrängt worden.
EU legt Entwurf für 20. Sanktionspaket gegen Russland vor
Unterdessen will die EU die Ölexporte Russlands noch stärker erschweren. Am gestrigen Montag legte die Kommission dazu den Entwurf für das 20. Sanktionspaket vor. Erstmals würden damit auch Häfen in Drittstaaten ins Visier genommen, wie aus dem Entwurf hervorgeht. Außerdem will man statt der Preisobergrenze auf russische Ölexporte auf dem Seeweg verzichten und stattdessen zu einem vollständigen Verbot maritimer Dienstleistungen zurückkehren, da dies insgesamt einfacher zu verfolgen und durchzusetzen sei.
Inlandspreise etwas teurer
Die fortwährenden Unsicherheiten im Hinblick auf den Angebotsausblick am internationalen Ölmarkt verhindern an den Ölbörsen weiterhin nachhaltige Preisrückgänge. Heute Morgen spiegelt sich dies bei den Inlandspreisen in einem Anstieg wider. So müssen Verbraucherinnen und Verbraucher bei Heizöl aktuell im bundesweiten Durchschnitt mit Aufschlägen in Höhe von +0,05 bis +0,45 Euro pro 100 Liter im Vergleich zu Montagvormittag rechnen.

Vergangene Woche gab es immer wieder leichte bis moderate Spannungen über den gesamten Globus hinweg, welche die Unsicherheiten der Märkte stützten. Dadurch stiegen die Ölpreise zuerst etwas an, konnten sich am Ende jedoch wieder beruhigen und sorgten heute für deutlich niedrigere Preise, auch bei den Ölprodukten, als noch bis einschließlich vergangenen Freitag.
Kurzfristige Heizölpreisentwicklung
Auf kurzfristige Sicht kam es heute Vormittag, im Vergleich zu Freitagabend, zu moderaten Preissenkungen. Dadurch können Abnehmerinnen und Abnehmer aktuell mit Preisnachlässen von durchschnittlich -1,17 Euro pro 100 Liter rechnen. Damit bestätigt sich aber auch die aktuelle Volatilität am Markt, denn verglichen mit dem Montag von vor einer Woche ist Heizöl gerade nur knapp -0,38 Euro günstiger, also in viel engerer Spanne. Vor einem Monat war Heizöl jedoch noch wesentlich günstiger, damit verglichen zahlen Abnehmer aktuell etwa +4,47 Euro mehr als Anfang Januar.
Langfristige Preisentwicklung
Während die kurzfristige Preisentwicklung die allgemeine Unsicherheit am Markt sowie die allgemein teurere Wintersaison gut widerspiegelt, zeigt sich auch, dass die Heizölpreise ihren langfristigen Abwärtskurs weiter fortsetzen. So zahlt man heute, verglichen mit der Vorsaison vor 3 Monaten, immerhin -2,30 Euro weniger. Und blicken wir auf die vorherigen Jahre, kostet Heizöl aktuell im Durchschnitt -4,30 Euro weniger als im Februar 2025, und ganze -13,60 Euro bzw. -12,6 Prozent weniger als im Februar 2024.

Was spricht aktuell für steigende Preise?
– Handelsdeal zwischen USA und Indien
In einem neuen Handelsabkommen zwischen den USA und Indien sollen letztere wohlmöglich komplett auf russisches Öl verzichten und dabei die Wirtschaft erheblich ankurbeln. Damit braucht Indien auch mehr nicht-sanktioniertes Öl.
Was spricht aktuell für sinkende Preise?
– Näherungsversuche zwischen USA und Iran
Vergangenen Freitag fanden Gespräche zwischen Vertretern der USA und dem Iran statt. Und auch wenn die allgemeine Spannung weiter bestehen bleibt, so näherten sich die Parteien aneinander an. Das gibt Hoffnung auf ruhigere Entwicklungen in naher Zukunft.
– Anstieg von Venezuelas Rohölexporten
Seit die USA weitgehend die volle Kontrolle über die Ölproduktion und Ölexporte Venezuelas übernommen hat, sind ebenjene Verkäufe und Exporte massiv angestiegen, was das freie Angebot für Rohöl, dem Grundstoff hinter Heizöl, erheblich erhöht.
– Deutliche Überversorgung am Ölmarkt
Wie schon seit mehreren Monaten bleibt die Öl-Überversorgung zentraler Punkt am Markt. Je mehr Öl weltweit angeboten wird, desto mehr steigen Preisdruck und Konkurrenzkampf, was die Preise tendenziell niedrig hält.
Die genannten Heizölpreise beziehen sich stets auf den deutschlandweiten Durchschnittspreis bei einer Bestellung von 3.000 Liter Heizöl Standard schwefelarm inklusive 19% MwSt. Außerdem fallen durch Transportkosten die Preise regional unterschiedlich aus. Stand der Preise 09.02.2026
