Die Preise pendeln sich ein und bleiben weiter auf Niveau von Jahresanfang. Auch der Streit zwischen den USA und Iran lässt die Preise nicht überproportional steigen. Dafür sind die globalen Ölbestände einfach zu reichlich. Eine Eskalation zwischen den beiden Streithähnen würde die Öl-Verschiffung zwar immens stören, dennoch wird die weltweit vorhandene Ölmenge als groß eingeschätzt.

 

3-Jahres-Vergleich

Betrachtet man nur den Zeitraum Juni in den Jahren 2017, 2018 und 2019 kann man gut erkennen, dass die aktuellen Preise noch haarscharf unter denen des Jahres 2018 liegen. Mit ca. 66,80€ als Durchschnittspreis für Deutschland, liegen wir knapp 0,80€ unter Vorjahres-Niveau. Die beiden Linien von 2018 und 2019 verlaufen nahezu Parallel, bis es jetzt gegen Ende des Monats zu einer Annäherung kommt. Ob diese weiter ausgebaut wird oder die aktuellen Preise doch noch die des vergangenen Jahres durchstoßen sei dahin gestellt.

 

Wirft man einen Blick auf die Trendboxen sieht man eine kurzfristige Preissteigerung im Vergleich noch zu einer Woche, gleichzeitig aber immer noch einen deutlich gesunkenen Preis im Vergleich zum Vormonat. Spekulativ lassen sich keine klaren Trends aussprechen. Je nachdem ob und wie sich die Situation im Nahen Osten zwischen den USA und dem Iran entwickelt, könnte der Preis wieder steigen – demnach lässt sich sagen, dass wir uns nach wie vor in einer guten Kaufposition befinden.

 

Hinweis: Die genannten Heizölpreise beziehen sich stets auf den deutschlandweiten Durchschnittspreis bei einer Bestellung von 3.000 Liter Heizöl Standard schwefelarm inklusive 19% MwSt.. Durch Transportkosten fallen die Preise regional jedoch unterschiedlich aus. Die Preisspanne zwischen den Regionen kann daher momentan bei bis zu ca. 6,18 Euro pro 100 Liter liegen. Stand der Preise: 24.06.2019

Mit der Beinahe-Eskalation zwischen dem Iran und den USA in der letzten Woche waren die Preise in den vergangenen Tagen gestiegen. Hinzu kam am Freitag der Großbrand an einer der wichtigsten amerikanischen Raffinerien in Philadelphia, der ebenfalls zunächst für Preissteigerungen sorgte. Gestern jedoch setzten sich dann nach längerem hin un her an den Börsen die Gewinnmitnahmen durch und die Rohölpreise fielen wieder. Grundsätzlich bleibt das aktuelle Spannungsfeld zwischen sinkender Ölnachfrage, steigender Produktion in den USA und politischen Unruhen im Nahen Osten weiter bestehen und hält die Marktteilnehmer in Schach.

 

Gefahr einer Eskalation im Nahen Osten noch nicht gebannt

Die Spannungen zwischen Iran und Amerika haben nicht nachgelassen, auch wenn Ende letzter Woche ein Militärschlag von amerikanischer Seite in letzter Sekunde abgeblasen wurde. Seit gestern gelten weitere Sanktionen gegen Teheran, auch wenn diese wenig Auswirkungen haben sondern eher symbolischer Natur sind. Sie richten sich gegen das geistliche Oberhaupt Ayatollah Ali Chamenei und sollen diesen von Finanzmitteln abschneiden.

 

Der Iran hat verlauten lassen, dass damit ein diplomatischer Weg zu einer Einigung versperrt sei. Man könne keinen Dialog beginnen, wenn man bedroht und eingeschüchtert werde. Die USA hingegen machen den Iran verantwortlich für verschiedene Tankerangriffe im Persischen Golf und den Abschuss einer US-Drohne in der vergangenen Woche. Der UN-Sicherheitsrat rief unterdessen zur „maximalen Zurückhaltung“ und zum Dialog auf, scheint damit im Moment aber eher auf taube Ohren zu stoßen.

 

Internationale Energieagentur will gegebenenfalls einschreiten

Der geschäftsführende Direktor der Internationalen Energieagentur IEA, Fatih Birol, erklärte angesichts der angespannten Situation im Nahen Osten, dass man die Situation genau im Auge behalte und sehr besorgt sei. „Im Falle einer Störung am physischen Markt sind wir bereit, in angemessener Weise zu handeln“, sagte er im Rahmen einer Pressekonferenz.

 

Es wäre also durchaus möglich, dass die IEA strategische Ölreserven freigibt, um eine mögliche Angebotsknappheit aufzufangen. Allerdings besteht diese Gefahr wohl nur, wenn es tatsächlich zu einem Kriegsausbruch und damit zu einer Beeinträchtigung des Schiffsverkehrs im Persischen Golf kommen sollte.

 

Ausblick

Verbraucher können heute die leichten Preissenkungen an den Rohölbörsen ausnutzen und bekommen Heizöl heute etwas günstiger. 100 Liter kosten damit etwa -0,60 bis -0,70 Euro weniger als gestern.

 

Zwar scheint die Gefahr eines US Militärschlages gegen den Iran inzwischen erst einmal gebannt, doch bleibt die Stimmung höchst angespannt. Eine Einigung oder gar ein Zusammenkommen am Verhandlungstisch scheint im Moment fast ausgeschlossen. Nun haben die USA weitere Sanktionen angekündigt, die die Ölpreise einmal mehr in die Höhe treiben dürften. Für einen Preissprung am Freitag sorgte außerdem ein Großbrand an einer der größten Raffinerien in den USA, die nach einer Explosion in Flammen aufging. Zum Wochenauftakt starten die Ölpreise somit auf recht hohem Niveau.

 

Explosion an Raffinerie in Philadelphia

Am Freitag gab es eine schwere Explosion an der größten Raffinerie der amerikanischen Ostküste. Der Philadelphia Energy Solutions Refining Complex hat eine Kapazität von etwa 335.000 Barrel (à 159 Liter) und dürfte nach dem Zwischenfall erst einmal für längere Zeit außer Betrieb sein.

 

Die Ursache für den Unfall ist noch nicht bekannt, verletzt wurde jedoch offenbar niemand. Wie lange die Raffinerie außer Betrieb bleibt, lässt sich zur Stunde noch nicht sagen. Die Benzinpreise reagierten jedoch sofort und schnellten in die Höhe, da mitten in der Fahrsaison ein Ausfall dieser Größenordnung zu einer Unterversorgung führen dürfte.

 

Vor allem bei der Produktversorgung könnte ein längerer Stillstand problematisch werden, sodass Mengen auf dem internationalen Markt zugekauft werden müssen. Die Nachfrage nach Rohöl dürfte mit dem Ausfall der größten Ostküstenraffinerie allerdings zurückgehen. Wie sich die Ölpreise also im Lichte des Raffinerieunfalls weiter entwickeln bleibt abzuwarten.

 

Neue Sanktionen gegen den Iran

Auch die Stimmung zwischen den USA und dem Iran bleibt explosiv. Zwar kam es bisher zu keinen weiteren militärischen Drohungen, doch hat die Regierung in Washington nun neue Sanktionen gegen das Land angekündigt. Laut Präsident Trump und Außenminister Mike Pompeo sollen diese schon heute in Kraft treten.

 

Aus Russland sprach der stellvertretende Außenminister Sergei Rjabkow dem Iran allerdings Hilfe zu, die Sanktionen der USA gegen die Ölindustrie zu umgehen. Auch im Bankensektor habe man die Möglichkeit zu unterstützen, so Rjabkow, sodass der Iran wieder mehr Öl exportieren könne.

 

Es wird sich demnach erst zeigen müssen, ob die neuen Sanktionen aus Washington tatsächlich den gewünschten Effekt haben, Teheran an den Verhandlungstisch zu zwingen. So lange sich die Situation jedoch nicht deutlich entspannt und die Gefahr eines Militärschlages weiterhin so groß ist, werden die Ölpreise auf den hohen Niveaus der Vortage verbleiben.

 

Ausblick

Auch die Inlandspreise sind mit den steigenden Rohölpreise in die Höhe gegangen, sodass 100 Liter Heizöl heute tendenziell teurer sind als am Freitag. Es ist mit Aufschlägen zwischen +0,15 und +0,35 Euro zu rechnen.

Der Konflikt zwischen den USA und dem Iran spitzt sich weiter zu und wirkt sich verstärkt auf die Ölpreise aus. Mit der immer realer werdenden Gefahr eines Kriegsausbruchs im Nahen Osten klettern die börsengehandelten Rohölpreise seit gestern in neue Höhen. Für die Marktteilnehmer heißt es nun erst einmal Abwarten, ob es zu einer weiteren Eskalation kommt, nachdem ein US Militärschlag gegen Teheran gestern in letzter Sekunde abgebrochen wurde.

 

Trump stoppt Luftangriff gegen Iran im letzten Moment

Am Donnerstag eskalierte die Lage im Golf von Oman, als der Iran eine US-amerikanische Drohne im internationalen Luftraum abschoss. Laut Teheran habe sich die Drohne im iranischen Luftraum befunden. Die USA machen den Iran außerdem auch für mehrere Tankerangriffe verantwortlich. Präsident Trump twitterte nach dem Drohnenabschuss: „Iran hat einen sehr großen Fehler begangen!“

 

Neuesten Berichten zufolge hatte Trump dann am Donnerstag Abend zunächst Luftschläge gegen den Iran freigegeben, diese dann aber in letzter Sekunde abrupt gestoppt. Warum der Angriff im allerletzten Moment abgeblasen wurde ist noch unklar. Laut gut unterrichteter Kreise waren die Flugzeuge schon in der Luft gewesen als Präsident Trump den Angriffsbefehl zurückzog.

 

Die Situation im Nahen Osten bleibt höchst angespannt und es scheint nicht mehr viel zu fehlen, bis es zu einem offenen Militärkonflikt in der Region kommt. Die börsengehandelten Rohölpreise würde in einem solchen Fall sicherlich rasant steigen, da die Sicherheit der Ölexporte durch den Golf von Oman, und damit die globale Ölversorgung, in Gefahr käme.

 

Ausblick

Auch die Inlandspreise sind in den letzten Tagen gestiegen, so dass Heizöl heute tendenziell teurer ist als gestern. 100 Liter kosten heute etwa +0,45 bis +0,60 Euro mehr als am Donnerstag, im Vergleich zu Mittwoch sogar +0,85 bis +1,00 Euro mehr (in einigen Bundesländern war gestern Feiertag).

München (ots)

Autofahrer müssen an den Tankstellen erneut weniger bezahlen als in der Vorwoche. Laut aktueller Auswertung des ADAC verbilligte sich Super E10 im Bundesdurchschnitt um 1,5 Cent auf 1,468 Euro je Liter, der Preis für einen Liter Diesel sank um 0,9 Cent auf 1,252 Euro.

Die Durchschnittspreise sind damit die vierte Woche in Folge gesunken. Die politischen Spannungen im Persischen Golf zeigen bislang keine negativen Auswirkungen. Die Preise für ein Barrel Rohöl der Sorte Brent pendeln wie in der Vorwoche um den Wert von 62 Dollar.

Der ADAC empfiehlt Autofahrern, vor dem Tanken die Preise zu vergleichen. Wer die teilweise erheblichen Preisunterschiede zwischen verschiedenen Tankstellen und Tageszeiten nutzt, spart bares Geld und stärkt den Wettbewerb zwischen den Anbietern. Unkomplizierte und schnelle Hilfe bietet die Smartphone-App „ADAC Spritpreise“. Ausführliche Informationen zum Kraftstoffmarkt und aktuelle Preise gibt es auch unter www.adac.de/tanken.

Mit dem ADAC Vorteilsprogramm günstiger tanken: ADAC Mitglieder bekommen einen Cent Rabatt pro Liter Kraftstoff – an jeder fünften Tankstelle in Deutschland. Alle Infos dazu unter www.adac.de/mitgliedschaft/mitglieder-vorteilsprogramm.

Pressekontakt:

ADAC Newsroom
T +49 89 76 76 54 95
aktuell@adac.de

 

Quelle:
Presseportal

Das schwache Ölnachfragewachstum und die allgemein schlechten Prognosen für das weltweite Wirtschaftswachstum hatten in den letzten Wochen zu sinkenden Ölpreisen geführt. Doch nun scheint sich der Wind zu drehen, denn wieder einmal könnte es zu einer Einigung im Handelsstreit zwischen USA und China kommen. Dieser war in der Vergangenheit einer der Hauptgründe für die sinkende Ölnachfrage gewesen. Sollte es den beiden Parteien gelingen, endlich ein Handelsabkommen zu schließen, würde das den Ölpreisen weiter Aufschub geben.

 

Trump und Xi planen Treffen am Rande des G 20-Gipfels

Seit Monaten schon überziehen sich die beiden größten Volkswirtschaften der Welt mit Strafzöllen und Handelssanktionen. Dieser Streit hatte maßgeblich dazu beigetragen, dass sich das Ölnachfragewachstum in den letzten Monaten so deutlich abgeschwächt und die Preise belastet hat.

 

Nun will man sich offenbar wieder an einen Tisch setzen und eine Einigung forcieren. In der Vergangenheit hatte es immer wieder den Anschein gemacht, dass ein Deal in greifbarer Näher sei, doch war es dann nie so weit gekommen. Nun soll ein Treffen der beiden Regierungschefs Donald Trump und Xi Jinping dies ändern.

 

Am Rande des G 20-Treffens in Japan Ende Juni wollen die beiden Staatsoberhäupter nun zusammen kommen, nachdem die beiden laut eines Tweets des Amerikanischen Präsidenten schon am Dienstag ein sehr gutes Telefonat geführt hätten. Im Vorfeld sollen die Delegationen das Treffen vorbereiten, was als Zeichen gewertet wird, dass beide Seiten an einer baldigen Einigung interessiert sind.

 

Für Donald Trump könnte eben diese Einigung jetzt wichtiger sein denn je, hat er doch gestern seine neuerliche Kandidatur für das Präsidentenamt bekannt gegeben. Dafür braucht er wirtschaftliche Erfolge und positive Konjunkturdaten. Mit einer Rezession in den Wahlkampf zu starten wäre ein großes Handicap, während sich ein neues Handelsabkommen gut verkaufen ließe.

 

Ausblick

Durch den Aufschwung an den Ölbörsen ziehen auch die Heizölpreise im Inland an. Hinzu kommt, dass der Euro gestern durch die Ankündigungen des EZB-Chefs Mario Draghi einen gehörigen Dämpfer bekam. Dieser sagte, man sei bereit expansive Schritte einzuleiten, um die Inflation und das Wirtschaftswachstum zu stützen. Mit dem schwachen Euro wird in Dollar gehandeltes Rohöl im Euroraum teurer. Verbraucher müssen demnach heute mit Aufschlägen rechnen und zahlen für 100 Liter etwa +0,85 bis +1,00 Euro mehr als gestern.

Nach dem stetigen Preisanstieg in der ersten Jahreshälfte haben sich die Preise nun in einer neuen Tiefpreislage eingespielt. Selbst im Jahresvergleich sind die aktuellen Preise um -4,6% gesunken. Seit Jahresbeginn ist der Kurs nun wieder gut unter Vorjahresniveau angekommen.

 

Geringe Nachfrage und hohe Bestände lassen Preise fallen

Wie in der Grafik deutlich zu sehen hat sich die Preisentwicklung in den letzten Wochen seit Mitte Mai rapide bergab bewegt. Die Werte sind aktuell wieder auf Höhe von Ende Januar diesen Jahres und -7,5% niedriger als noch vor einem Monat! Die weltweit geringere Rohölbedarf und die trotz OPEC-Kürzungen dennoch hohen Bestände tun ihr übriges: die Preise sind gefallen. Nach und nach sprechen Experten immer wieder von Überproduktion und schwindenden Nachfragewerten.

Nach den Anschlägen auf zwei Tanker-Schiffe im Persischen Golf vergangene Woche spitzt sich der schon lange bestehende Konflikt zwischen den USA und dem Iran weiter zu. Die Entwicklung der Lage im Nahen Osten lässt sich derzeit nicht einschätzen. Diese Unsicherheit im Persischen Golf ließ die Rohöl- und damit auch die Heizölpreise wieder etwas steigen.

 

 

Im Jahresvergleich (s. Titelbild) ist deutlich zu sehen, dass die Werte vom Vorjahr zum ersten Mal in diesem Jahr markant unterschritten wurden. Der Durchschnittstagespreis ist aktuell -3,18 € günstiger als am 17. Juni 2018.

 

Insgesamt betrachtet ist der globale Heizölpreis im Vergleich zu 2017 dennoch gestiegen, gleichzeitig sehen wir aber aktuell eine gute Kaufsposition. Der weitere Preisverlauf lässt nur Vermutungen offen. Ausschlaggebend wird sein, wie sich der Konflikt zwischen den USA und Iran weiter entwickelt. Bei einer Eskalation der aktuellen Lage wird es wahrscheinlich zu hohen Preissteigerungen kommen. Die Straße von Hormuz im Persischen Golf, in welcher die Anschläge letzte Woche stattfanden, ist das Nadelöhr des globalen Rohölhandels, rund ein Drittel des weltweiten Rohöltransportes via Schiff fährt täglich durch diese Straße. Sollte es hier zu Ausschreitungen kommen, wird der globale Handel immens gestört.

 

 

Hinweis: Die genannten Heizölpreise beziehen sich stets auf den deutschlandweiten Durchschnittspreis bei einer Bestellung von 3.000 Liter Heizöl Standard schwefelarm inklusive 19% MwSt.. Durch Transportkosten fallen die Preise regional jedoch unterschiedlich aus. Die Preisspanne zwischen den Regionen kann daher momentan bei bis zu ca. 7,40 Euro pro 100 Liter liegen. Stand der Preise: 17.06.2019

Nach wie vor verharrt der Markt in einem Spannungsfeld aus geopolitischen Risikofaktoren wie der angespannten Situation im Nahen Osten und der weltweiten Abschwächung des Wirtschaftswachstums mit der damit einhergehenden sinkenden Ölnachfrage. Da die meisten Experten momentan nicht von einer weiteren Eskalation zwischen dem Iran und den USA ausgehen, liegt der Fokus am Markt auch weiterhin auf dem enttäuschenden globalen Wirtschaftswachstum. Die Preise legten damit gestern im Laufe des Tages einmal mehr eine Talfahrt hin, die sich heute zunächst fortzusetzen scheint.

 

OPEC könnte es schwer fallen, die Preise zu stabilisieren

Die anhaltenden Nachfragesorgen setzen auch die OPEC unter Druck, denn die in der letzten Woche erschienenen Monatsreports haben es deutlich gemacht: Der Markt wird immer weniger auf Öl aus der OPEC angewiesen sein. Hintergrund ist die stark steigende Produktion der Nicht-OPEC Länder, die deutlich größer ausfallen wird als das globale Ölnachfragewachstum.

 

Vor allem in den USA steigen die Ölbestände seit Monaten kontinuierlich an und die Angst vor einer knappen Versorgungslage, die noch Anfang des Jahres den Markt im Griff hatte, ist längst gewichen. Schließlich haben die Produktionskürzungen des Kartells auch dazu geführt, dass die Reservekapazitäten der OPEC Länder klar gestiegen sind. Eine Ölknappheit herrscht im Moment wahrlich nicht.

 

Die OPEC und ihre Bedeutung für den weltweiten Ölmarkt steht im Moment auf dem Prüfstand. Auch wenn die Produktionsbegrenzungen fortgeführt werden, dürfte es immer schwerer werden, einen nachhaltigen Einfluss auf die Preisentwicklung zu nehmen, wenn immer mehr Mengen aus Ländern wie den USA kommen.

 

Hinzu kommt, dass nicht unbedingt Einigkeit herrscht in den Reihen des Kartells. Vor allem die kleineren Mitgliedstaaten haben immer wieder ihren Unmut bekundet, dass der wichtigste Partner Russland zu viel Einfluss habe. Und gerade Russland steht einer Fortführung der Produktionskürzungen sehr skeptisch gegenüber.

 

Demnächst soll in Wien die nächste offizielle Mitgliederversammlung der OPEC stattfinden. Es wird sich zeigen, welche Entscheidungen dann getroffen werden. Und vor Allem bleibt abzuwarten, wie viel Einfluss diese Entscheidungen schlussendlich auf den Ölpreis haben werden.

 

Ausblick

Mit den sinkenden Preisen an den internationalen Ölbörsen wird auch Heizöl im Inland immer günstiger. Verbraucher können heute für 100 Liter mit Abschlägen von etwa -0,70 bis -0,85 Euro im Vergleich zu gestern rechnen.

Nachdem vergangene Woche zwei Öltanker im Golf von Oman angegriffen wurden, steigen die Ölpreise weiterhin leicht an. Die Spannungen zwischen den USA und Iran halten weiter an und lassen zunächst einmal keine zeitnahe Lösung vermuten. Diese Unsicherheit tut ihr Übriges in Sachen Preisgestaltung. Eine weitere Zuspitzung oder gar ein militärischer Konflikt der beiden Länder würde die Situation eskalieren lassen.

 

OPEC-Länder rechnen mit Nachfrageschub

Neben diesen Unsicherheiten im Nahen Osten sind auch die Prognosen im kommenden Jahr weiter Thema der Branche. Die OPEC geht kurzfristig zunächst von einer geringen Ölnachfrage aus, erwartet in der zweiten Jahreshälfte aber einen saisonalen Nachfrageschub. Die Herausforderung des Bündnisses ist es nun ein Marktgleichgewicht herzustellen, was bedeutet dass Nachfrage und Angebot nicht zu weit auseinander klaffen.

 

Derzeit wächst das Angebot stetig weiter während die Nachfrage eher sinkt oder langsamer wächst. Das lässt der Preisgestaltung wenig Spielraum und hat zur Folge, dass die Produktionskürzungen der OPEC-Länder weiter fortgeführt werden. Beim nächsten OPEC-Meeting werden diese Kürzungen weiter ausgehandelt.

 

Überversorgung weiter auf Hochkurs

Auch die Internationale Energieagentur (IEA) setzt weiter auf steigende Ölversorgung und bestätigt damit den Trend der Experten – 2020 wird es ein Überangebot geben.

 

Ausblick

Die Versorgungslage ist weiterhin gut, auch wenn es in der kommenden Zeit kurzzeitig zu einer erhöhten Nachfrage kommen kann. Im nächsten Jahr wird durchweg mit einem großen Angebot und einer kleineren Nachfrage gerechnet, was die Preise etwas sinken lassen wird. Im Inland wird heute mit leichten Preissteigerungen gerechnet, Verbraucher müssen für 100 Liter Heizöl etwa +0,65 bis +0,80 Euro mehr zahlen.

Am gestrigen Donnerstag wurden zwei Öltanker in der Straße von Hormuz angegriffen, was die Ölpreise an den Börsen natürlich nach oben steigen ließ. Durch die Seestraße wird rund ein Drittel des weltweit verschifften Rohöls transportiert und ist somit die wichtigste Engstelle der globalen Logistikkette.

 

Erneuter Angriff auf zwei Öltanker in Golf von Oman

Der Konflikt zwischen den USA und dem Iran wird nun auf eine harte Probe gestellt. Gestern wurden im Nadelöhr des Golf von Oman erneut zwei Tanker angegriffen. Die USA beschuldigte direkt den Iran und veröffentlichte ein Video, das ein iranisches Patroullienboot zeigen soll, welches eine nicht explodierte Haftmine von einer der angegriffenen Tanker entfernt. Der Iran weißt die Vorwürfe von sich. Die Spannungen in der Region steigen mit diesem Vorfall weiter an.

 

Wer letztlich hinter den Angriffen steht, wird sich zeigen. Derzeit sind nur Spekulationen darüber im Umlauf. Angegriffen wurden laut verschiedenen Quellen ein Frachter der norwegischen Reederei „Frontline“ und ein Tanker der Hamburger Reederei „Bernd Schulte GmbH & Co.KG“. Die Besatzungen wurden jeweils evakuiert.

 

Ölpreis reagierte unmittelbar

Was diese Vorfälle mit den Preisen an den Börsen machen, war abzusehen. Direkt nach dem Vorfall sind die Ölpreise stark angestiegen. Der Ort der Vorfälle ist mehr als brisant: Die Meeresenge von Hormuz verbindet den ölreichen Persischen Golf mit dem offenen Meer und ist somit einer der wichtigsten Umschlagplätze des globalen Ölhandels.

 

Der Iran hat schon des öfteren damit gedroht diese Straße zu blockieren. Nach einem solchen Angriff werden die Frachtkosten in die Höhe schnellen, werden doch die Risikoprämien der Versicherungen steigen. Abzuwarten bleibt, wie die USA auf den Zwischenfall reagieren wird. Denkbar ist, dass die US Marine Öltanker künftig bei der Durchfahrt der Meeresenge begleiten wird, um weitere Angriffe zu verhindern.

 

Ausblick

Mit Spannung wird nun erwartet, was das alles für die Preisentwicklung bedeuten wird. Wird sich der Konflikt weiter zuspitzen oder kann eine Lösung gefunden werden? Experten halten eine militärischen Konflikt weiter für unwahrscheinlich: Trump wollte dies stets umgehen und der Iran wäre bei einer Konfrontation unterlegen. Für die Preise wird der gestrige Vorfall aber nicht für einen dauerhaften Anstieg der Preise reichen, ist die Ölnachfrage doch weiterhin extrem schwach.